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Zerspanung

Einsparungen durch optimierte und nachhaltige Prozessketten

| Autor: Annedore Bose-Munde

Mit einem Neubau wird Profiroll die Kapazitäten für die Werkzeugfertigung erweitern und den Fokus auf nachhaltige Prozessketten legen.
Mit einem Neubau wird Profiroll die Kapazitäten für die Werkzeugfertigung erweitern und den Fokus auf nachhaltige Prozessketten legen. (Bild: Profiroll)

Mit einem Hallenneubau erweitert die Profiroll Technologies GmbH die Kapazitäten für die Werkzeugfertigung. Auf 2400 m² werden zukünftig Werkzeuge zum Kaltwalzen spanend bearbeitet.

Neben zeit- und wegoptimierten Prozessketten wurde besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeitsaspekte gelegt. Auf Grund der Vielzahl der Schleifmaschinen, die für die Hartfeinbearbeitung im Einsatz sein werden, wurde in ein neues zentrales Kühlsystem investiert. Dieses soll zukünftig die an jeder Schleifmaschine befindlichen lokalen Systeme ersetzen. "Kalkulationen weisen allein durch den durch die Baugröße bedingten, um 65 % höheren Wirkungsgrad des Kühlsystems eine Einsparung von 315.000 kg CO2 pro Jahr aus", heißt es von Profiroll.

Die industriell bedingte Abwärme von Kompressoren wird perspektivisch zur Drucklufterzeugung genutzt, um das Nutz- und Duschwasser der Belegschaft auf 60°C zu erhitzen. Die birgt eine Einsparung von 22.000 kg CO2 pro Jahr.

Brunnenwasser für Klimatisierung nutzen

Unter dem Unternehmen befindet sich ein artesischer Brunnen mit einer Förderleistung von 36 m³ Wasser pro Stunde. Dieses Brunnenwasser wird zukünftig auch in der neuen Werkzeugfertigung genutzt, um ein für die Mitarbeiter angenehmes Klima – im Winter erhitzend, im Sommer kühlend - zu erzeugen und durch eine konstante Temperatur in der Fertigung gleichzeitig Präzision im Höchstmaß gewährleisten. Erwartete Ersparnis gegenüber einer technischen Klimakontrolle: 304.200 kg CO2 pro Jahr.

Nichtsdestotrotz ist die Produktivität das Maß, an dem sich der Neubau messen lassen muss. Durch die Straffung der Betriebsabläufe und vor allem durch die räumliche Nähe von aufeinander folgenden Prozessen wird eine kürzere Durchlaufzeit für die Kunden realisiert werden. Dabei ist gegenüber streng linearen Prozessabläufen bei anderen Produkten vor allem ein Einfluss wichtig: Bei Kaltwalzwerkzeugen hat ein Kunde bis zu zehn Nachschliffstufen.

Passgenaues Beschickungskonzept minimiert Engpässe

Das bedeutet, dass ein Werkzeug am Standmengenende für geringere Kosten nachgearbeitet werden kann als ein Neuwerkzeug. Dies wird erreicht, indem das Werkzeug bei seiner Herstellung durchgehärtet wird, so dass bei jedem Nachschliff ausschließlich eine Hartfeinbearbeitung notwendig wird, ohne erneute Wärmebehandlung. So erklärt sich auch das Verhältnis von 1/3 Neuwerkzeuge gegenüber 2/3 Nachschleifwerkzeuge bei Profiroll.

Für die Fertigungsplanung bedeutet das jedoch eine Herausforderung: Wenn mitten im regulären Prozessablauf von Neuwerkzeugen plötzlich Werkzeuge als Nachschleifer eingeführt werden, kann dies zu einer Stauung vor bestimmten Prozessen führen können. Ein passgenaues Beschickungskonzept der Schleifmaschinen wird diesen Engpass in der neuen Fertigungshalle eliminieren.

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