Ringwalzanlage Elektrische Antriebstechnik aus einem Guss

Autor / Redakteur: Rolf Ludwig, Stefan Femers und Markus Büttner / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Eine komplette Antriebslösung wird demnächst in einer Ringwalzanlage in Russland dafür sorgen, dass qualitativ hochwertige Ringe bis zu Durchmessern von 4 m produzieren werden können. Alle elektrischen und mechanischen Bestandteile der Anlage sind aufeinander abgestimmt.

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Eine runde Sache: Die erste Ringwalzanlage von Siempelkamp in Krefeld bedient sich einer Antriebstechnik „aus einem Guss“. Dadurch sind alle Teile der gesamten elektrischen und mechanischen Ausrüstung aufeinander abgestimmt.
Eine runde Sache: Die erste Ringwalzanlage von Siempelkamp in Krefeld bedient sich einer Antriebstechnik „aus einem Guss“. Dadurch sind alle Teile der gesamten elektrischen und mechanischen Ausrüstung aufeinander abgestimmt.
(Bild: Siempelkamp)

Schwerer Maschinenbau hebt sich allein schon durch seine robuste Engineering-Umgebung und die gigantischen Dimensionen der Maschinen von der normalen Industriewelt deutlich ab. Für die Siempelkamp-Gruppe in Krefeld mit über 3000 Mitarbeitern und einem Gruppenumsatz in der Größenordnung von 718,4 Mio. Euro (2013) ist dies jedoch Alltag. Dabei kommen häufig Innovationen „made in Germany“ zum praktischen Einsatz, was inzwischen viele Anwender auf der ganzen Welt zu schätzen wissen.

So auch die international tätige JSC Metallurgical Plant Electrostal, die für ihr Werk in Russland bereits eine 20.000-t-Präzisions-Gesenkschmiedepresse von Siempelkamp erhalten hat. Um die eigene Fertigungstiefe weiter erhöhen zu können, bestellten die Russen bei dem Traditionsunternehmen mit über 130-jähriger Firmengeschichte eine zusätzliche Ringwalzanlage zur Herstellung von Präzisionsringen aus Stahl und Sonderwerkstoffen wie Nickelbasis-, Titan- und Aluminiumlegierungen für die Luft- und Raumfahrt.

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„Wir sind als Systemlieferant bekannt, der bevorzugt alles aus einer Hand liefert“, erklärt Dr. Joachim Martin, Siempelkamp-Geschäftsführer Technik: „Auf Wunsch unseres Kunden haben wir deshalb unsere erste Ringwalzanlage gebaut, in die eine Vielzahl an modernen und innovativen Entwicklungen sowie Ideen eingeflossen sind.“

Optimiertes Gesamtsystem bringt Vorteile

Vor allem bei der elektrotechnischen Ausrüstung und bei der elektrischen Antriebstechnik war den Projektverantwortlichen eine durchgehende Systemlösung der Antriebskomponenten besonders wichtig. In erster Linie ging es hier neben der Leistungsfähigkeit und Präzision der Antriebe um eine sehr hohe Verfügbarkeit und Lebensdauer der Komponenten. „Aus diesem Grund entschieden wir uns für Siemens als Komplettlieferanten für die gesamten Antriebskomponenten: vom Elektromotor über die Kupplung und das Getriebe bis hin zum Frequenzumrichter sowie den Controller“, berichtet Dipl.-Ing. Pedro Robles-Malagrino, Projektmanager Automatisierung bei Siempelkamp in Krefeld.

Das Entwicklungsteam nutzte dabei das durchgehende Produktportfolio Integrated Drive Systems von Siemens, bei dem der komplette Antriebsstrang perfekt aufeinander abgestimmt und optimal in die gesamte Automatisierungsarchitektur integriert ist (siehe Infokasten ). Ein wesentlicher Vorteil dabei ist, dass damit die Verfügbarkeit bis auf 98 % gesteigert werden kann. Auch die Servicekosten lassen sich damit um bis zu 15 % verringern.

„Diese Werte decken sich deutlich mit unseren Anforderungen, die wir bei der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb der neuen Ringwalzanlage definiert haben“, betont Pedro Robles-Malagrino.

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