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Augmented Reality (AR)

Fraunhofer investiert in Start-Up für industrielle AR-Lösungen

| Redakteur: Stefanie Michel

Stabiles Tracking ist die Voraussetzung für industrielle AR-Anwendungen. Tracking erlaubt es, die Position von Objekten in einem Kamerabild exakt zu bestimmen.
Stabiles Tracking ist die Voraussetzung für industrielle AR-Anwendungen. Tracking erlaubt es, die Position von Objekten in einem Kamerabild exakt zu bestimmen. (Bild: Fraunhofer-IGD)

Die Fraunhofer-Gesellschaft und der High-Tech-Gründerfonds (HTGF) beteiligen sich am Start-up Visometry. Mit ihrer Visionlib-Engine bietet das Unternehmen ein in der Industrie erprobtes Augmented-Reality-Tracking an, das sich stark von existierender Software unterscheidet.

Die am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelte und seit 2017 durch die Visometry GmbH kommerzialisierte Visionlib-Engine nutzt sogenannte Model-Tracking-Verfahren. Seit über 15 Jahren forschen Wissenschaftler am Fraunhofer-IGD an AR-Technologien, das Trackingverfahren ist bereits bei zahlreichen Kunden im Einsatz. Das Besondere an der Visionlib ist die verlässliche und stabile Objekterkennung, so das Institut.

Modellbasiertes 3D-Objekt-Tracking nutzt native CAD-Daten

Der Unterschied zu bereits kommerziell angebotenen Consumer-AR-Lösungen ist die direkte Verwendung von nativen CAD-Datensätzen für markerloses, modellbasiertes 3D-Objekt-Tracking. Damit unterscheidet sich die in Darmstadt entwickelte Software sehr stark von existierender AR-Software. Um digitale Inhalte nahtlos und als Teil der Realität einzublenden, rekonstruieren gängige Computer Vision Verfahren die Umgebung des Nutzers nur grob aus der Situation heraus. Mit der Umgebung selbst oder mit Objekten interagieren die AR-Einblendungen aber nur bedingt. Lichtschwache Umgebungen oder dynamische Szenerien mit viel Bewegung sind im industriellen Umfeld eine Herausforderung für die stabile und präzise Objekterkennung und Verfolgung. „Hieran scheitern die meisten industriellen AR-Anwendungen. Mit unseren Technologien können wir dagegen die Inhalte präzise an die Objekte heranbringen“, erklärt Dr. Harald Wuest, Geschäftsführer der Visometry GmbH.

Fraunhofer verspricht hohen Nutzwert in der Industrie 4.0

Diese Technik soll künftig ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Veränderungen am Objekt werden direkt während des Montageprozesses sichtbar, bewegliche Teile, wie Türen und Klappen, werden in Echtzeit verfolgt. Der Kontext wird passgenau erfasst, sodass angereicherte Inhalte während der Bewegung auf die Veränderung reagieren und stabil mitgeführt werden können.

Weil Entwickler von industriellen AR-Anwendungen ein stabiles Tracking auch bei wechselnden Beleuchtungssituationen brauchen, ist die Fraunhofer-Technologie so interessant. Visionlib ist eine universelle Tracking-Lösung die gleichzeitig robust, akkurat und einfach zu integrieren ist“, so Matthias Unbescheiden, Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-IGD. „Durch die Lizensierung unserer Visionlib-Technologie an die Visometry GmbH garantieren wir dem Markt den direkten Zugang zu unseren Technologien“. Das Start-up ist eine Ausgründung des Fraunhofer-IGD.

Mit der Seed-Finanzierung will Visometry die Funktionalitäten der Basistechnologie erweitern und die Einsatzmöglichkeiten der Software in Form von Branchenlösungen erweitern.

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