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Finanzen Günstig ins Ausland überweisen

| Autor / Redakteur: Klaus Hoffmann / Melanie Krauß

Onlinedienste für Auslandsüberweisungen sind ein gutes Beispiel für digitale Angebote, die in der Finanzbranche in den letzten Jahren entstanden sind. Sie sind günstiger als Banken und bieten transparente Wechselkurse. Für Unternehmen die Möglichkeit, unnötige Kosten zu sparen.

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Im Vergleich zu Banken haben Fintechs häufig einen geringeren organisatorischen Aufwand und können Überweisungen ins Ausland daher günstiger anbieten.
Im Vergleich zu Banken haben Fintechs häufig einen geringeren organisatorischen Aufwand und können Überweisungen ins Ausland daher günstiger anbieten.
(Bild: ©ekaphon - stock.adobe.com)

Die digitale Entwicklung der Finanzbranche hat in den letzten Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Die Financial Technology oder kurz „Fintech“ setzt zunehmend neue Impulse im Bankensektor. Plötzlich gibt es Alternativen für Finanzdienstleistungen, die vorher nicht hinterfragt wurden, weil es keine andere Möglichkeit gab, als mit der Bank zusammen zu arbeiten. Das hat sich im Sinne der Kunden inzwischen geändert. Heute bieten Fintechs zahlreiche Alternativen, für unterschiedlichste Bankthemen. Ein Beispiel sind Anbieter alternativer Bezahlverfahren für Auslandsüberweisungen.

Im Maschinenbau ist die Welt größer als die Eurozone

Überweisungen an Lieferanten, Tochtergesellschaften oder andere Geschäftspartner im Ausland tätigen Unternehmen heute meist noch über ihre Hausbank. Wenn es um Zahlungen innerhalb der Eurozone geht, ist das seit der Einführung des SEPA-Verfahrens auch kein Thema mehr. Doch in Branchen wie dem Maschinenbau, ist die Welt größer als die Eurozone. Elektronikteile werden in Asien eingekauft, Motoren- und Antriebsteile in England oder den USA, Vertriebsmitarbeiter sind überall auf der Welt unterwegs – die Kosten werden per Auslandsüberweisung beglichen und das ist bei Banken meist eine teure Angelegenheit.

Für Unternehmen ist schwer nachvollziehbar, wie viel ihre Transaktionen in Länder außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums kosten. Wer das Angebot seiner Bank mit anderen Banken vergleichen will, hat es schwer. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe am 23. 5. 2018 zu dem Urteil, dass das kaum möglich ist: „Wer sich vor einer Auslandsüberweisung über die anfallenden Gesamtkosten informieren will, scheitert oft an der komplizierten und intransparenten Aufschlüsselung.“

Experten wissen jedoch, wie Banken mit Auslandsüberweisungen Geld verdienen. Sie berechnen in der Regel eine Grundgebühr von zum Beispiel 10 oder 15 Euro. Auf diese wird eine prozentuale Gebühr aufgeschlagen, die abhängig von der Höhe der Überweisung ist. Das ist meist 1,5‰ der Transaktionssumme und mindestens 10 bis 20 Euro. Die prozentuale Gebühr kann bis zu vierstellig sein, bis sie gedeckelt ist. Je höher also die Transaktionssumme ist, umso mehr kostet die Überweisung.

Kostenfaktor schlechte Wechselkurse

Weit weniger nachvollziehbar für Unternehmen sind die Kosten, die bei Auslandsüberweisungen aufgrund intransparenter Wechselkurse entstehen. Selbst wer die Kursentwicklung über die Ticker der Nachrichtenagenturen im Internet genau im Blick hat, kann den Zeitpunkt seiner Transaktion nicht danach ausrichten. Der Grund: Dort werden die „floatenden Kurse“ abgebildet, also die Echtzeitentwicklung der Währungen, wie sie auf dem internationalen Devisenmarkt gehandelt werden. Bei Fremdwährungsgeschäften arbeiten die Banken jedoch mit fixen Kursen, die sie einmal am Tag um 13 Uhr festlegen. Dieser sogenannte „Mitte-Abrechnungskurs“ gilt dann für die Fremdwährungsaufträge, die seit dem letzten Kursfixing am Vortag eingegangen sind.

Ist die Währung im Abwärtstrend, wie zuletzt die türkische Lira, kann sich das überweisende Unternehmen freuen. Steigt die Währung wird die Transaktion jedoch möglicherweise deutlich teurer. Eine Option, dieses Wechselkursrisiko zu reduzieren und Planungssicherheit zu erhalten, sind die Kurssicherungsgeschäfte. Hierfür legen Unternehmen heute fest, zu welchem Kurs, die Devisen zu einem späteren Zeitpunkt gekauft werden sollen.

Kostengünstig und so sicher wie die Bank

Es gibt heute Onlinedienste, die den beschriebenen Auslandsüberweisungsvorgang vereinfachen und günstiger machen. Unternehmen können hier ohne Risiko Geld sparen, wenn sie darauf achten, dass der Anbieter von der deutschen Bankenaufsicht, Bafin beaufsichtigt wird. Denn nur dann erfüllt das Fintech die Sicherheitsstandards, die auch Banken erfüllen müssen. Eine Bafin-Regulierung heißt, dass der Onlinedienst schon vor der Aufnahme seiner Tätigkeit ein strenges Erlaubnisverfahren durchlaufen hat und dass er im laufenden Geschäftsbetrieb zahlreichen Offenlegungsfristen nachkommen muss.

Doch wie funktioniert so ein neuer Onlinedienst für Auslandsüberweisungen? Unternehmen registrieren sich mit ihren Daten. Nach einem Identifizierungsabgleich können schnell die ersten Überweisungen getätigt werden. Führen Anbieter diese Überprüfung durch, ist das übrigens auch ein Hinweis darauf, dass Sicherheit bei dem Fintech ernst genommen wird. Für die Bafin-Regulierung ist das eine Grundvoraussetzung.

Da die Onlinedienste einen viel geringeren organisatorischen Aufwand betreiben müssen als Banken, sind sie deutlich günstiger. Das sind dann beispielsweise 7 Euro pauschale Gebühr, anstelle der oben genannten Grund- und prozentualen Gebühr. Und es gibt Anbieter, die transparent mit Wechselkursen umgehen. Darüber hinaus gibt es speziell auf Unternehmen zugeschnittene Angebote, wie Multi-User-Konten und Sammelüberweisungen.

Es kann sich also für Maschinenbauer mit regelmäßigen Überweisungen ins Nicht-Euro-Ausland lohnen, sich ihre Auslandsüberweisungen einmal anzuschauen. Fintechs bieten hier durchaus seriöse und sinnvolle Dienstleistungen, von denen die Unternehmen profitieren können. Wichtig ist, genau hinzuschauen und den richtigen Partner zu finden. Es lohnt sich.

* Klaus Hoffmann ist Geschäftsführer der Giroxx GmbH in 60486 Frankfurt am Main, Tel. (0 69) 7 16 75 01- 20, klaus.hoffmann@giroxx.de, www.giroxx.de

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