Automobilindustrie

Effizienz? Das können wir. Wandel müssen wir lernen!

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Das Fahrzeug als Hardware, die Software macht den (Preis-)Unterschied – Zukunftsmusik oder schon Realität?

Das kommt. Die Gesellschaft strebt nach Individualisierung. Wenn Sie nur noch die Hardware liefern, sind Sie nur noch Commodity. Nehmen Sie Ihr Handy, mit dem Sie unser Gespräch aufnehmen: Früher gab es bei den Marktführern 32 Modelle, heute gibt es bei Apple immer nur ein aktuelles Gerät – die Individualisierung geschieht über die Software ...

... Beispiele aus der Autobranche, bitte ...

Beim Mini können Sie schon seit Jahren die Innenbeleuchtung individuell wechseln. Navigationssysteme sind heute mit zusätzlichen Länderkarten schnell upgedatet. Kürzlich habe ich im MM meine Lieblingsschlagzeile gelesen: „Tesla liefert Update für automatisiertes Fahren aus.“ Schon in naher Zukunft können Sie die ganze Woche energiesparend fahren, aber für den Fahrspaß am Wochenende kaufen Sie sich per App ein paar PS dazu. Treiber anderer Innovationen sind zum Beispiel Amazon und DHL. Die arbeiten gemeinsam mit OEM an neuen Liefersystemen: 80 % aller Volkswagen in Wolfsburg stehen den ganzen Tag auf den Parkplätzen der Produktionsstätten. Wenn der Kunde DHL autorisiert, können Pakete direkt ins Auto geliefert werden und niemand muss mehr zuhause auf die Lieferung warten.

Innovation geschieht ja auch sonst nicht nur bei den OEM: Die deutsche Automobilindustrie investiert weltweit jährlich fast 30 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung. Wie ist dabei die „Kräfteverteilung“ zwischen OEM und Zulieferern?

Wir kennen die Budgets nicht. Aber die Automobilindustrie hat einen Zukaufanteil von 80 bis 95 % – da können Sie sich ausrechnen, dass im Zuliefermarkt ein höherer Anteil liegt.

Das heißt, die 1st- und 2nd-Tier-Zulieferer müssen essenzielle Technologietreiber sein, wenn sie die Herausforderungen mit ihrem Hauptabnehmer Automobilbau bestehen wollen?

Das sind sie doch heute schon: Conti hat Reifen mit einem geringeren Rollwiderstand entwickelt, die sind nicht wesentlich teurer, können aber den Verbrauch auf 100 Kilometern um bis zu zwei Liter verringern. Zwei Liter – darin steckt noch so viel Potenzial! Oder ein bekanntes Beispiel aus der Produktion: Bosch mit seiner Entwicklung zu positionsabhängigen Akkuschraubern, die je nach Arbeitsschritt das Drehmoment automatisch einstellen. Das erhöht nicht nur die Produktivität, sondern reduziert auch das Fehlerpotenzial – was bei Volumenherstellern natürlich erhebliche Bedeutung hat.

Welche Relevanz hat für die Automobilindustrie Industrie 4.0 beziehungsweise das Internet der Dinge? Gibt es schon Vorzeigbares, wie die „vierte industrielle Revolution“ im Automobilbau aussehen wird?

Sehr weit ist da beispielsweise BMW. Die setzen über ihre Forschungen zum vernetzten Fahrzeug viele Erkenntnisse auch gleich in der Produktion ein. Aber auch andere OEM sind auf einem sehr guten Weg ...

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