Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Automatisierung ohne Schutzzäune

Einzigartiger Bewegungsmelder lässt den Roboter gehorchen

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Bislang einzigartiger Prototyp im Volkswagen Konzern: Mensch und Industrieroboter arbeiten ohne starre Schutzzäune zusammen. Ein Mensch kann in unmittelbarer Nähe zu einem Industrieroboter arbeiten – vollkommen sicher und ohne, dass eine festinstallierte Schutzwand beide trennt. Möglich machen das hochmoderne Laser-Sicherheitsscanner.
Bislang einzigartiger Prototyp im Volkswagen Konzern: Mensch und Industrieroboter arbeiten ohne starre Schutzzäune zusammen. Ein Mensch kann in unmittelbarer Nähe zu einem Industrieroboter arbeiten – vollkommen sicher und ohne, dass eine festinstallierte Schutzwand beide trennt. Möglich machen das hochmoderne Laser-Sicherheitsscanner. (Bild: Volkswagen)

Im Volkswagen Konzern ermöglicht ein Laser-Sicherheitsscanner die Annäherung an einen Roboter ganz ohne festinstallierter Schutzwand.

Was Volkswagen hier zeigt, heißt unter Experten „Automatisierung ohne Schutzzäune“: Im Hintergrund bewegt sich ein Industrieroboter, im Vordergrund leuchtet ein Lichtmuster mit grünen, gelben und roten Kacheln. Konzern-Mitarbeiter Karl-Heinz Häfner läuft selbstbewusst auf den Roboter zu, noch ist er in der grünen Zone. Sobald er das erste gelbe Feld mit dem Fuß berührt, verlangsamt der Roboter seine Bewegungen. Als er mit seiner Fußspitze in die roten Felder tippt, stoppt der Roboter abrupt ab. Zieht Häfner den Fuß wieder zurück, startet der Roboter seine Bewegung neu.

Sicher auch ohne Schutzwand

Was hier gezeigt wird, ist bislang einzigartig im Volkswagen Konzern: Ein Mensch kann in unmittelbarer Nähe zu einem Industrieroboter arbeiten – ohne, dass beide von einer festinstallierten Schutzwand getrennt werden – und das vollkommen sicher. Möglich machen das Laser-Sicherheitsscanner, die Bewegungen des Mitarbeiters sicher erkennen. Ein Projektor zeigt dem Mitarbeiter farblich leuchtend die dynamischen Schutzfelder an. Eine übergeordnete Steuerung stimmt die Bewegungen des Roboters auf die des Menschen ab, verlangsamt und stoppt den Roboter, sobald der Mensch in die entsprechenden Schutzbereiche tritt.

Dr. Martin Gallinger verantwortet die Weiterentwicklung von Roboter-Anwendungen in der Volkswagen Konzern-Produktion und erklärt, warum die dynamischen Schutzfelder wichtig für die Produktion der Zukunft sind: „Das Thema Mensch-Roboter-Kooperation ist derzeit in aller Munde. Bislang ging es dabei vor allem um die Zusammenarbeit mit Leichtbau-Robotern. Nun wollen wir auch Industrie-Roboter fit dafür machen. Das kann die Arbeit vieler Mitarbeiter vereinfachen, denn die großen Industrie-Roboter können viel schwerere Teile heben und beispielsweise den Mitarbeitern anreichen.“ So können Industrie-Roboter künftig Mitarbeiter aktiv unterstützen und entlasten. Ein weiterer Vorteil: Auch bereits existierende Roboter können für die Zusammenarbeit mit dem Menschen befähigt werden, das spart Anschaffungskosten.

Sicherheit hat Prio 1

„Bei all den Vorteilen dieser neuen Form der Zusammenarbeit hat ein Thema für uns jedoch höchste Priorität: die Sicherheit“, betont Gallinger. Dafür sorgen hochmoderne, interaktive Schutzfelder. Zu Testzwecken hat das Team um Gallinger gemeinsam mit den Partnern Kuka AG, Keyence Deutschland GmbH und Fraunhofer-IFFFraunhofer-IFF einen serienfähigen Prototypen aufgebaut. Über Farben erkennt der Mitarbeiter einfach und deutlich, in welchem Bereich er sich ohne Einfluss auf den Roboter bewegen kann (grün). Die Sicherheitszonen werden mit der Roboterbewegung dynamisch angepasst. Arbeitet der Roboter beispielsweise im hinteren Bereich und weiter von der Position des Menschen entfernt, verschieben sich die grünen, gelben und roten Felder entsprechend. Befindet sich der Mensch in der gelben Zone, wird die Roboterbewegung stark gebremst, im roten Bereich sofort gestoppt. Damit ist für die Mitarbeiter jederzeit absolute Sicherheit und Klarheit über die Sicherheitszone gewährleistet.

Der realisierte Prototyp zeigt die technische Machbarkeit einer neuen Form der Zusammenarbeit und ein komplett neues Sicherheitskonzept: „Im nächsten Schritt werden wir den Prototypen gemeinsam mit unseren Projektpartnern, Arbeitssicherheits-Experten und Produktions-Mitarbeitern intensiv testen und optimieren. Mit ihrem Feedback wollen wir das System gemeinsam zur vollen Serien-Tauglichkeit weiterentwickeln“, so Gallinger.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45121861 / Montage/Handhabung/Robotik)

Themen-Newsletter Automatisierung abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

VW eröffnet 3D-Druck-Zentrum mit HP-Maschine

3D-Metalldruck

VW eröffnet 3D-Druck-Zentrum mit HP-Maschine

07.01.19 - Der Werkzeugbau von Volkswagen erweitert sein Geschäftsfeld in Wolfsburg um ein 3D-Druck-Zentrum. Zu dem im Konzern verwendeten SLM-Verfahren gesellt sich die neue HP-Technik. lesen

Rodeln auf Rädern

Bremsen

Rodeln auf Rädern

08.01.19 - Rodeln ohne Schnee? Diesen Freizeitspaß will die Pistenbock GmbH mit dem Pistenbock-Cross ermöglichen. Hochwertige Komponenten wie die Rotationsbremsen von ACE Stoßdämpfer helfen, unerwartete Lenkeinschläge zu dämpfen und den Lenkverlauf insgesamt zugunsten von Fahrkomfort und Sicherheit zu glätten. lesen

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

Datenspeicherung – verteilte Netzwerke

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

16.01.19 - Was ist Blockchain-Technologie und was kann die Blockchain überhaupt? Hier erfahren Sie, was Sie zum Thema wissen müssen – die Grundlagen, die Funktionsweise und die Anwendungsbereiche von Blockchain einfach erklärt auf MM LOGISTIK! lesen