Adhäsionsforschung Haftung ausgeschlossen? Nicht mit dem INM und Prof. Martin Müser!

Redakteur: Peter Königsreuther

Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien – kürt den Materialwissenschaftler Martin Müser zum 6. INM-Fellow. Das steckt dahinter...

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Prof. Dr. Martin Müser ist jetzt der 6. Fellow des INM. Der Experte für Kontaktmechanik simuliert computergestützt diverse Haftphänomene, um Haftstrukturen zu optimieren.
Prof. Dr. Martin Müser ist jetzt der 6. Fellow des INM. Der Experte für Kontaktmechanik simuliert computergestützt diverse Haftphänomene, um Haftstrukturen zu optimieren.
(Bild: M. Müser)

Der Professor für Materialsimulation gilt als der erste Materialwissenschaftler der Universität des Saarlandes, mit dem das INM in dieser Form enger kooperiert. Sei Fokus sind computergestützte Simulationen, mit denen man Haftstrukturen verbessern kann.

Wenn zwei Körper sich berühren, passiert immer was!

An der Kontaktstelle von zwei Körpern treten unterschiedlichste Phänomene, wie Reibung, Verschleiß oder Haftung, auf, erklärt Müser. In Kooperation mit dem Programmbereich „Funktionelle Mikrostrukturen“ des INM wird er nun speziell der Adhäsion weiter auf den Grund gehen, wie es weiter heißt. Wir erinnern uns: unter Adhäsion versteht man physikalische Anziehungskräfte zwischen unterschiedlichen Molekülen (Deshalb haftet Kreide an der Tafel und Farbe oder Klebstoffe an diversen Oberflächen). „Die Simulationen von Prof. Müser sollen uns verstehen lernen, was passiert, wenn die von uns entwickelten Haftstrukturen auf Oberflächen aufsetzen und sich wieder ablösen,“ erläutert Eduard Arzt, Leiter der Gruppe und wissenschaftlicher Geschäftsführer des INM.

Von der Theorie zum Praxistest – und zum Anwender

Außer dem Erkenntnisgewinn verspricht man sich von dieser Kooperation auch einen praktischen Nutzen. Denn ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Haftmechanismen soll dazu beitragen, die Haftung der Strukturen vorherzusagen und ihr Materialdesign zu optimieren. Dieser Aspekt treibe Müser an. Was er sonst am Computer nur theoretisch berechnen würde, könne durch die Zusammenarbeit nun im Labor in der Praxis umgesetzt werden. „Das ist für mich als Theoretiker ein immer wieder spannender Aspekt,“ betont der frisch gebackene Fellow. Diese Arbeiten könnten neuartige Strukturen entstehen lassen, die auch unter schwierigeren Bedingungen haften, betonen die Forscher. Man denke etwa an raue Oberflächen, die menschliche Haut oder an Anwendungen unter Wasser.

Was ist überhaupt ein INM-Fellow?

Als INM-Fellow zeichnet das Institut ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das sind insbesondere die der Universität des Saarlandes, deren Expertise die des INM ergänzt. Die Ernennung erfolgt für drei Jahre. Sie ermöglicht es dem INM-Fellow, auf das fachliche und technische Know-how am INM zuzugreifen.

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