Karriere Gehälter in der Automobilindustrie am wenigsten gestiegen

Redakteur: Melanie Krauß

Von Nullrunden bis 2,6 % mehr Gehalt: Covid-19 führt zu heterogenen Entwicklungen von Löhnen und Gehältern. Besonders schlecht schneidet in diesem Jahr die Automobilindustrie ab.

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(Bild: ©zest_marina - stock.adobe.com)

In 2020 liegt der durchschnittliche nominale Gehaltszuwachs in Deutschland bei 2,2 %, das inflationsbereinigte Plus beläuft sich auf 1,7 %. Die Inflationsrate fällt in 2020 mit 0,5 % deutlich niedriger aus als in 2019 mit 1,3 %. Damit liegt die reale Lohnsteigerung erheblich über den Vorjahresniveaus. Dies sind die Ergebnisse der weltweiten Vergütungsstudien, für die Mercer branchenübergreifend die Entwicklung der Löhne und Gehälter untersucht.

Die Entwicklungen gestalten sich in diesem Jahr der Studie zufolge besonders heterogen. Jedes zweite Unternehmen hat die Gehälter um 2,6 % oder mehr erhöht. Die höchsten nominalen Steigerungsraten in 2020 verzeichnen die Branchen Life Sciences und Konsumgüter mit jeweils 2,6 %, die chemische Industrie mit 2,4 % und High-Tech mit 2,3 %. Die Automobilindustrie liegt mit 1,6 % am unteren Ende. Die Zahlen berücksichtigen auch Nullrunden, die es je nach Branche unterschiedlich häufig gab – von wenigen Ausnahmen bis hin zu 40 % der Unternehmen.

„Fast jedes zweite Unternehmen hat unterjährig die Pläne für Gehaltsanpassungen geändert“, so Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Mercer. „Davon haben 47 % die Gehaltsanpassungen um durchschnittlich sechs Monate verschoben und 55 % die Werte angepasst, die meisten davon auf eine Nullrunde.“ In den meisten Fällen gehe dies auf die Auswirkungen von Covid-19 zurück.

Der Großteil der befragten Unternehmen hat die variable Vergütung für das Performance-Jahr 2019 in 2020 weitestgehend ausgezahlt wie geplant (92 %). 27 % der Unternehmen planen für 2020 mit einem niedrigeren Zielwert im Vergleich zu dem tatsächlich ausgezahlten Bonus für 2019. Etwa ein Drittel hat sich noch nicht festgelegt.

Höhere Anpassung in 2021 – aber weniger im Geldbeutel

Die Planungen für 2021 sind für viele Unternehmen noch mit einer großen Unsicherheit verbunden. Die Anpassungen bleiben aber voraussichtlich auf einem niedrigeren Niveau bei weniger Nullrunden als in 2020. In 2021 liegt der durchschnittliche nominale Gehaltszuwachs in Deutschland voraussichtlich bei 2,3 %, das inflationsbereinigte Plus beläuft sich auf 1,2 %, da die Inflationsrate für 2021 mit 1,1 % voraussichtlich wieder höher ausfällt als in 2020. Nur etwa 10 % der Unternehmen planen für das kommende Jahr mit einer Nullrunde.

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