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Lapp Kabeltechnik

Gleichstrom bietet hohes Einsparpotenzial für die Industrie

Gleichstrom könnte in Zukunft die Versorgung der Industrie mit Energie revolutionieren.

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„Lapp ist Vorreiter bei der Entwicklung von Leitungen für Niederspannungs-Gleichstromnetze“, betont Georg Stawowy, Vorstand für Technik und Innovation bei der Lapp Holding AG in Stuttgart.
„Lapp ist Vorreiter bei der Entwicklung von Leitungen für Niederspannungs-Gleichstromnetze“, betont Georg Stawowy, Vorstand für Technik und Innovation bei der Lapp Holding AG in Stuttgart.
(Bild: Reinhold Schäfer)

Ob Fabrik, Rechenzentrum oder Haushalt: Elektrische Energie könnte in Zukunft mit Gleichstrom – oder Direct Current (DC) – übertragen werden, denn viele elektrische Verbraucher von der LED-Leuchte über Industrieantriebe bis zum Elektroauto konsumieren eigentlich Gleichstrom, der bisher aus dem Wechselstrom, oder Alternating Current (AC), aus der Steckdose umgewandelt werden muss. Hinzu kommt, dass in das zunehmend dezentral organisierte Stromnetz immer mehr Anlagen einspeisen, die Gleichstrom erzeugen, allen voran die Photovoltaik. Hauptnachteil ist bisher, dass man durch die Umwandlung von Wechselstrom zu Gleichstrom bis zu 30 % Energie verliert.

LAPP unterstützt DC-Forschung

Eine wichtige Rolle spielt die Industrie. Erste Pilotprojekte etwa in Produktionszellen der Automobilindustrie zeigen das Potenzial einer Energieversorgung mit Gleichstrom, sie könnte bis zu 20 % Energie einsparen. Es würden nicht nur die Wandlungsverluste wegfallen, mit Gleichstrom ließe sich auch beim Abbremsen von Maschinen mehr Energie ins Netz oder in Energiespeicher einspeisen. Lapp hat sich früh mit dem Thema befasst und ist als erstes Unternehmen der Frage nachgegangen, ob sich gängige Wechselstromleitungen genauso gut für Gleichstrom eignen. Die meisten Experten bejahten das.

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Lapp wollte es genauer wissen und startete ein Forschungsprojekt in Kooperation mit Prof. Frank Berger von der Technischen Universität Ilmenau. Dabei unterstützt Lapp die Arbeitsgruppe auch mit Testleitungen und Prüfständen.

Die Tests zeigen, dass die Experten falsch lagen – das elektrische Feld einer Gleichspannung wirkt anders auf die Kunststoffisolierung einer Leitung als ein Wechselspannungsfeld. Für abschließende Empfehlungen sei es zwar noch zu früh, doch betont Berger, „es zeichnet sich bereits ab, dass für bestimmte Anwendungen unter Gleichstrom tatsächlich andere Materialien gefordert sein werden als in Wechselstrom-Anwendungen.“ Weitere, anwendungsnahe Versuche sollen Klarheit bringen, unter anderem in DC-Industrie, einem Projekt gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, an dem Lapp als assoziierter Partner teilnimmt.

Erste DC-Leitungen von Lapp

Lapp beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema und hat im vergangenen Jahr die weltweit erste serienmäßige Leitung eigens für DC-Anwendungen auf den Markt gebracht: die Ölflex DC 100.

Weitere Leitungen werden zur Hannover Messe 2019 folgen, darunter eine Leitung für die Ansteuerung von Servoantrieben sowie eine Leitung mit TPE-Isolierung, die sich besonders für den bewegten Einsatz in Energieketten eignet – eine Wahl, die auch durch die Forschungsergebnisse von Prof. Berger gestützt wird. „Lapp ist Vorreiter bei der Entwicklung von Leitungen für Niederspannungs-Gleichstromnetze“, betont Georg Stawowy, Vorstand für Technik und Innovation der Lapp Holding AG. „Lapp-Kunden können sich darauf verlassen, dass unsere DC-Leitungen die gleichen hohen Qualitätsansprüche erfüllen wie alle Produkte von Lapp.“

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Redakteur, MM MaschinenMarkt