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Die Komplexität der Werkstücke verlangt neben einer Fünf-Achs-Bearbeitung auch oft eine Sechs-Seiten-Komplettbearbeitung, am besten auf einem Zentrum in maximal zwei (automatisch) übergebenen Spannlagen. „Fräs-Dreh-Zentren sind dafür ideal“, meint Feinauer.
Präzision und Prozesssicherheit im Vordergrund
Bis dato stehen die Präzision und die Prozesssicherheit einer Fertigungslösung klar im Vordergrund. „Wir sehen aber auch“, so Feinauer, „dass Flexibilität und Schnelligkeit beim Umrüsten an Bedeutung zunehmen. Zudem wird bei medizintechnischen Fertigungsprozessen zunehmend mehr Bedeutung auf die Stückkosten gelegt.“
Speziell in der Implantatfertigung haben sich Stama-Fräs-Dreh-Zentren der 7er-Reihe einen Namen gemacht. Feinauer konkretisiert: „Es sind vornehmlich Zahnimplantate, Hüftpfannen und verschiedene Arten von Wirbelsäulenimplantaten, die automatisch übergeben in maximal zwei Aufspannungen komplett gefräst und gedreht werden.“
Implantat-Komplettbearbeitung auf einem Bearbeitungszentrum
Beispielsweise konnte man bei einem Wirbelsäulenimplantat durch die Komplettbearbeitung auf einem Stama-MT-Zentrum die Anzahl der Bauteile von vier auf zwei halbieren. „Durch die im Grunde vollautomatische Komplettbearbeitung auf nur einem Zentrum, vom Beladen der Stange bis zum Auswurf über ein Abfuhrband, wird viel an Durchlauf- und Bearbeitungszeit gespart, nach Erfahrungen unserer Kunden bis zu 90%“, erklärt der Stama-Chef.
Wie bei jedem anderen Werkstück muss die Herstellung der Implantate wiederholbar und sehr genau sein, um eine sichere Verbindung zwischen Schaft, Hüftkopf/Kugel und Pfanne zu gewährleisten. „Es gibt zwei Systeme am Markt, bei dem einen befindet sich der Hüftschaft am Ende des Implantats, beim anderen wird zwischen Implantat und Kugel ein sogenanntes Headneck als Bindeglied eingesetzt“, erläutert Thomas Bader, Geschäftsführer der Haas Schleifmaschinen GmbH in Trossingen.
Fünf-Achs-Standard-Maschinen können Hüftschäfte in einer Aufspannung herstellen
Die Herstellung erfolgte bisher auf aufwendigen Sechs-Achs-Maschinen oder auf mehreren Maschinen mit entsprechendem Umspannen. Fünf-Achs-Standard-Maschinen von Haas können Hüftschäfte oder Headnecks hochgenau und in einer Aufspannung herstellen.
Auch für die Bearbeitung von Femur-Implantaten für Kniegelenke bietet Haas Maschinen an, die die Gussrohteile in einer Aufspannung komplett bearbeiten, angefangen vom Schleifen über Umrandungsfräsen bis hin zum Feinschleifen per Bandschleifer. „Der Standardanteil einer solchen Maschine liegt bei 85%, der Rest ist kundenspezifisch, und zwar bezogen auf die Software- und die Spanmittelanpassung“, so Bader.
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