Produktionsrückgang Jedes vierte Unternehmen produziert weniger oder plant dies

Quelle: Pressemitteilung FTI-Andersch

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Die zu erwartenden Probleme bei der Gasversorgung zwischen rund 25 Prozent der Unternehmen ihre Produktion bereits zu drosseln oder es in Erwägung zu ziehen. Hier eine Analyse.

Wie sieht es mit dem produzierenden Gewerbe in Deutschland angesichts der Energieprobleme wirklich aus? Das wollten Experten von FTI-Andersch wissen, und haben nachgefragt. Dabei kam heraus, dass viele Unternehmen zumindest planen, die Produktion zu drosseln.
Wie sieht es mit dem produzierenden Gewerbe in Deutschland angesichts der Energieprobleme wirklich aus? Das wollten Experten von FTI-Andersch wissen, und haben nachgefragt. Dabei kam heraus, dass viele Unternehmen zumindest planen, die Produktion zu drosseln.
(Bild: F. Nötgen)

Wenn man zuletzt gelesen habe, dass deutsche Unternehmen Energie einsparten, dann sei vielfach nichts als eine Produktionsdrosselung gewesen, so Steffen Puhlmann, Experte für Energie und Klima bei FTI-Andersch, der auf Restrukturierung, Business Transformation und Transaktionen spezialisierten Beratungseinheit von FTI Consulting in Deutschland. Aufgrund der komplexen Situation, geprägt durch Lieferengpässe, Materialknappheit, Inflation, Konsumrückgang und geopolitische Risiken, ließe sich noch nicht genau abschätzen, ob, wann und in welcher Intensität das Fehlen dieser Produktionsmengen auch bei Endkunden ankommen werde. Es kann jedoch festgestellt werden, dass geplante Umsätze zuletzt nicht erzielt werden konnten. Dieser Umstand könne und werde einige Unternehmen in Schieflage bringen.

Die großflächige Gesamtentwicklung macht aber Mut

Immerhin: 60 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 40 Millionen und einer Milliarde Euro schließen bisher aus, ihre Produktion vorübergehend zurückzufahren. Und die schwierige Situation hat dazu geführt, dass eine signifikante Anzahl an Unternehmen die Produktion noch energieeffizienter gemacht hat. Deshalb haben 38 Prozent angegeben, bereits Investitionen zur Effizienzsteigerung der Wärmenutzung in der Produktion getätigt zu haben. Rund 16 Prozent führen dies gerade durch und 17 Prozent planen diese Investitionen. Das kann und wird zu langfristigen Reduktionen führen, die sich positiv auf Ökobilanz und natürlich auch auf die Kosten auswirken, prognostiziert Puhlmann. Und nicht nur das! Diese Zahlen machen Mut! Denn wenn es wirklich ernst werde, dann wüchsen deutsche Unternehmen und Unternehmer über sich hinaus und arbeiteten am Heben bisher nicht gekannter Effizienzpotenziale. Für Puhlmann ist das ein wichtiges positives Signal in dieser so schwierigen Zeit.

Die Experten sehen außerdem kein Comeback fossiler Energieträger in Sicht. Denn rund 72 Prozent aller befragten Unternehmen investieren in grüne Energie. Ein ebenso klares Signal setzten die von Forsa befragten Unternehmen aller Branchen beim Einsatz alternativer Energieträger zu Gas. Eine deutliche Mehrheit von 72 Prozent setzt deshalb auf regenerative Energieträger (44 Prozent davon haben dies bereits umgesetzt), jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) plant, es kurzfristig umzusetzen. Im Vergleich dazu ersetzt nur rund ein Drittel fehlendes Gas durch fossile Energieträger. Nur 14 Prozent planen diesen Schritt. Und 40 Prozent schließen fossile Energie sogar vollständig aus. Die Realität widerspricht folglich der öffentlichen Debatte, ob fossile Energieträger eine Renaissance erleben.

Puhlmann macht klar: „Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Unternehmen mit nicht ausreichender Liquidität diese Investitionen in den meisten Fällen jetzt nicht stemmen können.“ Die Betroffenen müssten, sofern überhaupt möglich, ihren Verschuldungsgrad weiter erhöhen. Aber viele deutsche produzierende Mittelständler werden darum den Investitionsrückstau im Vergleich zu ihren liquideren Wettbewerbern noch weiter ausbauen. Für viele wird eine Restrukturierung in den nächsten Monaten und Jahren damit unausweichlich werden, glaubt der Experte.

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