IKT Stuttgart Experten-Duo entwickelt Recyclingverfahren für Altpulver aus SLS-Prozess

Redakteur: Peter Königsreuther

Viel wird über additive Methoden gelobt und berichtet – doch hat sich noch keiner gefragt, ob es gewisse Nachteile gibt? Laut IKT wird beim selektiven Lasersintern von Kunststoffpulver etwa nur rund 30 % des Materials genutzt. Diesem Problem will man jetzt zusammen mit der Visiotech GmbH den Wind aus den Segeln nehmen.

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Beim selektiven Lasersintern von Kunststoffpulver wurde bisher nur rund 30 % des eingesetzten Materials ausgenutzt, wie das IKT aus Stuttgart erklärt. Durch pfiffiges Altpulverrecycling, kann dieser, die Materialeffizienz fesselnde, „Gordische Knoten“ zumindest deutlich gelockert werden.
Beim selektiven Lasersintern von Kunststoffpulver wurde bisher nur rund 30 % des eingesetzten Materials ausgenutzt, wie das IKT aus Stuttgart erklärt. Durch pfiffiges Altpulverrecycling, kann dieser, die Materialeffizienz fesselnde, „Gordische Knoten“ zumindest deutlich gelockert werden.
(Bild: Huchthausen)

Das Institut für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart und die Visiotech GmbH forschen an der Entwicklung einer neuen Recyclingtechnologie zur Regenerierung von Polyamid 12 (PA12)-Altpulver, um es wieder für das selektive Lasersintern (SLS) gebrauchsfähig zu machen, wie es heißt. Gefördert werde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Das ist die Wahrheit - zumindest momentan

Das selektive Lasersintern (SLS) von Kunststoffbauteilen hat sich unter den generativen Fertigungsverfahren in den letzten Jahren als eines der wesentlichen etabliert, so das IKT. Die Materialausnutzung für die Bauteilherstellung liege jedoch bislang bei maximal 30 %. Eine Wiederverwendung des PA12-Altpulvers in weiteren Prozesszyklen ist aufgrund von Materialalterungsprozessen jedoch bisher nur begrenzt möglich gewesen und erfordert eine Beimischung von teurem Neupulver, wie es weiter heißt.

In-situ-Regeneration durch Beschichtung

Die Wirtschaftlichkeit der SLS-Fertigung ist folglich vom Umfang der Wiederverwendbarkeit des PA12-Altpulvers abhängig, betonen die Forscher. Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens sei es, ein Recyclingverfahren für PA12-Altpulver zu entwickeln, bei dem, wie es heißt, durch Beschichten der Pulverpartikel eine In-situ-Regeneration während des SLS-Prozess stattfindet. Im Vordergrund stünden vor allem die Optimierung einer Beschichtungsrezeptur und die Konzeptionierung einer geeigneten Anlagentechnik.

Weitere Forschungsschwerpunkte

Die Herstellung hochwertiger Kunststoffbauteile aus Recycling-PA12-Pulver mittels SLS und deren Evaluierung durchzuführen, stellen laut IKT weitere wichtige Forschungsschwerpunkt dar. Die mehrfache Wiederverwendung von Recycling-PA12-Pulver und die dadurch bedingte Kostensenkung der SLS-Fertigung soll außerdem die Erschließung neuer Märkte ermöglichen. MM

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