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Arbeitsbedingungen

Hub- und Senksysteme für die Ergonomie am Arbeitsplatz

| Autor/ Redakteur: Montserrat Ares / Frauke Finus

Der eine Kollege ist 1,90 groß, die andere Kollegin nur 1,50 m. Beide sitzen am gleichen Tisch mit der selben Höhe. Ist das für den Rücken gesund? Wohl kaum. Hub- und Senksysteme können für ergonomische Arbeitswelten sorgen.

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Das Movotec Spindel-Motor-System (SMS) ist eine komfortable Alternative zum Hydrauliksystem. Es ermöglicht eine stufenlose Höhenverstellung von Werkbänken in einem ergonomischen Arbeitsumfeld.
Das Movotec Spindel-Motor-System (SMS) ist eine komfortable Alternative zum Hydrauliksystem. Es ermöglicht eine stufenlose Höhenverstellung von Werkbänken in einem ergonomischen Arbeitsumfeld.
(Bild: Suspa)

Für das Jahr 2014 ermittelte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) in ihrem jährlichen Bericht 543,4 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage innerhalb der deutschen Volkswirtschaft. Insgesamt meldeten sich 37742 Arbeitnehmer krank. Rechnet man weiter, ergibt das einen Erwerbs- und Produktionsausfall von 1,5 Mio. Jahren. Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens.

Als Hauptursache für dieses Ergebnis nennt der BAUA-Bericht Erkrankungen im Muskel-Skelett-Bereich. Von 100 Befragten Personen leiden fast ein Drittel unter Gelenk- bzw. Rückenbeschwerden sowie anderen muskuloskelettalen Schmerzen. 2014 waren es genau 31,3 von 100. Überwiegend handelt es sich dabei um physiologische Haltungsschäden. Hervorgerufen werden sie durch sich wiederholende, einseitige Bewegungsabläufe und nicht vorhandene, ergonomisch konzipierte Arbeitsmittel. Wie lassen sich diese ungünstigen Rahmenbedingungen verändern?

Fast ein Drittel leidet unter Rückenschmerzen

Indem zum Beispiel die physische Arbeitsbelastung reduziert wird und „Hilfssysteme“ den Menschen in seiner Arbeit unterstützen. Das hat direkte und positive Auswirkungen auf die Produktivität. Ein ergonomisches Arbeitsumfeld ermöglicht dem Mitarbeiter eine individuelle Anpassung beziehungsweise Optimierung seiner Arbeitsbedingungen. Und zwar besonders dann, wenn Arbeitsflächen zum Beispiel in der Höhe oder der Neigung verstellbar sind, wenn sie dämpfend, kraftunterstützend und insgesamt entlastend wirken.

Suspa stellt Komponenten für solche „Hilfssysteme“ her. Dabei handelt es sich um hydraulische, pneumatische oder elektromechanische Hub- und Senksysteme, die beispielsweise in der Schwerindustrie, der Lebensmittelindustrie, im Bereich Gesundheit oder der Systemgastronomie zum Einsatz kommen. Verstellbarkeit und Anpassung an unterschiedliche Rahmenbedingungen sowie an verschiedene physisch-konstitutionelle Voraussetzung des Menschen sind deshalb bei diesen Lösungen die zentralen Aspekte in den ergonomischen Bestrebungen von Suspa. Eines dieser „Hilfssysteme“ ist Movotec. Es besticht durch intelligente Ergonomie und durchdachtes Zubehör und ermöglicht durch den Einsatz von verschiedensten Technologien ein weit gefächertes Anwendungsspektrum.

Ergonomische „Kräfte“

Movotec-Lösungen operieren überwiegend im vertikalen Verstellbereich und sind größtenteils in Industrieapplikationen verbaut. Die Technologie ist als hydraulisches und etwa seit eineinhalb Jahren als elektromechanisches Hubsystem erhältlich. Beide Varianten sind in der Lage, hohe Traglasten zuverlässig zu bewegen und eignen sich deshalb ganz besonders für ein ergonomisches Arbeitsumfeld. Ein Movotec-Hydraulik-Zylinder bewegt Lasten mit einer Kraft von bis zu 1.360 N. Das Spindel Motor System (SMS) liefert eine Kraft von 1500 N in Druck- und 750 N in Zugrichtung pro Zylinder. Beide Systeme können bis zu acht Beine (kaskadiert) verfahren, um große Lasten zu bewegen (Movotec Hydraulik, max. 11.340 N und SMS, maximal 12.000 N).

Sowohl die elektrohydraulische als auch die elektromechanische SMS-Variante hebt und senkt Objekte mit einer Verfahrgeschwindigkeit von 8 mm pro Sekunde. Alle Systeme werden über eine zentrale Steuerungseinheit bedient. Während das SMS-System über eine Spindel mit vorgeschalteter Motoreinheit je Bein verfügt, wird das Heben und Senken des hydraulischen Systems über eine Pumpe gesteuert. Beide Systeme werden jedoch weiterhin Ihren Platz in Anwendungen finden. Denkbar sind hier beispielsweise Anforderungen, die den Betrieb des Movotec-Systems auch bei Stromausfall ermöglichen müssen. Dies kann auf Grund von speziellen Sicherheitsauflagen der Fall sein. Das elektrohydraulische System könnte dann mit einer Kurbel überbrückt werden.

Auch ein Nachrüsten ist möglich

Sowohl die hydraulische als auch die elektromechanische SMS Lösung bieten sich als Nachrüstsystem an. Sie sind in der Lage, nachträglich ein ergonomisches Arbeitsumfeld zu schaffen und bisher statische Arbeitsumgebungen im industriellen Umfeld, in denen keine individuelle Anpassung der Arbeitsmittel möglich war, zu ersetzen.

Die Installation als „Nachrüstsatz” ist einfach und beansprucht nur geringe Zeitressourcen, wobei ein Hydrauliksystem etwas mehr Aufwand verlangt. Das elektromechanische SMS spielt hier seine Vorteile aus. Diese könnte man als „plug & play“ verstehen. Bei der Installation des Movotec-Hydraulik-Systems sind einige Voraussetzungen zu beachten, um den ordnungsgemäßen Betrieb zu ermöglichen. Insbesondere ist ein freier Ölfluss in allen Positionen zu gewährleisten. Deshalb nimmt auch die Montage des SMS-Systems etwas weniger Zeit in Anspruch, weil hier Stromkabel angeschlossen werden müssen.

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