Werkzeugmaschinen Die Wende war auch für Mikromat eine Zäsur

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Rüdiger Kroh

Zum Jubiläum anlässlich der 150-jährigen Unternehmensgeschichte stellte Mikromat erfreuliche Zahlen vor. Danach wird der Umsatz in diesem Jahr auf rund 17 Mio. Euro steigen – 2012 waren es noch 15 Mio. Euro. Besonders erfolgreich ist der Hersteller von Präzisionswerkzeugmaschinen derzeit in Russland.

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Thomas Warnatsch, geschäftsführender Gesellschafter von Mikromat: "Unser ganzer Stolz ist die in diesem Jahr gegründete Abteilung 'Cost Engineering' für Technologieentwicklung im Kundenauftrag."
Thomas Warnatsch, geschäftsführender Gesellschafter von Mikromat: "Unser ganzer Stolz ist die in diesem Jahr gegründete Abteilung 'Cost Engineering' für Technologieentwicklung im Kundenauftrag."
(Bild: Kuttkat)

Die 8. Kompetenztage des Dresdener Präzisionsmaschinenherstellers Mikromat unter dem Motto „Mit Mikromat zum produktiven µ“ fanden ganz im Zeichen des 150-jährigen Jubiläums statt. Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter ließen es sich nicht nehmen, an diesem herausragenden Event teilzunehmen. Partnerunternehmen, beispielsweise Heidenhain, Renishaw, Ingersoll, Rotec, Walter Deutschland, Wohlhaupter und Igus, gaben auf Informationsständen Einblick in ihr Produktionsprogramm.

Bildergalerie: 150 Jahre Mikromat

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Auf einem Pressegespräch ließ Thomas Warnatsch, geschäftsführender Gesellschafter der Mikromat GmbH, die Unternehmenshistorie schlaglichtartig Revue passieren. Im Jahr 1863 als Maschinenfabrik für die Herstellung von Haushaltsnähmaschinen sowie von Lehren und Vorrichtungen gegründet, wird das Produktionsprogramm schon bald um die Fertigung von Bohr- und Fräsmaschinen erweitert. Weitere Meilensteine der Unternehmenshistorie sind 1914 die Umfirmierung eines späteren Teilbetriebes in die Elbe-Werke „Hermann Haelbig“ in Meißen, die Keilnutenziehmaschinen und Drehmaschinen produziert, sowie 1959 der Zusammenschluss mit den Feinstmaschinenwerken und dem Schleifmaschinenwerk, beide in Dresden, zu Mikromat.

Mikromat hat Produktprogramm in den 90er Jahren völlig neu entwickelt

Von 1968 bis 1975 erfolgte der Neubau der Hallen in der Niedersedlitzer Straße in Dresden, dem ursprünglichen und heutigen Stammsitz des Unternehmens. Das Fertigungsprogramm umfasste damals neben Koordinatenbohrmaschinen auch Schleif- und Drehmaschinen. Bis 1990 wurden pro Jahr nahezu 600 Werkzeugmaschinen hergestellt. Eine Zäsur war die sogenannte Wende 1989/90 auch für Mikromat. In den darauffolgenden Jahren wurde das Produktprogramm mit der Maschinenbaureihe für die Fünf-Seiten- und Mehrachs-Bearbeitung vollständig neu entwickelt. So entstand 1996, aufbauend auf Lehrenbohrwerksgenauigkeit, die erste Präzisionsportalmaschine Mikromat 15VX zur kompletten hochgenauen Fünf-Seiten-Bearbeitung. Bereits 1997 folgte die erste Generation von Präzisions-Portalfräsmaschinen 20V.

Mit der Neugründung im Jahr 2005 startete auch die Entwicklung der zweiten Generation der Portalfräsmaschinen mit den Baugrößen 12V, 16V, 20V und 40V. Alle Maschinen sind modular aufgebaut mit variablen Portaldurchlasshöhen und -breiten, Tischgrößen und Tischformen. Seit 2011 ist in den Maschinen zusätzlich zum vertikalen und horizontalen Bohren und Fräsen das Koordinatenschleifen vollständig integriert. „Die hohe Langzeitgenauigkeit erreichen unsere Portalmaschinen durch steife Ausführung aller Baukomponenten, gepaart mit intelligenter Justagetechnologie und den bewährten Prinzipien konstruktiver Symmetrie der Gestellelemente aus Präzisionsguss“, erläuterte Warnatsch.

Umfangreiche Ausrüstungsoptionen ermöglichen flexible Bearbeitung

Zur Ausrichtung des gesamten Maschinengestells wird eine eigens entwickelte Technologie angewandt. Umfangreiche Ausrüstungsoptionen zum automatischen Andocken über das Pick-up-Verfahren ermöglichen flexibles Bearbeiten, beispielsweise Winkelbohr- und Fräsköpfe zur Mehrseitenbearbeitung, Spindelverlängerung, wechselbare Hochfrequenzspindeln, Zwei-Achs-Gabelköpfe, Universal-Winkelfräsköpfe sowie Sonderbohr- und -fräsköpfe. Hochgenaue automatische Positionierung und eine extrem steife Geräteklemmung am Spindelstock gewährleisten dem Anwender eine zuverlässige Präzisionsbearbeitung mit allen Zusatzgeräten.

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