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Finanzierung Der Mittelstand aus Bankensicht: Finanzkommunikation im Fokus

| Autor/ Redakteur: Sebastian Vogt / Claudia Otto

Banken sind für Unternehmen in den meisten Fällen unerlässlich. Dennoch kommt die Beziehungspflege zur Hausbank insbesondere bei kleineren Unternehmen häufig zu kurz. Dies gilt es zu vermeiden, denn eine professionelle Finanzkommunikation zahlt sich gerade für Mittelständler aus.

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Bei der betriebswirtschaftlichen Auswertung ist auch der Faktor Zeit von Bedeutung: Spätestens vier Wochen nach Monatsende sollte die Buchhaltung abgeschlossen sein.
Bei der betriebswirtschaftlichen Auswertung ist auch der Faktor Zeit von Bedeutung: Spätestens vier Wochen nach Monatsende sollte die Buchhaltung abgeschlossen sein.
(Bild: Les Cunliffe - Fotolia.com)

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote mittelständischer Unternehmen bis 50 Mio. Euro Jahresumsatz liegt laut einer aktuellen Erhebung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes bei rund 20 %. Anlagenintensive Industriebetriebe weisen häufig eine noch geringere Quote aus.

Hausbank ist meist immer noch der größte Kapitalgeber im Mittelstand

Wer aber repräsentiert die andere Seite der Medaille, das Fremdkapital? Hier sind Lieferanten zu finden, aber auch das Finanzamt mit seinen laufenden Umsatz- und Lohnsteuerforderungen sowie Sozialversicherungsträger. Bisweilen haben Gesellschafter eine Finanzspritze in Form eines Darlehens zur Verfügung gestellt. Als Hauptkapitalgeber von außen treten jedoch in den meisten Fällen die Hausbanken der mittelständischen Betriebe auf. Sie übernehmen die Vorfinanzierung des laufenden Geschäfts über einen Betriebsmittelkredit oder gewähren langfristige Darlehen zur Finanzierung von Investitionen.

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Zugegeben, diese einleitenden Bemerkungen zur Finanzierungsstruktur des Mittelstands sind stark vereinfachend. Dennoch gilt: Kaum ein Unternehmen kommt ohne Banken aus. Umso erstaunlicher ist allerdings, wie wenig insbesondere kleinere Betriebe ihr Augenmerk auf die Beziehungspflege zu ihren Finanzpartnern richten.

Banker sehen Nachholbedarf im Kontakt mit Mittelständlern

Eine jüngst von der Unternehmensberatung Sysscon durchgeführte Umfrage unter 30 Firmenkundenbetreuern des Mittelstands macht deutlich, wo Nachholbedarf besteht: Fast neun von zehn Befragten bezeichnen die Finanzkommunikation ihrer Kunden mit weniger als 100 Mitarbeitern als bestenfalls durchschnittlich. Dabei sind die Ansprüche der Kreditinstitute an eine funktionierende Finanzkommunikation vor allem bei kleineren Unternehmen nicht unangemessen hoch. Alle Befragten halten es für wichtig oder sehr wichtig, zeitnah eine vollständige und aussagekräftige betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zu erhalten.

90 % der Teilnehmer bezeichnen zudem eine Unternehmensplanung mit Plan-Gewinn-und Verlustrechnung als wichtig oder sehr wichtig. Diese Instrumente sind in erster Linie bereits für das Unternehmen selbst von großer Bedeutung; sie bilden die Basis für jedes weitergehende Controlling der Geschäftsprozesse.

Wenn die befragten Firmenkundenbetreuer in den Bereichen BWA und Unternehmensplanung im Mittelstand ein Manko verorten, kann dies vor allem zwei Gründe haben: Einige Betriebe mögen über eine makellose Buchhaltung und eine schlüssige Planung verfügen, scheuen aber die Transparenz gegenüber unternehmensfremden Dritten. Sie geben auf Anforderung nur die nötigsten Informationen heraus. Andere Unternehmen wiederum haben eventuell tatsächlich Defizite in den Grundlagen des Controllings und sind nicht ohne weiteres Zutun in der Lage, die Anforderungen ihrer Hausbank umgehend zu erfüllen. Beide genannten Fälle sind in ihrer Außenwirkung problematisch.

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