Mehr Output Gott würfelt laut Einstein nicht, aber der neue Allrounder Cube 1800

Redakteur: Peter Königsreuther

Das Einsatzgebiet der zykluszeit sparenden Würfelmaschinen von Arburg weite sich von der Großserie in Richtung technische Teile aus. Deshalb hat der Spritzgießmaschinenbauer sein Programm ergänzt.

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Das ist der neue hybride Arburg-Allrounder des Typs Cube 1800, implementiert in eine Fertigungszelle. Er arbeitet mit einem Würfelwerkzeug, womit die Spritzgießmaschine doppelt so viel produzieren kann, wie eine große mit einem Drehwerkzeug, heißt es.
Das ist der neue hybride Arburg-Allrounder des Typs Cube 1800, implementiert in eine Fertigungszelle. Er arbeitet mit einem Würfelwerkzeug, womit die Spritzgießmaschine doppelt so viel produzieren kann, wie eine große mit einem Drehwerkzeug, heißt es.
(Bild: Arburg)

Dem Trend zu technischen Spritzgussteilen wird der kompakte Allrounder Cube 1800 mit 1.800 Kilonewton Schließkraft gerecht, heißt es. Diese Maschine mit „Compact Cube“ runde nun das Programm nach unten ab. Sie könne die Stückkosten nun auch bei kleineren Ausbringungsmengen deutlich senken. Trotz eines höheren Werkzeuginvests, wie Arburg wissen lässt, macht sich produktive Würfeltechnik schnell bezahlt.

Produktiver Platzsparer fürs Kunststoff-Spritzgießen

Der hybride Allrounder Cube 1800 bietet einen Säulenabstand von 570 Millimeter × 570 Millimeter. Er kann mit horizontalen Spritzeinheiten der Größen 400 bis 1300 betrieben werden sowie mit mitfahrenden Spritzeinheiten der Größen 70 bis 800. Das Herzstück ist ein von oben gut zugänglicher „Compact Cube“ des Werkzeugbau-Spezalisten Foboha aus Haslach. Das Drehen des Würfels erfolgt servoelektrisch, die horizontale Bewegung über Zahnstangen.

Statte man die Anlage etwa mit einem 8+8-fach-Werkzeug aus, so erreiche sie bei gleicher Aufspannfläche über die doppelte Ausbringungsmenge, als ein herkömmlicher Allrounder der Baugröße 570 mit 4+4-fach-Drehwerkzeug. Den gleichen Output wie mindestens zwei Allrounder mit vergleichbarem Holmmaß respektive eine um drei Nummern größere Spritzgießmaschine schafft sie auch. Ein Allrounder Cube kann also mehrere andere Maschinen ersetzen, was rund 75 Prozent weniger Stellfläche bedeuten kann. Im Vergleich zu hydraulischen Spritzgießmaschinen soll der Energiebedarf im Idealfall rund 45 Prozent geringer sein.

Die Wirkung des „Compact Cube“ für Personal-Healthcare-Teile:

Ein Anwendungsbeispiel aus dem Sektor „Personal Care“ demonstriert Arburg mit zwei Spritzeinheiten der Größe 400 und 170 mit einem 4-fach-Pilotwerkzeug von Foboha. In einer Zykluszeit von 8,7 Sekunden werden dabei je vier zweifarbige Verschlusskappen aus chemisch recyceltem PP von Borealis spritzgegossen. An der ersten Station werden vier, je 0,85 Gramm wiegende, Rahmen gespritzt. Nach einer 90°-Drehung auf die passive Würfelseite kühlen die Vorspritzlinge an Station zwei ab. Der Hersteller betont, dass allein diese Möglichkeit bis zu 30 Prozent Kühlzeit sparen kann. Nach erneuter Drehung wird an der Station drei die zweite Komponente (2,10 Gramm) angespritzt. Schließlich erfolgt an Station vier – ebenfalls zykluszeitneutral – die automatisierte Entnahme der Fertigteile.

Bei diesem Beispiel kommt ein komplett in die Maschinensteuerung integrierter 6-Achs-Roboter zum Einsatz (siehe Bild). Das Robotsystem legt die Fertigteile auf ein Förderband ab und schleust über die Steuerung erkannte fehlerhafte Spritzteile über einen NIO-Auswurf hinaus. Auch können auf Knopfdruck Stichproben entnommen werden, die für eine anschließende Sichtkontrolle der Spritzteile, nach Würfelseiten sortiert, in QS-Trays abgelegt werden, wie Arburg erklärt.

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