Logistikdrehscheibe Kasachstan lässt Europa und Asien enger zusammenrücken

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

Das größtenteils in Zentralasien gelegene riesige Kasachstan baut seine Verkehrsinfrastruktur mit Hochdruck aus. Ziel ist es, den Warenverkehr entlang des sogenannten Mittleren Korridors zwischen Europa und Asien effizienter und leistungsfähiger zu machen.

Neue Infrastrukturprojekte in Kasachstan sollen Europa und Asien auf dem sogenannten Mittleren Korridor enger zusammenrücken lassen.(Bild:  The Astana Times)
Neue Infrastrukturprojekte in Kasachstan sollen Europa und Asien auf dem sogenannten Mittleren Korridor enger zusammenrücken lassen.
(Bild: The Astana Times)

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajev hat jüngst mehrere Großprojekte angestoßen, mit deren Hilfe Kasachstan seine Rolle als zentrale Logistikdrehscheibe zwischen Europa und Asien ausbauen will. Im Mittelpunkt steht der Bau der rund 800 Kilometer langen Fernstraße Beineu–Saksaulsk. Sie soll die Transitstrecke zwischen China und Europa nach Angaben der Regierung um rund 1.000 Kilometer verkürzen und die Transportzeiten deutlich reduzieren. Ergänzt wird das Vorhaben durch Investitionen in das Schienennetz, moderne Grenzübergänge sowie neue Logistik- und Umschlagzentren. Die geografische Lage Kasachstans soll, wie es heißt, künftig noch stärker als wirtschaftlicher Standortvorteil genutzt werden.

Unser Ziel ist es, Kasachstan zu einem der führenden Logistikzentren Eurasiens zu machen.

Kassym-Schomart Tokajew

Die Bedeutung des Mittleren Korridors reicht dabei weit über Zentralasien hinaus. Die Route verbindet Europa über Kasachstan, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit Asien und entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Ergänzung bestehender Handelswege. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und der Suche nach widerstandsfähigeren Lieferketten gewinnt sie auch für europäische Unternehmen an Bedeutung.

Kann Deutschland davon profitieren?

Für Deutschland eröffnet dies neue Perspektiven. Industrie, Maschinenbau, Automobilhersteller, Chemieunternehmen, Logistikdienstleister und der Handel könnten von schnelleren und resilienteren Transportwegen zwischen Europa und Asien profitieren. Auch für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen, etwa für die Batterie-, Halbleiter- und die Energiewirtschaft, gewinnt der Korridor an strategischer Bedeutung. Die Bundesregierung und die Europäische Union verfolgen den Ausbau der Verbindung deshalb mit wachsendem Interesse, wie es heißt.

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