Anlagentechnik Flexibles CNC-Stanzen direkt vom Coil
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Tischlein deck dich – so gut zaubern kann Merkt zwar nicht, aber der Zulieferer für die Büromöbelindustrie ist nahe dran. Aus Spaichingen im Schwarzwald kommt alles rund um Tisch und Stuhl, was nicht aus Holz ist. In der Fertigung setzt das Unternehmen auf eine Linapunch von Dimeco.

Die Merkt GmbH hat in den letzten Jahren die Produktionshallen mit einem überdurchschnittlich modernen, automatisierten und smarten Anlagenpark ausgestattet. So wird bei dem Familienunternehmen mit 145 Mitarbeitern gerade eine neue Pulverbeschichtungsanlage aufgebaut, die Ende des Jahres in Betrieb gehen wird und für Lohnbeschichtung ausgelegt ist.
In der dritten Generation feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Rohr, Blech, Stanzteile sowie Schweißbaugruppen und Montagearbeiten sind die Spezialität, geliefert wird zum Großteil an namhafte Büromöbelhersteller. Hier spielen Termintreue und Qualitätsanspruch eine wichtige Rolle. Corona hat einen großen Auftrag für Krankenhausbetten in die Auftragsbücher gespült, sodass Merkt auch in den letzten knapp drei Jahren voll ausgelastet war.
In der Fertigungshalle stehen neben der genannten Pulverbeschichtungsanlage außerdem Rohrlaser, Flachlaser, Stanzanlagen, Laserschweißanlagen sowie WIG/MAG-Schweißplätze. Außerdem werden einzelne Baugruppen auch montiert. Klassische Bauteile sind Plattenrahmen, Bodenplatten, Tischsäulen sowie Kabelkanäle für das ganze Büroportfolio, beispielsweise für höhenverstellbare Ergonomielösungen. Der eigene Werkzeug- sowie Vorrichtungsbau und konstruktive Inhouse-Entwicklungen runden das Angebotsspektrum des Auftragsfertigers ab.
Stanzanlage plus Automation
In der Stanzerei stand bis vor einem Jahr eine selbstgebaute Bandstanzanlage, die unter anderem aus einer indirekt an Merkt verkauften Dimeco-Bandanlage bestand. Daher kannte man den französischen Stanzanlagenbauer bereits. Nach rund 30 Jahren befanden Fertigungsleiter Stefan Jost und sein Kollege Georg Kandylakis, Verantwortlicher Wertanalyse, dass es an der Zeit ist, zu modernisieren. „Wie fast überall hat sich in den letzten Jahren die Nachfrage verändert. Wir produzieren immer mehr kleinere Stückzahlen und immer mehr verschiedene Produkte. Um hier flexibel arbeiten zu können, war einer unserer großen Ansprüche, dass sich die Rüstzeiten der Stanzanlage deutlich reduzieren müssen“, schildert Stefan Jost. Schon länger mit Bernard Bozian, Vertriebsingenieur bei Dimeco, in Kontakt, kam es 2020 schließlich zur Bestellung einer Linapunch MC-E. Im Jahr 2012 war die elektrisch angetriebene Stanzmaschine Sieger in der Kategorie Stanzen des Euroblech-Awards. Sie kann Dicken von 0,75 bis 4 Millimeter bei einer Bandbreite bis 500 Millimeter bearbeiten.
Die Linapunch steht seit 2021 bei Merkt und verfügt natürlich auch über Automationslösungen. Zugefüttert über eine Doppelhaspel kümmert sich eine Pick-and-Place-Abstapeleinheit um die Entladung. Dies ist eine Sonderlösung, die Dimeco für Merkt entwickelt hat. „Hier kommt es auf Präzision an. Die Teilestapel müssen nahezu perfekt errichtet werden, damit der nachgelagerte Roboter zugreifen und auf unsere internen Lastenwagen legen kann“, erklärt Jost. So kann die Maschine aus der Spätschicht heraus mannlos bis in die Nacht hinein den aktuellen Coil fertig abarbeiten.
Maschinenlayout nach Kundenwunsch
Auch was die Werkzeuge betrifft kann Merkt nun flexibler agieren. Denn auf der Linapunch können Standardwerkzeuge eingesetzt werden wie man sie einfach bei verschiedenen Herstellern kaufen kann. Die 30 Jahre alte Stanzanlagen-Eigenkreation benötigte hier Sonderbau.
Insgesamt kann Merkt 48 Werkzeuge rüsten, die mit verschiedenen Durchmessern vom Standardwerkzeug bis zum kompletten Sonderwerkzeug reichen. Die Anlage hat deutlich mehr Fertigungskapazität geschaffen und es ist eine größere Vielfalt an Produkten möglich. „Tatsächlich haben wir verschiedene Teile vom Laser auf die Stanze umgestellt. Das spart nicht nur Zeit, Energie und Material, sondern schont somit die Umwelt“, freut sich Jost.
Besonders zufrieden ist Jost darüber, dass Dimeco bei der Maschine auf die Wünsche von Merkt eingegangen ist. Zum Beispiel wäre das Standardlayout der Anlage mit der vorhandenen Hallenarchitektur kollidiert. Deshalb hat Dimeco das Linienlayout flexibel konzipiert, um sich der Umgebung anzupassen. „Ein Anruf hat genügt und Dimeco hat unsere Anlage entsprechend umgeplant“, wie Jost anmerkt. „Das ist für uns selbstverständlich“, fügt Bozian lächelnd hinzu.
Dimeco auf der Euroblech: Halle 27, Stand K156
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Ophardt / Dimeco
Kombinierte Stanz-Laser-Bearbeitung direkt vom Coil
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