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Klebstoffe für Leiterplatten Flexibel dosierbarer Attach-Klebstoff-Neuling hält noch besser

| Redakteur: Peter Königsreuther

Der bisher erhältliche Halbleiter- und SMT-Anwendungs-Klebstoff Monopox MK096 wird jetzt durch einen noch besseren Typen ersetzt. Delo erklärt hier warum...

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Fast schon Additive Fertigung! Ein neuer Attach-Klebstoff von Delo heißt Monopox EG2596 und unterstützt den Leiterplattenbau. Damit kann man auch einfache Strukturen aufbauen.
Fast schon Additive Fertigung! Ein neuer Attach-Klebstoff von Delo heißt Monopox EG2596 und unterstützt den Leiterplattenbau. Damit kann man auch einfache Strukturen aufbauen.
(Bild: Delo)

Klebstoffe werden auf Leiterplatten nicht nur zur Fixierung von Bauteilen eingesetzt, sondern man nutzt oft auch die elektrisch isolierenden Eigenschaften aus, sagt Delo. Die Produkte müssen deshalb häufig wärmebeständig sein und in puncto Dosierung immer stärkeren Miniaturisierungsanforderungen genügen.

Auch nach typischen Alterungstests noch voll dabei

Der neue Die-Attach-Klebstoff Monopox EG2596 erfüllt die Anwenderwünsche und ist auch langfristiger einsetzbar als der Vorgänger, heißt es weiter. Wie beim ersten Klebstoff handelt es sich um ein warmhärtendes, 1-komponentiges Epoxidharz. Der fluoreszierende Neuling bringt aber eine um 150 % höhere Festigkeit nach sieben Tagen Lagerung und 85 % relativer Luftfeuchtigkeit ins Spiel – und das auch noch kombiniert mit 85 °C Temperaturbeaufschlagung, betont der Hersteller. Seine bereits initial hohen Haftungswerte hält er auch nach typischen Alterungstests wie dem MSL1 nach JEDEC-Standard. Im Rahmen dessen wurden mit 1×1 mm² großen Silizium-Dies Haftungswerte von 47 N auf FR4 und 62 N auf Gold erzielt (siehe Diagramme). Die Aushärtung läuft bei 130 °C in rund 10 min ab. Nach dem Öffnen der Kartusche bleibt er bei 23 °C (Normklima) etwa sieben Tage gebrauchsfähig.

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Thixotropes Verhalten hilft beim Dosierprozess

Ein weiterer Vorteil von Monopox EG2596 ist der hohe Thixotropieindex von etwa 9. Je höher dieser Indexwert, desto standfester reagiert das applizierte Muster nach dem Dosieren. Die thixotropen Eigenschaften des Monopox EG2596 sorgen nun dafür, dass der Klebstoff durch die Scherung im Dosierventil im niedrigviskosen Zustand sehr fein aufgetragen werden kann (Thixotrop heißt, dass eine Substanz wenn sie gerührt oder geschüttelt wird, fließfähiger wird als in Ruhe. Das ist etwa bei Ketchup oder Dispersionsfarbe auch der Fall).

Nach der Dosierung steigt die Viskosität in Sekundenbruchteilen wieder an, sodass der Klebstoff nicht mehr zerfließen kann. Der Die-Attach-Klebstoff kann aus diesem Grund auch in einzelnen Tröpfchen aufgebaut und anschließend kontrolliert geformt werden, ohne dass sich der Klebstoff in Zonen verteilt, die klebstofffrei sein sollten. Auch während der Warmhärtung bleibt der Klebstofftropfen formstabil.

Tröpfchengrößen unter 250 µm können dosiert werden

Die Fließeigenschaften des Monopox-Newcomers sind so ausgelegt, dass mit sogenannten Jetventilen und Nadeln dosiert werden kann. Das macht flexibel! So bietet der Klebstoff vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Gemeinsame Tests von Delo und dem Technologiepartner ASM Assembly Systems, einem global tätigen Hersteller von SMT-, Bestückungsmaschinen und -Systemen, offenbaren die sehr gute Dosierbarkeit – unter anderem mit dem sogenannten „Glue Feeder“. Denn mit diesem Jetventil kann der Klebstoff kontaktlos und auch kopfüber dosiert werden. Der Klebstoffauftrag erfolgt dadurch direkt auf die Komponente und nicht auf die Leiterplatte, was für schnellere und hochpräzise ablaufende Prozesse sorgt. Je nach Dosierequipment lassen sich Tropfengrößen bis unter 250 µm erzielen. Selbst nach mehreren Schüssen zeigen sich gleichmäßige Dosierbilder ohne typische Fehler, wie etwa „Satelliten“, also um den eigentlichen Dosierpunkt herum verteilte Klebstofftröpfchen. Das Aufmacherbild zeigt ein Dosierbeispiel nach mehrmaligem Auftragen im Tröpfchengrößenverlauf von links nach rechts zwischen 450 bis 2400 µm.

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