Arbeitgeber Achtung! Drittes Entlastungspaket birgt Kostenfalle

Quelle: Pressemitteilung des Der Mittelstand. BVMW e.V.

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Der Bundesverband Der Mittelstand hat im dritten Entlastungspaket der Bundesregierung einige fragwürdige Effekte für Arbeitgeber identifiziert. Der Verband sieht vor allem KMU benachteiligt.

Entlastung schafft Belastung? Hagen Wolfstetter, Vorsitzender der BVMW-Kommission Arbeit und Soziales, warnt vor finanziellen Zusatzbelastungen durch das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung. Hier erklärt er, wo die Tücken vor allem für Mittelständler lauern.
Entlastung schafft Belastung? Hagen Wolfstetter, Vorsitzender der BVMW-Kommission Arbeit und Soziales, warnt vor finanziellen Zusatzbelastungen durch das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung. Hier erklärt er, wo die Tücken vor allem für Mittelständler lauern.
(Bild: BMVW)

Mit dem kürzlich vorgestellten dritten Entlastungspaket verfolgt die Bundesregierung bekanntlich das Ziel, Belastungen aufgrund der Energiepreisexplosion sowie wegen der hohen Inflationsraten zu dämpfen. Ein genauer Blick auf einzelne Maßnahmen zeige jedoch, dass Arbeitgeber Nachteile zu befürchten hätten, wie beispielsweise durch die Neuausgestaltung im sogenannten Midi-Job-Bereich. Denn in dieser Hinsicht würden künftig mehr statt weniger Belastungen auf sie zukommen. Das stößt beim Mittelstand auf Unverständnis.

Mittelständler leiden unter Bürokratie jetzt noch mehr

So wird mit der neuen Midi-Job-Regelung etwa der Übergangsbereich, in dem Geringverdiener weniger Steuern und Abgaben zahlen müssen, bis zum Jahr 2023 auf 2.000 Euro erhöht, wie der Verband erklärt. Der Grundgedanke, dass Beschäftigte mehr Netto vom Brutto erhalten, sei zwar löblich, doch auf der anderen Seite bekämen Unternehmen, die sich seit zwei Jahren durch schwere Krisen lavieren müssten, noch mehr auf den Buckel. So sollen die Arbeitgeber im Einkommensbereich bis 2.000 Euro nun auch noch 28 Prozent der Sozialabgaben komplett alleine schultern, wie der BVMW weiter ausführt. Schon jetzt aber erreiche das Niveau bürokratischer Belastungen für die Wirtschaft ein Level von rund 52 Milliarden Euro im Jahr. Das seien kräftige Mittel, die aber weder für Forschung und Entwicklung noch für Investitionen in die Transformation flössen.

Höhere Lohnzusatzkosten erwürgen viele KMU

Mit dieser Regelung wird das paritätische Prinzip, gemäß dem sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber quasi „fifty fifty“ an den Sozialabgaben beteiligen, ausgehebelt. Und diese Idee kommt auch noch in einer Phase, in der zusätzliche Kosten den Unternehmen ohnehin immer mehr zu schaffen machen, rügt der Bundesverband. Das hat zur Folge, dass mit steigenden Lohnzusatzkosten immer mehr Unternehmen weiter an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, warnen die Experten. In der jetzigen Zeit schlüge das für viele kleine und mittlere Betriebe den endgültigen Nagel in den Sargdeckel.

Bei einigen Unternehmen wird ja bekanntlich die Produktion energieintensiver Güter bereits zurückgefahren. Auch werden Überlegungen wieder lauter, die Produktion ganz ins Ausland zu verlagern, was knapp 10 Prozent der Betroffenen schon tun. Eine Entlastung der privaten Haushalte ist ja eigentlich richtig, heißt es weiter, doch die Bundesregierung darf darüber hinaus nicht die dramatische Situation in den 3,5 Millionen Unternehmen aus den Augen verlieren, mahnt der BVMW. Die Lage ist durchaus ernst und besonders für den Mittelstand wird es eng. Es braucht nun zielgerichtete Hilfestellungen und eine dauerhafte Befreiung der Unternehmen von bürokratischen Lasten.

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