Spezialantriebe Eiger Express erklimmt Bergeshöhen mit ABB-Motoren

Redakteur: Peter Königsreuther

Die spektakuläre Schweizer Seilbahn Eiger Express führt zur Station Eigergletscher und ist der zweite Arm der V-Bahn. ABB hat – wie auch für die Bahn auf den Männlichen – die Antriebe beigesteuert.

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Die Schweizer Seilbahn Eiger Express erklimmt nun mit ABB-Antriebs-Know-how den Weg vom Grindelwald-Terminal zur Station Eigergletscher. Vier Elektromotoren mit je 500 Kilowatt Leistung packen das.
Die Schweizer Seilbahn Eiger Express erklimmt nun mit ABB-Antriebs-Know-how den Weg vom Grindelwald-Terminal zur Station Eigergletscher. Vier Elektromotoren mit je 500 Kilowatt Leistung packen das.
(Bild: Jungfraubahnen)

Der im Dezember letzten Jahres in Betrieb genommene Eiger Express beeindruckt durch das erlebbare Panorama und durch seine technischen Daten, sagt ABB. Denn die Gondeln rauschen mit einer Geschwindigkeit von 8 Meter pro Sekunde dahin, also knapp 29 Stundenkilometer. Üblich seien 6 Meter pro Sekunde. Das falle einem spätestens bei der rasanten Einfahrt in die Station Eigergletscher auf, wo die Gondel kontrolliert auf die Stationsgeschwindigkeit abgebremst wird. So legt die Bahn eine Fahrstrecke von knapp 6,5 Kilometer samt Höhendifferenz von 1.385 Meter in nur 15 Minuten zurück.

Die Antriebssysteme für diese sausende Seilbahn hat ABB geliefert. Darin stecken vier Elektromotoren mit einer Leistung von je 500 Kilowatt, jeweils angetrieben von einem rückspeisefähigen Frequenzumrichter vom Typ ACS880, heißt es. Für das sogenannte Garagieren, durch das die Gondeln bei Betriebsschluss vor Umwelteinflüssen geschützt werden, sind ebenfalls Dutzende Frequenzumrichter von ABB im Einsatz.

Die vier ABB-Motoren für den Seilbahnbetrieb des Eiger Express sind in zwei Paaren vor und hinter dem Getriebe installiert, wie hier zu sehen ist. Auch viele ABB-Frequenzumrichter sind im Rahmen dieses nun vollendeten Schweizer Generationenprojekts installiert.
Die vier ABB-Motoren für den Seilbahnbetrieb des Eiger Express sind in zwei Paaren vor und hinter dem Getriebe installiert, wie hier zu sehen ist. Auch viele ABB-Frequenzumrichter sind im Rahmen dieses nun vollendeten Schweizer Generationenprojekts installiert.
(Bild: Jungfraubahnen)

Sicher unterwegs bei Wind, Wetter und Antriebsteilausfall

Insgesamt 16 rückspeisefähige ABB-Umrichter sind auch noch für das Beschleunigen und Abbremsen der Gondeln bei der Berg- und Talstation installiert. Die dabei anfallende kinetische Bremsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt und dem Netz zurückgegeben. Bei einer voll besetzten Gondel lassen sich so jeweils rund 30 Wattstunden rekuperieren, sagt ABB. Die zurückgewonnene Bremsenergie bei einem Umlauf der 44 Gondeln – jeweils Berg- und Talstation – beziffert sich mit 2,5 Kilowattstunden. Das rechne sich mit Blick auf das gesamte Betriebsjahr.

Der Verfügbarkeit der Bahn komme die Auslegung mit den vier Paketen aus Motor und Frequenzumrichter entgegen, die in der Station Eigergletscher stehen. Auch wenn einer dieser Antriebsstränge ausfallen sollte, fahre der Eiger Express weiter. Allerdings mit einer etwas geringeren Geschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde – aber bei voller Auslastung. In den 44 Gondeln der Seilbahn können 2.200 Personen pro Stunde befördert werden. Der Eiger Express ist eine 3S-Bahn, welche die Vorteile einer Gondel- mit jener einer Pendelbahn zu einer kuppelbaren Umlaufbahn kombiniert, erklären die Schweizer. Die beiden Tragseile sorgen für eine hohe Stabilität auch bei starkem Wind. Das zahlt sich aus, denn schon bei der Jungfernfahrt blies der Föhn mit 100 Kilometern pro Stunde ins Tal. Die Dabeigewesenen berichten dennoch einhellig von einer sehr ruhigen Fahrt.

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