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Welche Industriebranchen werden in den nächsten Jahren stark wachsen und welche Maschinen werden benötigt?
Kayhan Yılmaz: Die Türkei ist ein Wachstumsmarkt, es gibt viele Bauprojekte, die Holzbearbeitung wächst, der Energiesektor, die Metallverarbeitung, der Bausektor ist sehr wichtig – ich will nicht eingrenzen, welche Art von Maschinen benötigt wird.
Yılmaz: Zum Beispiel wächst mit der Automobilindustrie in der Türkei auch der Bedarf an Maschinen und Anlagen, weil die Türkei im Automobilbereich international einen wichtigen Platz noch einnehmen möchte. Es gibt noch andere Bereiche, in denen wir momentan noch sehr viel importieren, zum Beispiel Werkzeugmaschinen. Ein anderer Bereich, in dem wir sehr viel importieren, ist die Verpackungsindustrie. Die heimische Industrie soll eine höhere Wertschöpfungstiefe erreichen und auch die Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig.
Sie haben die junge Bevölkerung erwähnt – wie sieht es mit ihrer Ausbildung und der Möglichkeit für Investoren, Fachkräfte zu finden, aus?
Kayhan Yılmaz: Unsere jungen Leute arbeiten gerne im Büro, auch die meisten Ingenieure. 50 % von ihnen würden am liebsten in der Forschung und Entwicklung arbeiten. Was tun wir? Es gibt da einige Projekte, zum Beispiel für dreimonatige Praktika, um sie in das Berufsleben einzuführen. Wir kennen außerdem die Bedeutung der Ausbildung von Facharbeitern. Dafür haben die Industrie- und Handelskammern spezielle Programme aufgesetzt, ebenso Turkish Machinery, das ist alles aber noch auf lokaler Ebene. Die Förderung der beruflichen Bildung ist auch eine Aufgabe des neu gegründeten Verbands Makfed.
Yılmaz: Wir wünschen uns ein duales Ausbildungssystem, so ähnlich wie in Deutschland, aber nicht so stark reglementiert. Bisher gibt es das in einzelnen Städten, auch von deutschen Firmen wie MAN, Bosch oder Siemens. Das wollen wir in verschiedenen Berufsschulen noch adaptieren, weil die junge Bevölkerung noch mehr qualifiziert werden muss. Schon im frühen Schulalter muss der Weg geebnet werden, welche Berufe sie erlernen können und wo sie sich entwickeln können. Auch die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen bei jungen Absolventen soll künftig landesweit gefördert werden. Diese Programme zur Förderung der Berufsausbildung werden nicht nur von der Regierung, sondern auch von der Opposition unterstützt. Unabhängig von den Parteien ist das ein Thema in der Türkei.
Kayhan Yılmaz: Unser Vorteil ist: Die jungen Leute akzeptieren keine Grenzen. Wenn wir motiviert genug sind, lernen wir alles. Als zum Beispiel Twitter in der Türkei verboten wurde, gab es in den nächsten drei Tagen drei Millionen neue Twitter-Nutzer im Land – jeder hat sich einfach neu registriert, um die Statistik hochzutreiben. Auch eine Freundin von mir hat es geschafft, die Sperre zu umgehen. Wir sind sehr offen für neue Technik und nutzen sie gern, weil sie das Leben vereinfacht.
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