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Teilereinigung

In Sekunden den Tensidgehalt von Reinigungsbädern nachweisen

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Der Tensidgehalt in Bädern zur Teilereinigung war bisher nur in umständlichen Labortests nachzuweisen. Ein neu entwickeltes Tensid-Analysegerät ermöglicht jetzt wesentlich schnellere Ergebnisse. Damit lässt sich erstmals in der Produktion ein praktikables Messverfahren einsetzen.

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Bild 1: Mit dem Messgerät lässt sich der Tensidgehalt in Reinigungsbädern direkt bestimmen, Laborproben werden überflüssig.
Bild 1: Mit dem Messgerät lässt sich der Tensidgehalt in Reinigungsbädern direkt bestimmen, Laborproben werden überflüssig.
(Bild: RTG Cleantech)

Mangelt es im Reinigungsbad bei der industriellen Teilereinigung an aktiven Tensiden, wird das Reinigungsergebnis kontinuierlich schlechter. Dass es dazu aber zwangsläufig kommt, liegt an der Tatsache, dass Tenside einerseits Öle, Fette und Partikel binden und sie mit der wasserabstoßenden Seite nach oben bringen. Über den Ölabscheider werden so auch die Tenside mit ausgeschieden und fehlen damit im Reinigungsbad. Umso mehr Schmutz aber im Reinigungsbad vorhanden ist, umso mehr Tenside werden benötigt. Damit war die tatsächliche Tensid-Konzentration bisher nicht überprüfbar.

Gerät misst Tensidgehalt direkt bei der Teilereinigung

Zur Lösung dieser Problematik hat die RTG Cleantech in Ofterschwang, spezialisiert auf die Optimierung von Reinigungsanlagen, zunächst für den Eigenbedarf das Tenside-Messgerät TM 100 entwickelt. Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Messeinrichtungen für Tenside ist es möglich, das Gerät direkt an der Reinigungsanlage einzusetzen.

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Der Nutzen des Messgerätes liegt vorrangig in der Messung an sich: Die bislang praktizierten Messverfahren sind laut Hersteller weder anwenderfreundlich noch sicher. So hat man die Möglichkeit, Proben zur Analyse einzusenden. Bei diesen Messungen, die meist mit einem Infraspektrometer durchgeführt werden, analysiert man aber nicht die freien, sondern die gebundenen Tenside. Tests mit Küvetten sind vergleichbar, nur dass damit die Kosten für die Küvetten plus die Entsorgungsproblematik hinzukommen.

Oberflächenspannung am Grund der Reinigungsflüssigkeit gemessen

Mit dem Messgerät TM 100 dagegen taucht eine Messlanze in die Flüssigkeit ein und misst am Grund – also da, wo sich die freien Tenside bewegen – die Oberflächenspannung. Ein Prinzip, das zunächst einfach erscheint, die Entwickler aber vor große Herausforderungen stellte. Einerseits sollte damit die Menge der Tenside über eine Skala sichtbar werden. Anderseits war es wichtig, eine absolute Wiederholgenauigkeit zu erzielen. Die Lösung ist, dass Luft in das Reinigungsmedium eingebracht und anhand der Luftblasen dann die Oberflächenspannung errechnet wird.

So komplex die Entwicklung, so einfach ist der Einsatz des TM 100. So kann das Gerät beispielsweise in einen Reinigungsprozess eingebunden werden. Dazu wird ein Bypass von der Pumpe zum Edelstahlbehälter mit der Messlanze gelegt und der Messprozess über die Steuerung ausgelöst. Die Ergebnisse lassen sich so jederzeit in die Anlage einlesen und der Tensidgehalt damit konstant halten. In der mobilen Ausführung des Messgeräts dagegen wird für gewöhnlich pro Schicht vom Anlagenbediener eine Probe des Reinigungsmediums entnommen, auf Raumtemperatur gebracht und die Messung durch Knopfdruck gestartet. Innerhalb von 30 s liegen nach Auskunft des Herstellers die Messergebnisse vor, und zwar bei beiden Ausführungen.

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