Konstruktionselemente Die Welt der Kugellager ist nicht genug
So flächendeckend Sven Wingqvist Anfang des 20. Jahrhunderts die Welt mit seiner Erfindung des zweireihigen Pendelkugellagers für sich gewinnen konnte, so branchendeckend hat sich SKF in den letzten Jahrzehnten mit seinem Portfolio aufstellen können – und das nicht nur mit Lagerelementen.
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Wenn Hunderte von PS über den Asphalt jagen, sich ein 150.000-Tonner geschmeidig mit 157.000 PS und 30 Knoten durch die Weltmeere schiebt und ein Raumfahrzeug mit 27.000 km/h auf dem Tacho Richtung Erde rast und dabei mit hoher Präzision gelenkt werden muss, dann ist die Rede von der Formel 1, der Queen Mary II und dem IXV-Raumfahrzeug der Europäischen Weltraumorganisation – aber auch vom komplexen Zusammenspiel aus Lagern, Schmierung, Dichtungen und Mechatronik. Denn all diese Kraftprotze haben eines gemeinsam: die eingebaute Technik der SKF-Unternehmensgruppe. Ein Know-how, das 1907 mit einem schwedischen Tüftlergenie namens Sven Gustaf Wingqvist seinen Anfang auf dem Gebiet der „Lager“ nahm und sich seitdem kontinuierlich auf angrenzende Produktbereiche und mittlerweile auf 40 Industriezweige ausgeweitet hat.
Was einst mit Pendelkugellagern begann, hat sich inzwischen zu einem grenzübergreifenden „Ökosystem“ aus fünf verschiedenen Kompetenzfeldern entwickelt, die nicht nur unabhängig voneinander existieren, sondern auch „Symbiosen“ eingehen können. Denn ist ein Lösungsansatz für den einen Industriezweig erst einmal gefunden, lässt er sich erfolgreich auf einen anderen Anwendungsbereich übertragen. Zu seinen Geschäftsfeldern zählt SKF heute längst nicht mehr nur Lager und Lagereinheiten, sondern über die Zeit hat sich das Unternehmen ein gut durchdachtes Portfolio erschaffen, das Dichtungen, Mechatronik, Dienstleistungen und Schmiersysteme beinhaltet.
Erfolgsrezept: technischen Fortschritt mit Kunden-Know-how kombinieren
So rasant sich die Vermarktung des Kugellagers in den ersten zehn SKF-Jahren gestaltete, so intensiv tüftelte Wingqvist an neuartigen Lagerlösungen für stets neue Anwendungsfälle. Sein Erfolgsrezept, das damals wie heute funktioniert: technische Fortschritte mit detaillierten Kunden- und Branchenkenntnissen kombinieren und daraus die nächste Generation innovativer Produkte, Lösungen und Serviceleistungen entwickeln. Wingqvists lösungsorientiertes Prinzip gilt für SKF damals wie heute. Basierend auf den „Wälzlager-Wurzeln“ und den zunehmenden Erfahrungen in immer mehr Industriezweigen konnte das Unternehmen seine Kompetenzen auf stets neues Terrain übertragen.
Denn dass die unterschiedlichsten technischen Bereiche ineinandergreifen, sollte bald der Grund dafür sein, dass SKF seinen Lagerhorizont erweiterte. So beginnt das Unternehmen 1976 beispielsweise mit der Herstellung eigener Lineartechnik. Wenige Zeit später stoßen Kugel- und Rollengewindegetriebe sowie elektromechanische Hubzylinder dazu. Damit legt das Unternehmen den Grundstein für seine Mechatroniklösungen. Mit der mehrheitlichen Beteiligung am Zustandsüberwachungsexperten Palomar erweitert das Unternehmen 1989 seine Kompetenzen in Hinblick auf Dienstleistungen. Kaum ist ein Jahr vergangen, als SKF mit der Übernahme des Dichtungsspezialisten Chicago Rawhide auch sein Dichtungsportfolio ausbaut.
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