China Market Insider Halbleiter und Co: Chinas Geheimwaffe gegen die US-Boykotte

Autor / Redakteur: Henrik Bork / Melanie Krauß

Gegen die Boykotte aus Washington in den Bereichen Halbleiter und High-Tech erprobt China jetzt eine neue Waffe: die Ernennung von „Supply Chain Chiefs“.

Die Supply Chain Chiefs sind mit besonderen Befugnissen ausgestattet und sollen bürokratische Silos einreißen.
Die Supply Chain Chiefs sind mit besonderen Befugnissen ausgestattet und sollen bürokratische Silos einreißen.
(Bild: ©Eisenhans - stock.adobe.com)

In 21 Schlüsselindustrien sollen die Supply Chain Chiefs der üblichen Bürokratie auf die Sprünge helfen und die Lieferketten stärken. Darunter KI und Robotik, Halbleiterfertigung und die Automobilindustrie. Dabei wird ein Modell kopiert, mit dem China vor einigen Jahren eine Algenpest auf den Flüssen des Landes bekämpfte: Damals wurden „River Chiefs“ ernannt, die mit genügend Macht ausgestattet die Wasserstraßen der Volksrepublik erfolgreich gesäubert haben.

Genau wie bei den Flüssen sind es auch diesmal wieder stets mächtige Lokalbeamte, die zum obersten „Chief“ ernannt werden. In Shenzhen beispielsweise ist der Sekretär der Kommunistischen Partei Wang Weizhong zum Chef der Halbleiter-Lieferkette in der Stadt ernannt worden.