Finanzierung

Der Mittelstand aus Bankensicht: Finanzkommunikation im Fokus

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Kaufmännische Auswertungen für die Bank müssen aussagekräftig sein

Wie eingangs erläutert, ist die Basis einer soliden Finanzkommunikation vergleichsweise leicht zu etablieren. Zunächst gilt es festzustellen, ob die betriebswirtschaftlichen Auswertungen hinreichend aussagekräftig sind. Ein wesentliches Problem, das viele BWA für externe Betrachter – aber auch für das Unternehmen selbst – zu weiten Teilen unbrauchbar macht, sind fehlende monatliche Bestandsbuchungen.

Ebenfalls wichtig: kalkulatorische Kosten. Wird zum Beispiel im November Weihnachtsgeld an alle Arbeitnehmer ausgezahlt, sollte der voraussichtliche Aufwand bereits in den Vormonaten als kalkulatorischer Posten buchhalterisch erfasst werden. Andernfalls kann es passieren, dass die BWA dem externen (und vielleicht auch internen) Betrachter zehn Monate lang sehr gute Betriebsergebnisse vorspielt, die sodann im elften Monat auf einen Schlag in sich zusammenfallen. Neben den inhaltlichen Anforderungen an eine BWA ist auch der Faktor Zeit von Bedeutung. Als Faustregel gilt: Spätestens vier Wochen nach Monatsende sollte die Buchhaltung abgeschlossen sein.

Betriebswirtschaftliche Auswertung sollte auch Auskunft über die Ziele geben

Wohin soll oder muss die Reise gehen? Welche Ziele haben wir? Wie wollen wir diese Ziele erreichen? Die Antworten auf Fragen wie diese sollten im Rahmen einer schlüssigen Unternehmensplanung quantifiziert werden. Sinn und Zweck der Planung ist es, dem Unternehmen eine Marschrichtung vorzugeben und zusammen mit der BWA eine Kontrolle der Zielerreichung zu ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Analyse, zusammengefasst in einem Monats- oder Quartalsbericht und ergänzt um Informationen wie die Entwicklung des Auftragseingangs oder gewonnene Neukunden, runden die Basis einer gelungenen Finanzkommunikation ab.

Die Stabilität der Geschäftsverbindungen mit den Hausbanken ist nicht nur im Krisenfall immens wichtig. Besonders mit Blick auf die anstehenden Veränderungen in der Banken- und Finanzierungslandschaft sollten mittelständische Unternehmen frühzeitig Vorsorge betreiben: Top-Unternehmen sollten sich als solche präsentieren und ihre Leistungsfähigkeit angemessen kommunizieren. Kriselnde Unternehmen sollten vermeiden, dass ihr Firmenkundenbetreuer eine sich verschlechternde Geschäftsentwicklung lediglich an der zunehmenden Kontokorrentauslastung abzulesen versucht und mangels erklärender Informationen etwa falsche Schlüsse zieht.

* Sebastian Vogt ist Projektleiter bei der Sysscon Unternehmensberatung GmbH in 57299 Burbach

(ID:39700230)