Leichtbau

Expandiertes Polypropylen führt zum Leichtbau von Klimaanlagen

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Die Formteile sind als modularer Bausatz so ausgelegt, dass sie das Montagegerüst für alle Anlagentypen bilden und dennoch die Anlagenkomponenten leicht zugänglich machen (Bild 2). Für den Anlagenservice hat dies Vorteile.

Leichtbau-Klimaanlage unterstützt auch vereinfachte Wartung

Das haben bereits nicht nur Bushersteller erkannt, sondern auch Busbetreiber. Schon seit einiger Zeit fordern sie vehement niedrigere Unterhaltskosten. Laut Konvekta liegt die UL-Serie aufgrund der EPP-Konstruktion in Sachen Lifecycle-Costs voll im Trend.

Die Entscheidung für expandiertes Polypropylen als Leichtbauwerkstoff hat das Gewicht einer kompletten Klimaanlage drastisch reduziert. Es liegt bis zu 76 kg unter dem üblicher Klimaanlagen für Busse mit gleicher Leistung. Diese Gewichtsreduzierung vermindert spürbar den Treibstoffverbrauch sowie den CO2-Ausstoß der Busse.

Sie trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei. Außerdem sind die Geräte aufgrund der guten Schalldämmungseigenschaften angenehm leise. Alle aus expandiertem Polypropylen hergestellten Formteile lassen sich vollständig recyceln.

Hohes Rückstellvermögen zur Fixierung der einzelnen Anlagenkomponenten

Der Werkstoff EPP ähnelt im Aussehen dem bekannten Polystyrol. Er ist jedoch elastischer – mit hohem Rückstellvermögen zur Fixierung der einzelnen Anlagenkomponenten. Charakteristisch für den Partikelschaum ist die erhöhte Temperaturbeständigkeit. Das ist bedeutsam, wenn man sich die Einsatztemperaturen für Busklimaanlagen in Erinnerung ruft.

Diese Temperaturbeständigkeit kommt auch bei anderen Anwendungen zum Tragen. Zu den jüngsten Entwicklungen gehört zum Beispiel das aktive Isolierprodukt Novaetherm.

Diese Entwicklung besteht aus expandiertem Polypropylen und einer elektrisch beheizbaren Lack- oder Folienschicht. Die spezifische Wärmeleistung des geschäumten Kunststoffs beträgt etwa 0,2 W/cm². Die leitende Beschichtung ist 50 bis 200 µm dick und wird mit einer Spannung bis zu 48 VDC versorgt. Sie lässt sich direkt aus Akkumulatoren oder von PV-Elementen ohne notwendige Wechselrichter mit elektrischer Energie versorgen.

Expandiertes Polypropylen auch zur aktiven Wärmeisolierung

Dieses Produkt wurde in Zusammenarbeit mit der Future-Carbon GmbH, Bayreuth, entwickelt, einem Hersteller und Veredler von Kohlenstoff-Nanomaterialien. Es lässt sich als Formteil zur Wärmeisolierung geometrisch unterschiedlicher Systeme verwenden. Nach außen wird isoliert, nach innen führt die Entwicklung dem System Wärme zu.

Versuche zeigen, dass die „aktive Isolierung“ reif für die Serienumsetzung ist: als hocheffizientes Leichtbausystem für die Bereiche Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, aber auch für unterschiedliche Gerätekonzeptionen. Eine potenzielle Anwendung könnte die Beheizung des Zuluftrohrs für eine Raumbelüftung sein.

* Alexander Maier ist Produktmanager für das Chassiskonzept Novaplex bei der Ruch Novaplast GmbH + Co. KG in 77704 Oberkirch

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