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Digitalisierung

Der Mehrwert steht vor dem Produkt

| Autor/ Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Seit Juni 2019 ist der 36-jährige Diplom-Ingenieur Andreas Hamm Geschäftsführer der Rockwell Automation GmbH. Im Gespräch mit dem MM Maschinenmarkt erklärt er, wie sich das Unternehmen als Partner für die digitale Transformation positioniert.

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Andreas Hamm: „Es geht nicht nur um unsere Services – das ist erst der zweite oder dritte Schritt. Zunächst geht es um den Kunden und seine individuelle Anforderung, zu der wir vielleicht Mehrwerte liefern können.“
Andreas Hamm: „Es geht nicht nur um unsere Services – das ist erst der zweite oder dritte Schritt. Zunächst geht es um den Kunden und seine individuelle Anforderung, zu der wir vielleicht Mehrwerte liefern können.“
(Bild: Stefanie Michel)

Herr Hamm, Sie sind erst seit ein paar Monaten Geschäftsführer bei Rockwell Automation. Wo will das Unternehmen hin?

Wir befinden uns gerade in einer sehr spannenden Zeit, denn wir entwickeln uns vom reinen Automatisierungslieferanten zum Partner der digitalen Transformation. Das bietet natürlich spannende Themen. Für unsere Kunden wollen wir Mehrwerte entwickeln – auch mit Partnern – und ihm Lösungen bieten. Unsere Produkte können Teil der Lösung sein.

Dafür müssen Sie als Geschäftsführer sicherlich auch Veränderungen im Unternehmen anzustoßen...

Allein aufgrund der Tatsache, dass wir von digitaler Transformation sprechen und von Produkt in Richtung Lösungen, hat man natürlich kontinuierlich mit Veränderungen zu tun. Das bedeutet auch, dass man bei einer solchen Reise alle mitnehmen muss. Man muss die Menschen dabei unterstützen, nicht vorhandene Kompetenzen aufzubauen oder Ängste zu nehmen. Das ist natürlich Teil des Veränderungsprozesses, dem wir und unsere Kunden unterliegen.

Was haben Sie sich als Geschäftsführer für die nähere Zukunft an Zielen gesetzt?

Es geht natürlich darum, Wachstum zu generieren – auch im deutschen Markt. Zudem ist es entscheidend, Rockwell Automation als Wegbereiter und Partner der digitalen Transformation zu positionieren. Ganz wichtig: Der Kunde steht immer im Mittelpunkt. Es geht nicht nur um unsere Services – das ist erst der zweite oder dritte Schritt. Zunächst geht es um den Kunden und seine individuelle Anforderung, zu der wir vielleicht Mehrwerte liefern können.

Diese Aussagen treffen viele Automatisierungsunternehmen zu. Wie wollen Sie das umsetzen, angesichts der vielen Wettbewerber in Deutschland?

Natürlich ist dort, wo viel Potenzial ist, auch viel Wettbewerb. Wie differenziert man sich? Unser Ansatz ist es, weniger zu sagen, was wir haben und können, sondern nah am Kunden und seinen Wünschen zu sein. Die Mitbewerber haben unterschiedliche Ansätze: So versorgen sie zum Beispiel eine bestimmte Industrie oder beliefern bestimmte Kunden. Aufgrund unseres globalen Netzwerks, durch das wir in allen Industrien vertreten sind, können wir jeden individuellen Fall lösungsorientiert beraten. Dadurch, dass wir ein großes Portfolio mitbringen – von Produkten über Dienstleistungen bis hin zu Softwarelösungen – verfügen wir über eine Stärke, die es uns erlaubt, im Markt Mehrwerte zu liefern. Genau das ist es, was am Ende zählt.

Wenn es um Ihre deutschen Kunden geht: Die Industrielandschaft ist sehr mittelständisch geprägt ist. Wie gehen Sie auf solche Unternehmen zu?

Hier ist es nicht wichtig, ob es sich sich um einen großen oder kleinen Kunden handelt. Wir suchen vor allem nach Werten, also im Sinne von: „Wie kannst du dich in deinem Segment optimal positionieren?“ Dadurch, dass wir über global gesammelte Erfahrung in vielen Industrien und Applikationen verfügen, können wir Trends mitgeben, Vorschläge machen, bei Lösungen behilflich sein. Aber wir fragen unsere Kunden natürlich auch: „In welche Richtung entwickelt sich dein Kunde, dem du die Anlage verkaufst?“ Wir geben diesem Maschinenbauer dann dadurch einen Mehrwert, dass wir ihm zeigen, wie man etwas realisieren kann, das er bis heute noch nicht in Betracht gezogen hat. Für mich und viele Kunden ist das der „added value“, der statt der reinen Services zum Einsatz kommt.

Bei kleinen Unternehmen kann es aber im Hinblick auf die digitale Transformation auch beispielsweise zu Personalengpässen kommen. Können Sie hier Hilfestellung geben?

Absolut! Wir arbeiten zum einen mit eigenen Ressourcen, beispielsweise wenn es um Dienstleistungen geht. Wir arbeiten aber auch zusammen mit Partnern, die in einem bestimmten Bereich die gewünschte Expertise mitbringen. Wenn ein Kunde kommt, der Probleme mit Ressourcen hat, können wir so eine Lösung anbieten. Auch für den Fall, dass Kunden Software oder Entwicklungsprobleme haben, können wir Hilfe anbieten, indem wir Spezialisten zur Verfügung stellen.

Will Rockwell angesichts des Portfolios als Komplettlösungsanbieter auftreten?

Auf jeden Fall. Wir sehen uns nicht nur als Produktlieferant. Wir sehen uns ganz klar als Partner bei der Findung von Komplettlösungen – nicht beschränkt auf das Produkt, sondern im Bereich der gesamten und umfassenden digitalen Transformation.

Rockwell Automation auf der SPS 2019: Halle 9, Stand 205

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