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Klimatisierung im Handumdrehen Jetzt kommt die Wärmebarriere für Fenster aus der Sprühdose

Redakteur: Peter Königsreuther

Wissenschaftler der RMIT University in Melbourne haben eine Folie entwickelt, die man per Sprühen auf Fenster applizieren kann. Damit bleibt die Wärme draußen und die Köpfe drinnen kühl...

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Sommer, Sonne, Schweißfuß – nicht selten auch im Büro. Wer vermeiden will, dass er an der Tastatur kleben bleibt, sollte eine neue Sprühfolie ausprobieren, die als effektive Wärmebarriere wirkt...
Sommer, Sonne, Schweißfuß – nicht selten auch im Büro. Wer vermeiden will, dass er an der Tastatur kleben bleibt, sollte eine neue Sprühfolie ausprobieren, die als effektive Wärmebarriere wirkt...
(Bild: PPAMPicture)

Die Forscher aus Australien können üblichem Fensterglas damit eine wirksame Wärmebarriere verpassen, heißt es. Der Clou: Im Sommer kommt die Wärme nicht rein, um Winter geht sie nicht raus. Und jeder weiß, dass Fenster immernoch die verlustbringendsten Wärmebrücken an Gebäuden sind. Dazu sprüht man das Glas mit einer Flüssigkeit ein, wodurch sich darauf ein hauchfeiner Film bildet, sagen die Experten. Damit das Barriereerlebnis jedoch optimal wird, muss man das Ganze noch erhitzen.

Zur Applikation werden Sprühdosen genutzt, die mit Ultraschall arbeiten. So zerstäubt es das Fluid in feinste Tröpfchen, die alle gleich groß seien (man kennt das von modernen Inhalatoren). Treffen sie auf das heiße Glas, wird eine chemische Reaktion ausgelöst und das Fluid erstarrt. Am Ende hat man eine absolut gleichmäßige Schicht auf dem Fenster. Overspray wird abgesaugt, heißt es weiter.

Wärmeschutzbeschichtung auf Fenstern zahlt sich wirklich aus

Diese Idee punktet aufgrund der Kosten, die sehr gering sind. So kommt man zu einer ganz neuen Art der Wärmeschutzverglasung, die im Sommer die Klimaanlagen und im Winter die Heizungen schont. Die Forscher rechnen das anhand der Verglasung des Empire State Building in New York vor: Seit es beschichtete Glasfenster hat, wenn auch nicht die neue Beschichtung, konnte die Stromrechnung um 2,4 Mio. US-Dollar gedrückt werden. und um 4000 t/Jahr reduzierten sich die CO2-Emissionen.

Das neue Wärmeblocker-Spray aus Melbourne kann noch mehr:

Das Spray besteht aus Zinnoxid, einem weitaus preiswerteren Material als Indiumzinnoxid. Die australischen Forscher fügen noch ein paar Chemikalien hinzu, damit alles schön transparent bleibt. Auch andere Eigenschaften kann man so beeinflussen, wie etwa die elektrisch leitfähigkeit, das Vermögen Infrarotlicht zu reflektieren oder das Glas undurchlässig für UV-Licht zu machen. Letzteres ist für Glas weniger wichtig, weil es ohnehin ein UV-Filter ist, anders als transparente Kunststoffe. Diese könnten so ebenfalls zu Reflektoren für das schädliche UV-Licht werden.

In anderer Zusammensetzung übrigens wird die Schicht zur Elektrode, die Strom leitet. Dann lässt sie sich in Solarzellen, Touchscreens und LEDs nutzen.

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