Studie Jedes vierte Unternehmen hat Krise hinter sich gelassen

Redakteur: Katharina Juschkat

Laut einer aktuellen Studie sehen sich viele Unternehmen wieder im Aufschwung und gut auf die Nach-Corona-Zeit vorbereitet. Fast jedes zweite Unternehmen hat eine neue Strategie.

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Die meisten Unternehmen sehen sich auf einem guten Weg nach Corona.
Die meisten Unternehmen sehen sich auf einem guten Weg nach Corona.
(Bild: ©rudall30 - stock.adobe.com)

Einer aktuellen Studie zufolge befindet sich der deutsche Mittelstand auf gutem Weg aus der Corona-Krise: nur eine Minderheit sieht sich in einer existenzbedrohten Phase, jedes vierte Unternehmen hat die Krise nach eigenen Angaben bereits hinter sich gelassen. Mit einer spürbar veränderten Strategie haben sich fast die Hälfte der Unternehmen für die Zeit nach Corona neu positioniert.

Über die Studie

Die Studie „Restrukturierung 2021“ wurde von der Unternehmensberatung Staufen im Frühjahr unter insgesamt 200 Eigentümer und Top-Führungskräfte in Deutschland durchgeführt. Die Unternehmen der befragten Inhaber und Manager stammen rund zur Hälfte aus der Industrie, 18 Prozent sind dem Handel und 31 Prozent dem Dienstleistungsbereich zuzuordnen. Für die Studie wurden ausschließlich Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 20 Millionen Euro betrachtet, knapp ein Drittel der in der Studie berücksichtigten Unternehmen verzeichnet einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro.

Zur Studie

Bei den befragten Unternehmen haben sich nur wenige noch nicht mit einer konkreten Strategie für die Zeit nach Corona beschäftigt, 8 Prozent haben ihre Strategiefindung noch nicht abgeschlossen. Knapp die Hälfte der Unternehmen hat die eigene Strategie für die Nach-Corona-Zeit angepasst, während 43 Prozent ganz bewusst eine Fortsetzung der alten Strategie verfolgen.

Die Pandemie bedeutet eine derart große Zäsur für die meisten Unternehmen, dass eine Neuorientierung oder Standortbestimmung unumgänglich ist.

Andreas Sticher, Partner für Restrukturierung bei der Unternehmensberatung Staufen

Restrukturierungsexperte Sticher hat im Rahmen der Studie große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Branchen ausgemacht. Denn während der Dienstleistungssektor nur einen geringen Anpassungsbedarf sieht, muss der Handel für die Zeit nach Corona am stärksten umdenken: Der stationäre Handel steht von zwei Seiten unter Druck, weil einerseits die Lieferketten empfindlich gestört wurden, andererseits aber auch die Kunden aufgrund der Kontaktbeschränkungen verstärkt auf Online-Alternativen ausgewichen sind.

Branchenübergreifend verzeichnet die Studie aber vor allem Optimismus in der Wirtschaft. Drei von vier Unternehmen planen für die Nach-Corona-Zeit mindestens auf dem Niveau von 2019.

Jedes vierte Unternehmen hat die Krise hinter sich gelassen

Die zunehmend positive Stimmung im Mittelstand ist nach Ansicht von Staufen-Berater Sticher auch darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits interne Veränderungsprozesse angestoßen haben.

Damit die anstehende Wachstumsphase richtig genutzt werden könne, müsse der eingeschlagene Weg allerdings konsequent weiterverfolgt werden: „Die Krise hat bisher ignorierte Probleme schonungslos aufgedeckt. Große Herausforderungen für die Unternehmen bleiben die Digitalisierung, die Einführung agiler Prozesse und flexibler Strukturen sowie eine auf hohe Dynamik ausgerichtete Führungskultur. Diese parallel zu bewältigenden Projekte binden viele Ressourcen, sind schlussendlich aber notwendig, wie die Pandemie eindrucksvoll bewiesen hat.“

Aktuell sehen lediglich 17 Prozent der befragten Führungskräfte ihr Unternehmen in einer existenzbedrohenden Krisenphase, 36 Prozent nehmen eine bewältigbare Krisenphase wahr. Bereits jedes vierte Unternehmen hat die Krise hinter sich gelassen und sieht sich schon wieder in einer Wachstums- bzw. sogar Boomphase, während 22 Prozent eine neutrale Stellung einnehmen.

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