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Recruiting Fünf Schritte für erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungen

| Autor/ Redakteur: Carl Hoffmann / Melanie Krauß

Mitarbeiterempfehlungen sind im modernen Recruiting nicht mehr wegzudenken. Kleine wie auch große Unternehmen gewinnen über diesen Kanal bis zu 40 % ihrer neuen Mitarbeiter – und das bei niedrigeren Recruiting-Kosten.

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Mitarbeiter, die neue Mitarbeiter empfehlen, sind eine erfolgversprechende Recruiting-
Methode.
Mitarbeiter, die neue Mitarbeiter empfehlen, sind eine erfolgversprechende Recruiting-
Methode.
(Bild: © bakhtiarzein - stock.adobe.com)

Erfolgreiche Mitarbeiter­empfehlungsprogramme haben in der Regel eines gemeinsam: Sie binden Teams in Entscheidungen ein, setzen auf transparente und kontinuierliche Kommunikation, bieten die richtigen Anreize und nutzen digitale Tools. Wie Sie in fünf Schritten die Voraussetzungen für erfolgreiche Empfehlungen schaffen, erfahren Sie hier.

Schritt 1: Aktuelle Empfehlungskultur einschätzen

Eine aktive Empfehlungskultur ist die beste Voraussetzung für erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungsprogramme. Die Frage, ob eine Empfehlungskultur im Unternehmen vorliegt, ist oftmals schwer zu beantworten. Ein erster Anhaltspunkt ist die Anzahl der Empfehlungen pro Mitarbeiter beziehungsweise pro offener Position, die in der Vergangenheit getätigt wurden.

Ein wichtiger Indikator für die Empfehlungskultur ist auch, wie aktiv Mitarbeiter ihr Unternehmen in sozialen Medien vertreten – indem sie zum Beispiel über den letzten Team-Event oder den aktuellen Geschäftsbericht posten. Auch Bewertungen und Weiterempfehlungsquoten der Mitarbeiter auf Kununu geben wichtige Hinweise. Grundsätzlich gilt: Je stärker sich Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen identifizieren, desto höher ist die Bereitschaft, als Botschafter zu agieren und neue Kollegen an Bord zu holen.

Schritt 2: Alle früh an einen Tisch

Ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm ist kein Projekt, das Ihr Recruiting-Team im Alleingang stemmt. Vielmehr ist es eine unternehmensweite Initiative. Bringen Sie deshalb alle beteiligten Führungskräfte, Recruiting-Teams und Fachabteilungen frühzeitig zusammen und zeigen Sie auf, was ein Empfehlungsprogramm für die Gewinnung neuer Mitarbeiter leisten kann. Schaffen Sie auch Klarheit über die Erwartungen, setzen Sie sich gemeinsame Ziele und Kennzahlen zur Messung des Erfolgs – so schaffen Sie gemeinsame Verantwortung. Für den Betriebsrat etwa könnte es besonders wichtig sein, dass mit allen Prozessen transparent umgegangen wird. Hier kann ein digitales Tool helfen, indem es die Prozesse übersichtlicher macht.

Schritt 3: Die richtigen Anreize schaffen

Für Mitarbeiter sollte der Nutzen, den sie durch das Empfehlen haben, klar erkennbar sein. Geldprämien für erfolgreich eingestellte Kandidaten sind ein häufig genutztes Mittel, aber auch Leistungen wie ein zusätzlicher Urlaubstag oder ein Restaurantgutschein schaffen Anreize. Besonders erfolgreiche Programme jedoch zeichnen sich dadurch aus, dass Mitarbeiter über die Geld- und Sachprämien hinaus intrinsisch motiviert sind, neue Kollegen an Bord zu holen. Der Aspekt der Mitgestaltung ist für sie entscheidend. Wie auch immer das Incentivierungsmodell aussieht: Wichtig ist, es transparent zu regeln und zu kommunizieren, um die Motivation hoch zu halten. Gamification-Ansätze, die den Mitarbeiter spielerisch zur Teilnahme motivieren, schaffen zusätzliches Engagement.

Schritt 4: Kommunikation konzipieren

Sie haben die Ausgangslage realistisch eingeschätzt, Ihre Stakeholder an Bord geholt und die Incentivierung definiert. Nun geht es darum, die interne Kommunikation zu planen und Ihre Mitarbeiter über das Programm zu informieren. Viele Unternehmen starten mit einer Kick-off-Veranstaltung, auf der Mitarbeiter über das Empfehlungsprogramm informiert werden. Im Zentrum stehen hierbei Fragen wie „Wie funktioniert das Ganze?“ und „Was habe ich davon?“. Flyer und Videos helfen, Informationen zu vermitteln.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass insbesondere die Empfehlungsprogramme erfolgreich sind, die auf langfristige und kontinuierliche Kommunikation setzen. Das bedeutet, Mitarbeiter fortlaufend über die ausgeschriebenen Stellen auf dem Laufenden zu halten, Fortschritte transparent zu machen und Erfolge zu feiern. Automatisierte Newsletter sind ein wichtiges Tool, aber auch regelmäßige Updates in Team-Meetings und auf internen Veranstaltungen sind wichtig. Nutzen Sie auch hier Ihre Führungskräfte aktiv, um Aufmerksamkeit und Motivation der Mitarbeiter hoch zu halten. Plakate oder Promotion-Material rufen das Programm immer wieder ins Gedächtnis.

Schritt 5: Datenschutz beachten

Die DSGVO betrifft auch die Prozesse rund um Mitarbeiterempfehlungen. War es zuvor noch völlig in Ordnung, den Lebenslauf eines Bekannten einfach an die Personalabteilung weiterzureichen, drohen heute bei achtloser Handhabung hohe Strafen. Wichtig ist beispielsweise, das Einverständnis des Bewerbers zu dokumentieren. Zudem dürfen die Daten nur für die Dauer der Nutzung und für den Verarbeitungszweck gespeichert werden. Analoge Programme sind daher kritisch – vielmehr hilft eine digitale Empfehlungsplattform, DSGVO-Konformität sicherzustellen.

Beim Thema Empfehlungen gilt es viele Faktoren zu beachten. Ohne intelligentes internes Marketing gerät ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm schnell in Vergessenheit. Eine frühe Einbindung aller beteiligten Mitarbeiter sorgt dafür, dass alle an einem Strang ziehen. Und wenn alle Datenschutzvorschriften berücksichtigt werden, steht einer regen Empfehlungskultur auch rechtlich nichts mehr im Weg.

* Carl Hoffmann ist Gründer und Geschäftsführer der Talentry GmbH in 80636 München, Tel. (0 89) 41 61 59 76-0, kontakt@talentry.com, www.talentry.com/de/

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