Start in neue Ära Isar Aerospace hat fünf Satelliten ins All gebracht

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Am Samstag um 22:12 Uhr startete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya aus der zweite Testflug der Spectrum-Rakete von Isar Aerospace – ein Erfolg! ...

Im zweiten Anlauf ist es geglückt! Eine Spectrum-Rakete von Isar Aerospace hat am Wochenende fünf Satelliten ins All befördert. Damit rückt das Ziel, von US-Technik und -Firmen unabhängig(er) zu werden, in greifbarere Nähe ...(Bild:  Isar Aerospace)
Im zweiten Anlauf ist es geglückt! Eine Spectrum-Rakete von Isar Aerospace hat am Wochenende fünf Satelliten ins All befördert. Damit rückt das Ziel, von US-Technik und -Firmen unabhängig(er) zu werden, in greifbarere Nähe ...
(Bild: Isar Aerospace)

Das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace hat beim zweiten Testflug seiner Trägerrakete erfolgreich fünf Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Kanzler Friedrich Merz und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre gratulierten. Merz wählte große Worte, die da lauteten: „Das ist der Beginn einer neuen Ära!“ Und die Spectrum-Raketen drei bis sieben sind nach Worten von Isar-Aerospace-Chef Daniel Metzler bereits im Bau. Europa kann demnach in dieser Hinsicht schnell sein und auch liefern. Das in Ottobrunn bei München ansässige Unternehmen feierte damit nach monatelangen Verzögerungen und viermaliger Verschiebung des zweiten Testflugs einen großen Erfolg. Nach Angaben der Moderatoren bei der Live-Übertragung erreichte die 28 Tonnen schwere Rakete knapp vier Minuten nach dem Start eine Flughöhe von etwa 100 Kilometern über dem Erdboden – die sogenannte Karman-Linie, die die gedachte Grenze zum Weltall markiert. Auch der weitere Flug der Rakete in den Orbit verlief demnach reibungslos, bis die Spectrum die wissenschaftlichen Satelliten mehrerer Universitäten in erdnahen Umlaufbahnen gut 500 Kilometer über dem Erdboden aussetzte.

In wenigen Jahren so viel erreicht, wie andere in Jahrzehnten

„Wir haben in wenigen Jahren erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie zuvor Jahrzehnte gebraucht hat“, machte Metzler dabei klar. Das erste Mal gelingt damit ein solcher Flug vom europäischen Kontinent aus in die Erdumlaufbahn. Europa habe nun einen eigenen souveränen Zugang in den Weltraum. Isar Aerospace will in diesem und im nächsten Jahr nun natürlich weitere Starts in Norwegen folgen lassen. Ab Anfang 2028 sollen die Spectrum-Raketen auch von einer geplanten zweiten Startbasis in Kanada abheben. Im Gespräch sind nach Angaben von Isar Aerospace-Missionschef Alexandre Dalloneau auch Starts vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus möglich. Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen bringen. Geplant ist die Produktion von 40 Raketen im Jahr. Die überschwänglichen Worte des Bundeskanzlers erklären sich auch aus der Tatsache, dass sowohl die Bundesregierung als auch die EU und andere europäische Staaten ein strategisches Interesse am Erfolg des Unternehmens mit seinen guten 400 Mitarbeitern haben. Denn die bisherige Abhängigkeit von US-Technik und Spacex, um Satelliten ins All zu bekommen, kann nun aus eigener Kraft verringert werden.

Isar Aerospace hat jetzt schon prall volle Auftragsbücher

Rund 60 Prozent der Anfragen an Isar Aerospace kämen aber mittlerweile aus dem militärischen Bereich, wie Vorstandschef Metzler im Frühjahr berichtet hatte. Laut ihm ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete noch nicht serienreif ist. Größere Höhen im All wird die bayerische Spectrum-Rakete jedoch auch dann nicht ansteuern können, wenn sie eines Tages soweit ist, wie es weiter heißt. Daran arbeitet die französisch-deutsche Arianegroup, die in diesem Jahr insgesamt sieben bis acht Raketen des jahrelang verzögerten Typs Ariane 6 starten lassen will. Bisher gab es nach Zählung des Fachportals European Spaceflight vier Ariane-Starts in diesem Jahr. Anders als die Spectrum ist die Ariane aber eine große Trägerrakete, die weit mehr Nutzlast auch in geostationäre Umlaufbahnen (knapp 36.000 Kilometer über dem Erdboden) befördern kann.

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