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CAD-Software Effizienter und teamübergreifend Konstruieren

| Autor: Stefanie Michel

Schon auf der Solidworks World 2019 in Dallas machte Dassault Systèmes drei größere Ankündigungen, die auch für jeden Solidworks User Veränderungen bedeuten können. Jetzt sind sie für Solidworks-Nutzer verfügbar.

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Der Maschinenhersteller Omax setzt seit 2002 auf Solidworks und konnte als einer der ersten Anwender Solidworks 2020 bereits testen.
Der Maschinenhersteller Omax setzt seit 2002 auf Solidworks und konnte als einer der ersten Anwender Solidworks 2020 bereits testen.
(Bild: Dassault Systèmes)

Uwe Burk, Country Manager Central Europe bei Solidworks, erklärte vor kurzem bei der Vorstellung der neuen Software-Version, was man von Solidworks 2020 erwarten kann: Zeiteinsparung und eine verbesserte Zusammenarbeit der Systeme. Gerade die Zusammenarbeit war bereits auf der Solidworks World 2019 in Dallas ein großes Thema. So wurde deutlich, wie Dassault Systèmes seinen Plattformgedanken nun auch auf die Solidworks-Welt ausdehnt. CEO Gian Paolo Bassi erklärte schon in seiner Eröffnungsrede: „Platform is the new thinking.“ Vor einigen Jahren hatte das Unternehmen mit der 3D-Experience-Plattform seine Software-Produkte auf eine einheitliche Basis gestellt – allerdings ohne die Solidworks-Familie. Mit der Ankündigung von „3D-Experience.Works“ will man nun Solidworks-User ebenfalls entsprechende Applikationen auf einer Plattform anbieten. Den Start macht die ERP/MES-Software IQMS, die Dassault Systèmes im Januar 2019 übernommen hat und die zukünftig als Delmia.Works für Solidworks-Nutzer auf der Plattform zur Verfügung stehen soll – nach der Works-Plattform die zweite Ankündigung.

3D-Experience.Works soll kleinen und mittleren Unternehmen dieselben Vorteile liefern, die die 3D-Experience-Plattform großen, global agierenden Unternehmen bietet: teamübergreifendes Arbeiten, Fertigungseffizienz und geschäftliche Flexibilität.

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Das Solidworks-Portfolio unter der 3D-Experience.works-Plattform.
Das Solidworks-Portfolio unter der 3D-Experience.works-Plattform.
(Bild: Dassault Systèmes)

Wie Burk erklärt, gliedert sich das Portfolio nun wie folgt:

  • Design: Solidworks und X-Shape, dem neuen 3D-Tool für organische Formen mit weichen Konturen
  • Simulate: Simulia
  • Manufacture (Fertigungslösungen): Delmia als fertigunganahe ERP-Lösungen
  • Manage: Enovia als PLM-System

All diese Systeme sind laut Burk „desktop-connected“, aber sie nutzen die Cloud.

Durch die nahtlose Verbindung mit der 3D-Experience Plattform adressiert Solidworks 2020 die kommenden Trends und Geschäftsanforderungen auf den globalen Märkten. Diese verlangen nach neuen Ebenen der Zusammenarbeit und Agilität, um Kunden neue Lösungen schneller und kostengünstiger bereitstellen zu können.

Höhere Performance beschleunigt Arbeitsabläufe

Dazu gehört auch eine höhere Performance der System. Das habe man ebenfalls umgesetzt. Wie Dassault Systèmes angibt, konnte die Systemleistung für die tägliche Arbeit laut verbessert werden, was die Arbeitsabläufe rationalisiert. Beispielsweise ist ein schnelleres Verschieben möglich, ohne dass sich die Ansicht ausblendet. Eine neue Funktion erlaubt außerdem auch sehr große Baugruppen mit einem Klick schnell zu öffnen.

Neuheiten in Solidworks 2020

Wichtige Verbesserungen in Solidworks 2020 im Überblick:

  • Detaillierungsmodus sowie Grafikbeschleunigung für Zeichnungen: Mit dem neuen Detaillierungsmodus sollen sich Zeichnungen in Sekundenschnelle öffnen und Anmerkungen in der Zeichnung hinzufügen und bearbeiten lassen. Der Detaillierungsmodus sei besonders praktisch, wenn Benutzer kleinere Änderungen an Zeichnungen großer Baugruppen oder Zeichnungen mit vielen Blättern, Konfigurationen oder ressourcenintensiven Ansichten vornehmen müssen.
  • „Flexible Komponenten“ ist eine neue Funktion, mit der Benutzer das gleiche Teil unter verschiedenen Bedingungen in derselben Baugruppe anzeigen können. So könnte beispielsweise die gleiche Feder zweimal in derselben Baugruppe vorkommen, jedoch unter zwei verschiedenen Bedingungen: komprimiert und nicht komprimiert. „Flexible Komponenten“ lässt sich für generell jedes Teil, das sich biegen lässt oder seinen Zustand ändern kann, verwenden (zum Beispiel Federn, Bälge, Scharniere und Dichtringe).
  • Verbesserungen an Solidworks PDM, Solidworks Electrical Connector und ein neuer Solidworks PCB Connector unterstützen laut Hersteller eine umfassende Elektronikkonstruktion und Datenverwaltung, einschließlich der sicheren Speicherung, Indexierung und Versionierung aller Benutzerdaten. Gleichzeitig wird eine engere Zusammenarbeit zwischen E-CAD- und M-CAD-Teams ermöglicht.
  • In der elektrische Konstruktion lassen sich nun auch flexible und starrflexible Leiterplatten erstellen.
  • Durch eine Schnellsuchleiste wurde das PDM benutzerfreundlicher gestaltet. Zudem vereinfache eine erhöhte Performance das Laden von Daten.
  • Simulationen können noch realistischere Ergebnisse liefern, weil nun beispielsweise in Flow Simulation auch ein Lüfter mit nur 70 % Performance berechnet werden kann.
  • AR- und VR-Ergebnisse lassen sich einfacher in Solidworks Viualize exportieren.
  • Um Konstruktionen einfacher für den 3D-Druck vorzubereiten, ist nun ein direktes Abspeichern im 3DMF-Format (Fertigungsformat) möglich.

Ebook zu Solidworks 2020 herunterladen

Mit Solidworks 2020 und dem Lösungsportfolio von 3D-Experience.Works bietet die 3D-Experience Plattform eine wachsende Anzahl von ineinandergreifenden und cloudbasierten Lösungen, um jeden Aspekt von der Konzeptentwicklung über die Konstruktion und Fertigung bis hin Lieferung von Produkten zu unterstützen. Mit den entsprechenden Lösungen können Anwender die Reibungsverluste in ihren Design-to-Manufacturing-Prozessen reduzieren, so der Hersteller. Hierzu zählen beispielsweise 3D Sculptor mit der Anwendung X-Shape (Modellierung von Unterbaugruppen), 3D Creator mit der Anwendung X-Design (parametrische Modellierung), 3D Component Designer (Datenverwaltung), Project Planner und Structural Professional Engineer (erweiterte Simulation). Die browserbasierte Software X-Shape – die dritte Neuheit der Solidworks World – ist nach X-Design die nächste „X-App“ von Solidworks, mit der Konstrukteure ohne auf einfache Weise Software für die Produktentwicklung nutzen können. Damit soll man Freiformflächen viel schnellere und flexiblere erstellen können als über die parametrische Oberflächenmodellierung.

Wie auf der Solidworks World 2019 Anfang des Jahres angekündigt, werden all diese cloudbasierten Lösungen Teil des 3D-Experience.Works Portfolios sein. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Breite der 3D-Experience Plattform mit der Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit von Solidworks zu verbinden.

Omax als Pilotanwender

„Omax setzt seit 2002 auf Solidworks und entwickelt damit alle Teile der schnellsten und präzisesten Wasserstrahlschneidmaschinen der Branche“, sagt Eric A. Beatty, Senior Mechanical Designer, Omax Corporation. „Mit Solidworks 2020 wird Omax seine Maschinen und Zubehörkomponenten weiterentwickeln und verbessern und dabei von der wegweisenden Leistung und Vernetzung profitieren, indem allen Beteiligten überall und auf jedem Gerät Zugang zum Wertschöpfungsprozess haben werden.“

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt