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Kunststoff und Umwelt

Experten warnen vor Pauschalkritik an PET-Flaschen

| Redakteur: Peter Königsreuther

Viele verurteilen heute Kunststoffe, ohne sich die günstige Ökobilanz im Vergleich zu üblichen Werkstoffen klar machen zu wollen. Jetzt droht auch der PET-Flasche eine Hexenjagd. Lesen Sie hier, was Sache ist.

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Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., nimmt Stellung: „Mit der Ökobilanz der Saft- und Milchflaschen setzt sich die PET-Industrie kritisch auseinander. Denn um die Haltbarkeit dieser Produkte zu gewährleisten, braucht es teilweise zusätzliche Barriereschichten bei der Flaschenherstellung, die aber das Recycling erschweren.
Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., nimmt Stellung: „Mit der Ökobilanz der Saft- und Milchflaschen setzt sich die PET-Industrie kritisch auseinander. Denn um die Haltbarkeit dieser Produkte zu gewährleisten, braucht es teilweise zusätzliche Barriereschichten bei der Flaschenherstellung, die aber das Recycling erschweren.
(Bild: Fabry)

PET-Getränkeflaschen kommen dem Bedarf nach umweltschonenden Verpackungslösungen bereits heute nach, heißt es. Die bepfandeten PET-Einwegflaschen für Wasser, Erfrischungsgetränke und andere Getränke sind nachgewiesenermaßen eine nachhaltige Alternative zu Glas-Mehrweg-Verpackungen, so die Experten von der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.. Die Getränkeindustrie entwickele außerdem bereits effektive Lösungen, um die Herausforderungen, die unbepfandete PET-Flaschen für Saft und Milch ins Feld führen, zu meistern. Neue Untersuchungen des anerkannten ifeu-Instituts dazu sollten aus diesem Grund nicht zu einer Pauschalverurteilung von PET-Flaschen führen, mahnt die IK.

PET-Flaschen haben eine herausragende Ökobilanz

„Die neuen Erkenntnisse des ifeu-Instituts spielen für den Großteil der PET-Getränkeflaschen überhaupt keine Rolle, denn sie beziehen sich ausschließlich auf die Getränkesegmente Saft und Milch und können nicht auf andere Marktsegmente übertragen werden“, betont Benedikt Kauertz, der die aktuelle Ökobilanz am ifeu-Institut geleitet hat.

Das Forum PET in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. warnt daher vor einer Pauschalkritik an bereits heute nachhaltigen Getränkeverpackungen aus PET. Während sich die neue ifeu-Studie einzig auf die unbepfandeten Getränkesegmente Saft und Milch beziehe, seien heute neun von zehn PET-Einwegflaschen Pfandflaschen. Der große Markt der Pfandflaschen für Mineralwasser, Softdrinks und andere Getränke ist von den Ergebnissen der Ökobilanz nicht betroffen, heißt es. Hinzu kommt der Bereich der PET-Mehrwegflaschen, die in Ökobilanzen regelmäßig als besonders umweltfreundliches Gebinde herausragen, unterstreicht die IK.

Materialeffiziente PET-Flaschen im Wertstoffkreislauf

Bereits heute werden 97 % der bepfandeten PET-Einwegflaschen laut der GVM-Studie 2018 recycelt. Das ifeu-Institut stellte schon 2010 in der letzten veröffentlichten Ökobilanz der Getränkeverpackungen für Wasser und kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke fest, dass die marktbeherrschende 1,5-l-Einwegflasche für Mineralwasser aus PET mit Glas-Mehrwegflaschen quasi auf Augenhöhe liegt. Seitdem konnte man das Gewicht von Einwegflaschen nochmals deutlich verringern und der Einsatz von recyceltem PET-Material ist sukzessive gestiegen. Beide Maßnahmen verbessern die Ökobilanz von PET-Flaschen weiter, so die IK.

Mögliche Probleme verursacht nur die Anwendung

Mit der Ökobilanz der Saft- und Milchflaschen setzt sich die PET-Industrie deshalb kritisch auseinander. „Um die Haltbarkeit dieser Produkte zu gewährleisten, ist es teilweise notwendig, zusätzliche Barrierematerialien bei der Flaschenherstellung zu verwenden, die das Recycling erschweren“, erläutert Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., zu einem der Gründe, warum man PET-Flaschen für verschiedene Getränke auch unterschiedlich betrachten sollte. Die Industrie habe aber bereits recyclingfreundlichere Lösungen entwickelt und an den Markt gebracht. Dadurch nimmt auch auch das Recycling der Saftflaschen mittlerweile Fahrt auf. Schmidt: „Wir kennen in diesem Segment die Herausforderungen und setzen uns mit den Verpackungsherstellern, Abfüllern und Recyclern im Forum PET für die Schließung der Wertstoffkreisläufe ein. Etwa jede vierte bis fünfte Saftflasche kann mittlerweile recycelt werden. Die bereits verfügbaren Lösungen müssen sich jetzt einfach weiter etablieren“.

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