Hautschutz

Haut – das größte Organ des Menschen richtig schützen

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Das änderte sich, als RHI einen Gesundheitstag im Rahmen des Arbeitsschutzmanagements durchführte. „Das Thema Arbeitsschutz genießt bei uns im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Wir sind nach der weltweit anerkannten Norm OHSAS 18001 zertifiziert, die als globaler Standard für Arbeitsschutzmanagementsysteme anerkannt ist. Sie bildet die Grundlage für den betrieblichen Arbeitsschutz bei der RHI“, erläutert Uhrig. Bei dem Gesundheitstag war auch Daria Theodorou vom Euskirchener Hautschutzhersteller Peter Greven Physioderm (PGP) mit einem Informationsstand vertreten. Mit Vorführungen zum richtigen Eincremen, Messungen der Hautfeuchtigkeit und individueller Beratung sensibilisierte die Expertin den Arbeitsschutzbeauftragten Uhrig und die Mitarbeiter. Zudem konnte Theodorou mit Zahlen und Statistiken die Bedeutung des beruflichen Hautschutzes belegen. „So reifte die Entscheidung, den Hautschutz am Standort zu professionalisieren“, sagt Uhrig.

In vielen Unternehmen wird das Thema Hautschutz noch immer unterschätzt. Zumindest kommt ihm im Vergleich zu anderen Formen der Persönlichen Schutzausrüstung eine eher untergeordnete Bedeutung zu. Zu Unrecht, wie ein Blick in die Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung beweist: Hautkrankheiten machen rund ein Drittel aller begründeten Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit aus – und sind damit die größte Krankheitsgruppe. „Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch viel höher“, sagt Theodorou. „Es gibt auch viele wissenschaftliche Studien, die die Bedeutung des Hautschutzes am Arbeitsplatz belegen.“

Ein professionelles Hautschutzkonzept ist nicht teuer

Diesen Zahlen zum Trotz haben viele Unternehmen noch immer keine konkreten Maßnahmen zum Hautschutz ergriffen. Und das, obwohl es gar nicht teuer ist. Zwischen 15 und 25 Euro kostet ein professionelles Hautschutzkonzept jährlich pro Mitarbeiter. Demgegenüber stehen jedoch wesentlich höhere Ausfallkosten, wenn auch nur ein Mitarbeiter wegen einer Hauterkrankung ausfällt. Bei einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von zwölf Arbeitstagen im Falle von Hautkrankheiten, entstehen dem Arbeitgeber dadurch Ausfallkosten von bis zu 6000 Euro. Und nicht nur die Unternehmen leiden unter einer mangelnden Prophylaxe: Auch die Volkswirtschaft und das Sozialsystem belasten Hautkrankheiten jährlich mit Kosten von 1,5 Mrd. Euro.

Auch wegen solcher Zahlen und Statistiken wuchs bei RHI der Wunsch, den Hautschutz umzustellen. Zunächst führten Jürgen Uhrig und Daria Theodorou eine Betriebsbegehung durch, um sich zunächst den Ist-Zustand anzuschauen. Was die Hautschutzexpertin dabei sah, war nicht befriedigend: offene Eimer, selbst gebaute Dosiersysteme, veraltete Spendersysteme und Produkte. „Da gab es eine ganze Menge zu verbessern.“ Dann schauten sie sich die Gefährdungen der Mitarbeiter in den einzelnen Produktionsbereichen an und befragten die Beschäftigten eingehend. „Es ist immens wichtig, die Mitarbeiter einzubeziehen. Ohne sie oder gegen ihren Willen lässt sich kein Hautschutzkonzept implementieren“, weiß Theodorou aus Erfahrung.

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