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Unternehmensführung

Die fünf größten Innovationsfallen

| Autor / Redakteur: Jens-Uwe Meyer / Matthias Back

Autor Jens-Uwe Meyer weißt in seinem Buch auf fünf gefährliche Innovationsfallen hin.
Autor Jens-Uwe Meyer weißt in seinem Buch auf fünf gefährliche Innovationsfallen hin. (Bild: Meyer)

Warum werden aus Innovations- und Marktführern zuweilen scheinbar über Nacht Sanierungsfälle? Der Innovationsberater sowie Autor des Buchs „Radikale Innovation“ Jens-Uwe Meyer beschreibt die fünf gefährlichsten Innovationsfallen, in die erfolgreiche Unternehmen häufig tappen.

Innovation ist „in“ – verbal. Kaum eine Vorstandsrede, kaum ein Unternehmensprospekt, in dem dieses Wort nicht in jedem dritten Satz auftaucht. Trotzdem tappen Unternehmen immer wieder in die gleichen Innovationsfallen. Mit Schlecker, Manroland und Kodak haben diese 2012 schon drei prominente Opfer erwischt. Andere Unternehmen stecken tief in den Fallen – ohne es zu merken. Folgende fünf Innovationsfallen sorgen oft dafür, dass Unternehmen sich nur im Kreis drehen und irgendwann den Marktanschluss verlieren.

Innovationsfalle 1: Die Hochglanzfalle

Schaut man sich die Hochglanzbroschüren der Unternehmen an, gewinnt man den Eindruck: Alle sind hochinnovativ und stehen kurz davor, ihren Markt zu revolutionieren. Blickt man jedoch hinter die Fassade, dann stellt man oft fest: Ihre Selbst-Aussagen haben dieselbe Substanz, wie die Werbebotschaft, dass ein Waschmittel jetzt noch weißer wäscht.

Je häufiger die Mitarbeiter und Manager eines Unternehmens solche Botschaften vernehmen, desto mehr glauben sie selbst: Wir sind innovativ. Die Folge: Das Unternehmen leidet zunehmend unter blinden Flecken und konzentriert sich auf die Innovationsfelder, die schnell und einfach Erfolge bringen. Wirklich radikale Innovationen hingegen unterbleiben. Die Märkte umgestalten, das tun Mitbewerber von außen. So geschehen in der Automobilindustrie: Ausgerechnet ein Branchen-Outsider – Shai Agassi, ein ehemaliger SAP-Vorstand – entwickelt ein vollkommen neues Modell zur Elektromobilität. Während die klassischen Automobilfirmen weiter daran arbeiten, ihre Batterien zu verbessern, entwarf Agassi mit dem „Project Better World“ ein Mietsystem für aufgeladene Elektrobatterien.

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