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Auslandsmärkte Deutschen Firmen in Tschechien fehlen die Fachkräfte

| Autor: Stéphane Itasse

Aus Sicht deutscher Unternehmen fehlt es Tschechien an qualifizierten Fachkräften, die Situation ist kritisch und eine Reform der Berufsausbildung ist im Nachbarland das Gebot der Stunde. Laut der Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) haben fast neun von zehn Unternehmen massive Probleme, Stellen für Berufsschulabsolventen zu besetzen.

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Wie und wo sind in Tschechien qualifizierte Fachkräfte zu finden? Diese Frage stellen sich deutsche Unternehmen in dem Nachbarland immer öfter.
Wie und wo sind in Tschechien qualifizierte Fachkräfte zu finden? Diese Frage stellen sich deutsche Unternehmen in dem Nachbarland immer öfter.
(Bild: Škoda Auto )

Rund 82 % der Befragten sind überzeugt, dass eine praxisorientierte, zu einem Großteil in die Unternehmen verlagerte Berufsausbildung dazu beitragen würde, diese Situation zu lösen, wie die Kammer bei der Vorstellung der Umfrage mitteilt. „Was dringend benötigt wird, ist die praktische Erfahrung im Umgang mit neuen Technologien. So etwas lernen Schüler nur direkt in den Unternehmen“, sagt Bernard Bauer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DTIHK.

Modernere Berufsausbildung in Tschechien gefordert

Aus den Antworten von mehr als 210 Unternehmen geht hervor, dass das Berufsbildungssystem modernisiert werden muss. Eine zeitgemäße Neukonzeption sollte die aktuelle wie künftige technische und wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen. Fast 70 % der Unternehmen sehen den Staat in der Pflicht, das Lehrstellenangebot den Erfordernissen des Arbeitsmarkts anzupassen. Mehr als 60 % plädieren für eine gesetzliche Verankerung einer Form der dualen Berufsausbildung. Im Rahmen der Umfrage wurde auch vielfach der Vorwurf laut, der Staat tue zu wenig für das Ansehen handwerklicher Berufe in der Gesellschaft.

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Reformbedarf besteht nicht nur bei den Berufs-, sondern auch bei den Hochschulen. Auch hier sähen die Unternehmen gerne eine verstärkte Orientierung hin zu den im Berufsleben benötigten Kenntnissen und Fertigkeiten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gab an, dass geeignete Fachkräfte mit Hochschulabschluss Mangelware sind. Bei Bewerbern mit Abitur waren es wiederum rund drei Viertel.

Deutsche Unternehmen engagieren sich selbst in der Berufsausbildung

Die Bereitschaft der Unternehmen, zur Ausbildung der Jugend aktiv beizutragen, ist hoch, wie es weiter heißt. Mit rund 40 % scheut ein großer Teil der Firmen jedoch den Aufwand, eine komplette interne Infrastruktur mitsamt Ausbildern zu schaffen.

Eine Vielzahl der Unternehmen ist angesichts der Situation aber schon selbst tätig geworden. Mehr als die Hälfte betreibt Kooperationsprojekte mit Berufsschulen, rund 40 % mit Hochschulen und Universitäten. Die Ansatzpunkte bei diesem Engagement sind vielfältig und reichen von Stipendien bis zu Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte. Die meisten Firmen setzen im Rahmen der Kooperationsprojekte aber an dem Punkt an, an dem derzeit alles krankt, und nehmen die praktische Ausbildung der Schüler in die eigene Hand.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt