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Industrie 4.0 anwenden

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Mit Shop Floor und Top Floor zur Smart Factory

Mehr als zwei Drittel der 130 befragten Unternehmen haben bereits Lösungen zur Fernwartung im Einsatz – ein Indiz dafür, dass Industrie 4.0 angekommen ist und die mittelständische Fertigungsindustrie nicht nur startbereit ist, sondern schon losgelegt hat. Gleichwohl sagt die Studie: Maschinen- und Betriebsdatenerfassung seien erst dann ein Mehrwert, wenn diese wachsenden Datenmengen aus der Produktion auch zeitnah analysiert werden könnten. Folglich sollten Big-Data-Lösungen an der Basis, auf dem Shop Floor, ansetzen. Das würde das dort bereits vorhandene MES (Manufacturing Execution System = Systemlösung zur effizienten Steuerung der Fertigung) aufwerten und sich folglich durch eine Koppelung mit dem Top Floor zu einer tatsächlich smarten Fabrik weiterentwickeln. Und dann empfiehlt sich eine Cloud. Voraussetzung: Essenzielle IT-Megatrends müssten nun endlich anschlussfähig gemacht werden. „Damit wäre auch der meist genannte Vorbehalt gegen Industrie 4.0 – nämlich zu hohe Investitionskosten – von vorneherein entkräftet“, sagt der Geschäftsführer von Freudenberg IT, Horst Reichardt.

Und wo steckt bereits viel Industrie 4.0 beziehungsweise Potenzial dafür? Nicht etwa im Reich der Mitte, sondern in den klassischen Industrieländern der westlichen Welt werden wir fündig. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ heißt eines der bekanntesten Zitate unseres berühmtesten klassischen Dichters.

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„Die vernetzte Produktion revolutioniert den Industriesektor“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder bereits 2014. „Wer auch künftig global wettbewerbsfähig sein möchte, muss dafür in entsprechende ITK-Lösungen investieren“, äußerte der Experte. 2,6 Mrd. Euro an Investitionskosten erwartet der Verband für das Jahr 2020. 1,6 Billionen US-Dollar erwartet die International Data Corporation (IDC), ein US-amerikanisches international tätiges Marktforschungs- und Beratungsunternehmen auf dem Gebiet der Informationstechnologie.

USA und Deutschland sind weltweit führend bei Industrie 4.0

Seit der diesjährigen Hannover Messe wissen wir: Die USA und Deutschland haben bei Industrie 4.0 weltweit die Nase vorn. Das ging aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld der diesjährigen Messe hervor. 559 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern wurden gefragt, welche Nation ihrer Meinung nach beim Wandel der klassischen zur vernetzten Fabrik international den Ton angibt. Platz eins: mit 28 % die USA. Platz zwei: Deutschland mit 25 % und Japan mit 20 % Platz drei. Es folgen mit großem Abstand Frankreich (8 %), China (6 %) sowie Korea und die Niederlande (je 3 %). „Hier treffen mit den USA und Deutschland jene beiden Wirtschaftsnationen aufeinander, die den Wandel der klassischen hin zur vernetzten Produktion federführend gestalten“, sagte Rohleder im Frühjahr. So sei Deutschland in vielen traditionellen Industriebranchen tonangebend, etwa im Maschinenbau und im Automobilbau, während aus den USA führende IT-Unternehmen wie Google, Apple oder IBM kämen.

Industrie-4.0-Area in Halle 3A auf der SPS IPC Drives

Nun geht es also zunehmend um die Umsetzung von Industrie 4.0 in die Praxis. Und dafür lohnt ein Besuch auf der SPS IPC Drives. Denn auch in Nürnberg stellte man die Weichen für die Zukunft bereits letztes Jahr und die Halle 3A wurde zur „Industrie-4.0-Area“. Wenngleich die SPS IPC Drives als die Fachmesse für elektrische Automatisierungstechnik mit starkem Komponentenbezug schlechthin gilt, hält mit dem Thema „Industrie 4.0“ der Systemgedanke natürlich starken Einzug.

Praktisch umgesetzt hat die Mesago das bereits: Themen wie „Cyber Security“ und „Big Data“ sind integriert. Und bereits jetzt werden für das Jahr 2017 weitere Überarbeitungen und Ergänzungen zum Thema Software geplant. Gerüstet für die Praxis von Industrie 4.0 sind sicher jede Menge der über 1600 Aussteller. Drei Tage, mehr als 60.000 Besucher und jede Menge rund um das Thema Industrie 4.0 – da darf man sich sicher sein, dass man die einschlägigen Experten dort treffen wird.

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