Smart Grid

Intelligente Netze sind die Chance für innovative Unternehmen

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

In einem Pilotprojekt erprobt Ihr Unterneh- men bereits die Funktionalitäten des Smart Grid. Kann man die Erfahrungen auf Industrieregionen, wie beispielsweise Düsseldorf, applizieren?

Gößmann: Die Herausforderungen für ländliche und städtische Regionen sind unterschiedlich. Wir haben für ein Pilotprojekt Freiamt gewählt, weil das Netz in der kleinen Gemeinde im Schwarzwald mit seiner ländlichen Struktur und einer Vielzahl regenerativer Einspeiser eine besondere Herausforderung an den Netzbetrieb stellt. Die installierte Anschlussleistung der vielen kleinen und mittelgroßen Anlagen kann in Freiamt zu der Situation führen, dass hier die Netzkunden bis zu sechsmal soviel Strom einspeisen, wie sie selbst verbrauchen. Aber auch im städtischen Raum werden die Anforderungen an das Netz mittelfristig steigen, beispielsweise durch Elektromobilität. Viele der Erkenntnisse, die wir im ländlichen Netz gewinnen, werden sich auf die städtische Situation umsetzen lassen.

Da der Strom aus erneuerbaren Energien oft weit entfernt von den großen Verbrauchszentren erzeugt wird, sind die Netzbetreiber gezwungen, die Übertragungsnetze auszubauen. Welche Überlegungen wird es im Kompetenzzentrum mit Blick auf die damit verbundene Finanzierung geben?

Gößmann: Entscheidend werden die politischen Rahmenbedingungen sein. Die Kapazitäten unserer Übertragungsnetze reichen nicht aus, um beispielsweise große Mengen an Strom von den großen Windparks im Norden nach Süddeutschland zu transportieren. Auch die Deutsche Energie-Agentur Dena hat klaren Bedarf signalisiert. Dies gilt übrigens auch für die Verteilnetze, die mit künftig noch dezentraleren Erzeugungsstrukturen umgehen müssen. Die Umsetzung eines intelligenten Netzes erfordert zusätzliche Investitionen. Diese sollte dann auch die Bundesnetzagentur anerkennen, sonst kommen die Projekte zum intelligenten Netz nicht über einen Pilotmaßstab hinaus.

(ID:25984220)