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MM Innovationstag 2018

Ein Leitfaden in die Digitalisierung

| Autor: Benedikt Hofmann

Der MM Innovationstag 2018 fand am 21. November in Garching bei München statt.
Der MM Innovationstag 2018 fand am 21. November in Garching bei München statt. (Bild: Hofmann/VCG)

Wer auch zukünftig wirtschaftlich arbeiten möchte, muss sich digitalisieren. Aber wie können kleine und mittlere Unternehmen das Schaffen? Dieser Frage widmete sich der MM Innovationstag 2018. In Workshops und Vorträgen wurden Best Practice aufgezeigt und Strategien erarbeitet, um den Wandel in Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 wird häufig von einer Disruption für das produzierende Gewerbe gesprochen. Sie bedeutet eine Veränderung der Arbeitsweisen, das Aufkommen völlig neuer Geschäftsmodelle und die durchgehende Digitalisierung des Betriebs. Für kleine und mittlere Unternehmen wirkt das schnell wie eine unüberwindbare Hürde. Dass dem nicht so ist und auch kleinere Unternehmen besser heute als morgen mit der Digitalisierung beginnen sollten, zeigte der MM Innovationstag 2018 im Makerspace in Garching bei München.

Konkrete Erfahrungswerte und Tipps aus erster Hand

Rund 65 Teilnehmer, acht ausstellende Unternehmen und 12 Referenten waren am 21. November in das Makerspace, eine offene Prototypenwerkstatt der TU München, um über die ersten Schritte in Richtung digitalisierte Produktion zu sprechen. Dabei wurden Interaktion und Austausch groß geschrieben. Neben klassischen Vorträgen boten Feedbackrunden und Workshops Anregungen und Hilfestellungen für eine praktische Umsetzung der behandelten Themen. Den Anfang machten zwei Leuchtturm-Projekte, die zeigten, wie Unternehmen bereits heute von der Digitalisierung profitieren. Wilhelm Mauss, Geschäftsführer der Lorenz GmbH & Co. KG, einem Spezialisten für Durchflussmessung, zeigte, wie sein Unternehmen in einer smarten Fabrik intelligente Messgeräte produziert. Dabei betonte er, dass es bei einem solchen Vorhaben besonders wichtig ist, zuerst die benötigte Software zu entwickeln und erst in einem zweiten Schritt die Hardware zu installieren. Ein weiteres Ziel seines Projekts war, die Sensoren möglichst komplett wiederverwerten zu können. Das hatte ökologische Gründe, bietet dem Unternehmen vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise aber auch monetäre Vorteile. Heute können die Zähler von Lorenz zu 100 % wiederverwertet werden.

Zusammenarbeit und Austausch standen im Mittelpunkt

In einem weitere Best Practice erklärte Rüdiger Sonntag, Geschäftsführer von RS Consulting, wie die RF Plast GmbH, ein mittelständisches

Unternehmen der Kunststoffverarbeitung, ihre Produktion intelligent gemacht hat. Dabei hob er verschiedene Punkte heraus, die gerade für kleinere Unternehmen wichtig sind:

  • zeitnahe Standardisierung
  • Wiederverwendung von Anlagen
  • Datenspeicherung zur Nachverfolgbarkeit
  • Zentrale Einstellung von Maschineneinstelldaten

Anschließend wurden die beiden Projekte von den Digitalisierungsexperten Dr. Andres Gallasch, Geschäftsführer der Software Factory GmbH, und Johann Hofmann, Founder und Venture Architect von Value Facturing bei der Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, für die Teilnehmer eingeordnet und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Ein weiteres zentrales Element der Veranstaltung waren verschiedene Workshops, in denen Teilnehmer, Referenten und Aussteller gemeinsam Lösungen für Problemstellungen der Digitalisierung suchten. Dabei standen die Themen Digital Manufacturing, Arbeit 4.0 und Stammdaten zur Auswahl und konnten je nach Interesse belegt werden.

Unter Anleitung erfahrener Experten definierten die Gruppenmitglieder gemeinsam die wichtigsten Themen, skizzierten die größten Herausforderungen und entwarfen Handlungsanweisungen. Dies geschah im offenen Austausch und im Zeichen einer gemeinsamen Lösungsfindung.

Weg vom Konzept hin zur tatsächlichen Umsetzung

Auch in den klassischen Vorträgen standen praxisnahe Informationen für KMU im Mittelpunkt. So betonte Raimund Schlotmann, Geschäftsführer der Procad GmbH & Co. KG, dass es im Zuge der Digitalisierung auch darauf ankommt, die eigene Value Proposition – also den Nutzen des eigenen Unternehmens und der Produkte für die Kunden – zu überprüfen. Mit dem Aufkommen neuer Technologien und Geschäftsmodelle kann es dem Experten zufolge in diesem Bereich schnell zu Veränderungen kommen.

Jens Delventhal, Program Lead Smart Factory bei der Connyun GmbH, ging unter anderem auf das Konzept des Design Thinking ein, das ein guter Startpunkt sein kann, um das eigene Unternehmen in die vierte industrielle Revolution zu führen. Außerdem plädierte er dafür, dass cloud-basierte Lösungen deutlich besser und vor allem sicherer sind, als ihr Ruf, und ebenfalls einen guten Einsteig in die Digitalisierung darstellen.

Wie eine vernetzte Produktion dann aussehen kann, zeigte Jörg Naffin vom Montagedienstleister WS-System GmbH. Sein Unternehmen hat die Produktion komplett vernetzt und setzt unter anderem Cobots und Datenbrillen ein. So konnte die Effizienz deutlich gesteigert werden, wie Naffin betonte.

Am Ende des Tages hatten sich die Besucher in der Kombination der verschiedenen Formate und Informationen einen persönlichen Leitfaden in ihre Digitalisierung erarbeitet. Dieser soll sie dabei Unterstützen, die ersten Schritte in Richtung Industrie 4.0 zu gehen.

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