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Gesenkschmieden

Hebar Gesenkschmiede beendet Insolvenzverfahren

| Redakteur: Stéphane Itasse

Nach der Insolvenz produziert die Hebar Gesenkschmiede verstärkt für andere Branchen als den Automobilsektor.
Nach der Insolvenz produziert die Hebar Gesenkschmiede verstärkt für andere Branchen als den Automobilsektor. (Bild: Hebar Gesenkschmiede)

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Das Amtsgericht Hagen hat das Eigenverwaltungsverfahren der Hebar Gesenkschmiede GmbH, Halver, aufgehoben. Das Unternehmen gilt damit als erfolgreich saniert und entschuldet, wie die Düsseldorfer Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp mitteilt.

Nachdem die Gläubiger den Insolvenzplan im September einstimmig angenommen hatten, konnte der Weg für die Beendigung des Sanierungsverfahrens eingeleitet werden. Hebar-Geschäftsführer Ulrich Barz, Sanierungsgeschäftsführer Nils Averbeck sowie die Kanzlei hatten das Sanierungskonzept entwickelt. Es regelt die Entschuldung sowie die Sanierungsmaßnahmen zum Fortbestehen des Unternehmens. Bereits im Verfahren hat Hebar seine Kundenstruktur neben dem Automobilsektor verbreitert. Alle Arbeitsplätze blieben trotz des Verfahrens erhalten.

Dieselskandal bringt Gesenkschmiede in Nöte

Das über 130 Jahre alte Familienunternehmen, das Gesenkschmiedestücke produziert, war 2017 aufgrund des Dieselskandals in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, wie es heißt. Eine Dieselventilklappe, deren Produktion bis dato einen erheblichen Teil des Umsatzes ausmachte, wurde plötzlich nicht weiter benötigt. Der damit einhergehende Umsatzeinbruch konnte nicht aufgefangen werden. Die Geschäftsleitung entschloss sich deshalb zu einer Sanierung im Rahmen einer Eigenverwaltung.

„Hebar konnte die schwierige Phase durch die hohe Loyalität und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter sowie das uneingeschränkte Vertrauen der Kunden und Lieferanten meistern. Durch das Eigenverwaltungsverfahren konnten wir uns wieder wettbewerbsfähig am Markt aufstellen. Ich bedanke mich deshalb bei allen Beteiligten. Wir durchlaufen aktuell eine sehr positive Entwicklung“, sagt Hebar-Geschäftsführer Barz.

Gesenkschmiede findet neue Kunden außerhalb des Autosektors

Sanierungsgeschäftsführer Averbeck sieht ebenfalls gute Chancen für die Fortführung des Unternehmens: „Das Umsatzniveau des Vorjahres konnte trotz des Wegfalls eines Großkunden wieder erreicht werden. Jetzt gilt es, die begonnenen Maßnahmen konsequent weiter zu führen.“ In der Zukunft will sich Hebar unabhängiger vom Automotive-Bereich aufstellen. Der Grundstein hierfür wurde bereits im Rahmen des Sanierungsverfahrens gelegt, indem es dem Unternehmen bereits gelang, den Vertrieb neu auszurichten und neue Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Luftfahrt zu akquirieren. In der Phase der Eigenverwaltung hat Hebar sechs Neukunden gewinnen können und 40 Neuteile erhalten. Von diesen 40 Neuteilen stammen 25 von Neukunden und 15 von bereits bestehenden Kunden, die dem Unternehmen dadurch ihre Unterstützung zukommen ließen. „Das, was uns im vergangenen Jahr passiert ist, soll sich nicht noch einmal wiederholen. Die Insolvenz hat uns gelehrt, dass man sich als Unternehmer niemals zu sehr von einem Kunden oder gar einer Branche abhängig machen sollte. Wir haben eine zweite Chance bekommen, die werden wir nutzen“, erläutert Barz.

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