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Hausbank ist im Mittelstand faktisch oft der Hauptanteilseigner
Ein plakatives Beispiel: Die Hausbank, die einem Unternehmen Kontokorrentkredit, Avalrahmen und Maschinenfinanzierungen gewährt, ist nicht selten dessen faktischer Hauptanteilseigner. Wenn die Gesellschafter mit ihren 20 % Eigenkapital berechtigterweise über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung ihres Unternehmens weitreichend informiert sein wollen, warum sollte dies nicht auch für die engagierte Hausbank gelten?
Sich abzuschotten und mit Informationen zu geizen, suggeriert mangelnde Wertschätzung für den strategischen Partner und wirkt destabilisierend auf die Geschäftsbeziehung. Eine optimierungsfähige Buchhaltung und fehlende Planungen lassen die Bank auf der anderen Seite an der kaufmännischen Substanz des Unternehmens und an der Weitsicht seiner Führungskräfte zweifeln. Auch dies ist natürlich kein Garant für Vertrauen und Stabilität.
Gute Finanzkommunikation baut Vertrauen auf
Die Verfügbarkeit von Kapital ist nicht selbstverständlich. Diese Aussage trifft sogar auf wirtschaftlich solide, renditestarke Betriebe zu. Unternehmen in der Krise sind jedoch ungleich stärker auf das Wohlwollen ihrer Bankpartner angewiesen. Vertrauen in die Geschäftsleitung und in den Kern des Geschäfts ist dabei die unabdingbare Voraussetzung für jede Sanierungsbegleitung. Ohne eine funktionierende Finanzkommunikation ist dieses Vertrauen kaum herzustellen.
Auch über den oft wenig greifbaren Faktor Vertrauen hinaus ist Informationstransparenz in Richtung der Kreditinstitute nicht als Einbahnstraße zu verstehen, wie die Ergebnisse der Bankenumfrage unterstreichen: Unternehmen dürfen demnach sowohl beschleunigte Kreditentscheidungen, als auch einen positiven Einfluss auf ihr Rating erwarten.
Mit den Basel-III-Regelungen wird das Thema Rating für mittelständische Betriebe zudem immer wichtiger. Dies belegt eine weitere Erkenntnis der Bankenumfrage: 90 % der Firmenkundenbetreuer rechnen mit einem verstärkten Wettbewerb um bonitätsstarke Kunden; immerhin 63 % erwarten schlechtere Konditionen für bonitätsschwache Kreditnehmer. Das bedeutet nichts anderes, als dass Zugeständnisse für starke Unternehmen zulasten der Kreditbedingungen für schwächere Unternehmen gehen. Schlimmstenfalls wird für letztere sogar der Fremdkapitalzugang selbst erschwert. Als wesentlicher Unterscheidungsfaktor zwischen starken und schwachen Kreditnehmern fungiert das Rating. Auch hier kann also die professionelle Finanzkommunikation wertvolle Dienste leisten.
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