Tausende weniger Evonik plant massive Entlassungen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Der Spezialchemiekonzern Evonik baut sich neu auf. Das hat leider zur Folge, dass die Belegschaft weiter deutlich verringert werden soll ...

Entlassungen bei Evonik! Der Spezialchemiekonzern greift im Rahmen seiner Umbaustrategie auch auf den Stellenabbau zurück. Bis Ende des Jahres sollen rund 3.000 Jobs wegfallen und ab 2027 stehen nochmals ähnlich viele auf der Kippe ...(Bild:  Evonik)
Entlassungen bei Evonik! Der Spezialchemiekonzern greift im Rahmen seiner Umbaustrategie auch auf den Stellenabbau zurück. Bis Ende des Jahres sollen rund 3.000 Jobs wegfallen und ab 2027 stehen nochmals ähnlich viele auf der Kippe ...
(Bild: Evonik)

Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach, so der Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann, im Rahmen einer offiziellen Mitteilung. Zugleich wird der internationale Wettbewerb immer härter, heißt es weiter. Vorstand und Sozialpartner haben sich angesichts dieser Lage auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen werden, wie man aus Essen erfährt. Dazu zähle auch ein weiterer Stellenabbau. Deshalb sollen von 2027 bis Ende

2029 insgesamt rund 3.200 Arbeitsplätze wegfallen – das Gros, nämlich 2.150 betrifft Deutschland. Evonik verspreche sich mehr Chancen für die Zukunft durch Digitalisierung und Outsourcing. Auch sollen gegebenenfalls Teile der Verwaltung ins Ausland verlagert werden, was derzeit geprüft werde. Gut 2.800 Stellen sollen sowieso schon bis Ende des Jahres wegfallen, was am laufenden Spar- und Effizienzprogramm liege. Die Details dazu sollen nächste Woche ausgearbeitet werden.

Evonik stellt das Geschäft mit Polyester komplett ein

Auch kündigte Evonik an, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Das Geschäftsfeld sei seit Jahren nicht mehr profitabel. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten soll im Zuge dessen 2027 geschlossen werden. Am Standort Marl sollen 45 Stellen wegfallen. In der Produktionsanlage im chinesischen Shanghai 35 Stellen. Evonik-Chef Kullmann baut den Konzern schon seit Jahren um, um ihn robuster aufzustellen und um in zukunftsträchtigere Geschäftsfelder zu expandieren. Von Massengeschäften verabschieden sich die Essener deshalb, weswegen noch weitere Verkäufe angestrebt werden. Es geht etwa um die Trennung vom Geschäft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials an, zu der außer dem bereits verkauften Superabsorberbereich auch der C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien zählt.

Flachere Hierarchien und einfachere Struktur bei Evonik

Und um die Komplexität zu reduzieren und die Hierarchien flacher zu gestalten, bündelte Evonik die Chemiegeschäfte in die zwei Sparten Custom Solutions und Advanced Technologies. Der Umbau wirkte sich sogar auch auf den Vorstand und auf das Management aus. Denn die, wie es heißt, beiden tragenden Säulen von Evonik übernahmen im Vorstand vor gut einem Jahr die Amerikanerin Lauren Kjeldsen und die Französin Claudine Mollenkopf. Das Segment Custom Solutions steht etwa für Produkte für die Kosmetik- und Pharmaindustrie. Der Bereich soll auch in Nischenmärkten aktiv sein und dort Spezielles für Kunden entwickeln. Im Segment Advanced Technologies werden unter anderem Hochleistungs-Kunststoffe und Wasserstoffperoxid sowie Ergänzungsmittel für Tiernahrung produziert. Die Gewerkschaft IGBCE nannte die angekündigten Einschnitte einen harten Schlag für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

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