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Qualitätssicherung Funk-Akkuschrauber erlauben Prozessrückverfolgung

| Redakteur: Peter Königsreuther

Desoutter bietet jetzt eine Möglichkeit an, mit der auch unkritische Verschraubungen (Klasse C) digital überwacht werden können, um im Zweifel die Qualität beweisen zu können. So geht's...

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Der E-Lit-Funk-Akkuschrauber von Desoutter kann jetzt Schrauben zählen und IO- sowie NIO-Daten weitergeben. So lassen sich nun auch einfache Verschraubungen digital überwachen.
Der E-Lit-Funk-Akkuschrauber von Desoutter kann jetzt Schrauben zählen und IO- sowie NIO-Daten weitergeben. So lassen sich nun auch einfache Verschraubungen digital überwachen.
(Bild: Desoutter)

Ab sofort kann der E-Lit-Akkuschrauber Schrauben zählen, betont Desoutter. So können damit auch einfache Montageanwendungen digital in Fertigungsprozesse eingebunden werden, erklärt Michael Loosen, der verantwortliche Produktmanager, zu den Möglichkeiten, die diese Idee bietet. Das ist der Grund, warum nun auch für Klasse-C-Schraubfälle eine digitalisierte Montage mit Null-Fehler-Strategie wirtschaftlich dargestellt werden kann.

Kupplung statt Messwertgeber, spart Geld

Desoutter bindet dazu die über Funk kommunizierenden Akkuschrauber seiner E-Lit-Baureihe an seinen industriellen Smart Hub Connect an, so die weitere Erklärung. Letzterer fungiert quasi als Kommunikationszentrale zwischen WLAN-Schraubwerkzeugen und übergeordneten Systemen des Anwenders. Er überträgt dazu alle notwendigen Daten schnell und sicher, verspricht Desoutter.

E-Lit-Schrauber nutzen übrigens keinen Messwertgeber sondern haben „nur“ eine Kupplung, die bei dem eingestellten Drehmoment auslöst. So sind sie viel preiswerter als elektronisch gesteuerte Schraubwerkzeuge. In der Industrie würden sie gern für die bereits erwähnten Klasse-C-Verschraubungen eingesetzt, die laut VDI/VDE 2862 weder sicherheits- noch funktionskritisch sind.

Die Kommunikationszentrale „Connect“ von Desoutter. Sie erlaubt im Zusammenspiel mit den E-Lit-Akkuschraubern eine gute Prozesskontrolle und senkt die Kosten auch bei unkritischen Verschraubungen.
Die Kommunikationszentrale „Connect“ von Desoutter. Sie erlaubt im Zusammenspiel mit den E-Lit-Akkuschraubern eine gute Prozesskontrolle und senkt die Kosten auch bei unkritischen Verschraubungen.
(Bild: Desoutter)

Ein recht einfacher Akkuschrauber wird zum Digitalkönner

Ein Herausforderung sei jedoch, dass die Ansprüche an die Dokumentation und Rückverfolgbarkeit bezüglich der industriellen Montageprozesse steigen würden. Das spüren etwa die Zulieferer oder Anwender aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Dieser Trend wirkt sich eben auch auf einfache Verschraubungen aus, weil auch dabei von den Anwendern und Auftraggebern immer mehr auf Qualität gesetzt wird, um nicht zuletzt Ausschuss zu vermeiden, sagt Loosen.

Den Anwendern, die sich dem Trend stellen wollten, komme Desoutter nun entgegen, denn durch die Anbindung an die Connect-Plattform ist der vergleichsweise einfach konzipierte E-Lit-Schrauber nun dennoch in der Lage, Daten bereitzustellen. „Das Werkzeug kann Fehlerquellen erkennen und Verschraubungen aufdecken, die nicht ordnungsgemäß angezogen wurden“, so Loosen. Und indem es ein „IO“ oder „NIO“ zurückmeldet, könnten Anwender an jeder Schraubstation, an der mit E-Lit-Funkwerkzeugen gearbeitet werde, die Rückverfolgbarkeit ihrer Prozesse sicherstellen. Zu den möglichen Fehlern zählen zum Beispiel schräg eingefädelte Schrauben oder ungewolltes, mehrfaches Anziehen, wie Loosen anmerkt.

Werkzeuge gemäß Prozessvorgaben sperren oder freigeben

Nicht zuletzt können C-Klasse-Verschraubungen damit so gehandhabt werden, dass man das Schraubwerkzeug bei bestimmten Vorkommnissen sperren oder freigeben kann, führt Loosen weiter aus. So kann man den Schrauber etwa nur für eine bestimmte Anzahl an Verschraubungen freigeben und ihn bis zum nächsten Bauteil sperren, wenn die Zahl erreicht ist. Der Lösemodus kann grundsätzlich unterbunden oder nur nach einer NIO-Verschraubung erlaubt werden, heißt es weiter. Das Werkzeug lässt sich auch sperren, wenn die Funkverbindung abreißen sollten, um nur eine weitere von noch mehr Anwendungsfällen für diese Funktion zu nennen.

Durch die Anbindung an die Connect-Plattform lässt kann man auch eine Bauteilidentifikation mit den Schraubereignissen für eine lückenlose Dokumentation kombinieren. Anwender, die bereits eine oder mehrere Connect-Stationen für das Zusammenspiel mit gesteuerten Werkzeugen in Betrieb genommen haben, könnten die Plattform außerdem ohne Weiteres gleichzeitig auch für die Abschaltschrauber nutzen. Die Daten werden über die gleichen Ethernet- und Feldbussysteme übermittelt, so Loosen. Der E-Lit kann im Connect-Umfeld als ein System von maximal 20 Schraubwerkzeugen oder Schraubstationen aktiviert werden. Das klappt durchaus im Mix mit den gesteuerten Schraubern, betont Loosen.

Ein Smart Hub überwacht alle Akkuschrauber

Im Endeffekt erhalten die Nutzer über die Connect einen schnellen und einfachen Zugriff auf Werkzeuginformationen, wie auf die Seriennummern oder auf den Verschraubungszähler, um in Abhängigkeit vom Verschraubungszähler etwa einen Wartungsalarm zu setzen, oder um Wartungsintervalle besser planen zu können.

Außerdem seien durch die Integration des Akkuschraubers in die Connect-Systematik nun neue Funktionen für den E-Lit verfügbar:

  • Bis zu drei verschiedene Drehzahlen und vier verschiedene Parametersätze können für ein Werkzeug voreinstellt werden;
  • Die Drehmomente beginnen bei den Pistolenschraubern der Baureihe jetzt schon bei 0,8 Nm;
  • Die Winkelschrauber erreichen jetzt bis zu 60 Nm.

„Mit unserem neuen Angebot können unsere Kunden ihre Montage besser überwachen und es reicht dafür ein Smart Hub für alle akkubetriebenen Schraubwerkzeuge“, bringt Loosen auf den Punkt.

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