Sustainable Air Fuel Jetzt startet die erste Emissionsstudie für nachhaltiges Flugbenzin

Redakteur: Peter Königsreuther

Airbus, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Rolls-Royce und der SAF-Hersteller Neste wollen wissen, was wirklich dabei heraus kommt, wenn Passagierflugzeuge damit unterwegs sind.

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Jetzt wird untersucht, welche Emissionen von nachhatigem Flugkraftstoff (Sustainable Air Fuel, oder SAF) beim Passagierflug ausgehen. Im Projekt ECLIF3 arbeiten Airbus, die DLR, Rolls-Royce und Neste zusammen.
Jetzt wird untersucht, welche Emissionen von nachhatigem Flugkraftstoff (Sustainable Air Fuel, oder SAF) beim Passagierflug ausgehen. Im Projekt ECLIF3 arbeiten Airbus, die DLR, Rolls-Royce und Neste zusammen.
(Bild: Airbust / S. Ramadier)

In dieser Woche bereits, beginnen am Airbus-Standort in Toulouse, Frankreich, erste Triebwerkstests, einschließlich eines ersten Fluges, um die Kompatibilität des Kraftstoffs mit den Flugzeugsystemen zu prüfen. Die Studie namens ECLIF3 (Emission and Climate Impact of Alternative Fuels) laufe sowohl am Boden als auch im Flugbetrieb ab. Das Testflugzeug wird ein Airbus A350-900 mit Rolls-Royce-Trent-XWB-Triebwerken sein. Die Ergebnisse sollen laufende Bemühungen von Airbus und Rolls-Royce unterstützen, damit die Luftfahrtbranche auf einen stärkeren Einsatz von SAF (Sustainable Air Fuel) vorbereitet werdn kann. Das gilt als Maßnahme zu den aktuellen Anstrengungen für eine Dekarbonisierung der Industrie.

Verfolgungsjagd in Sachen Emissionen und Kondensstreifen-Charakteristik

Nach den oben genannten, ersten Tests, wird abgehoben, heißt es weiter. Die Flüge sollen im April beginnen und im Herbst 2021 fortgesetzt werden. Dabei wird die Falcon-20-E des DLR als Messflugzeug dienen, um im Verfolgungsflug die Emissionen des A350 sowie die resultierenden Kondensstreifen in der Luft zu untersuchen. Im Rahmen weiterer Bodentests sollen die Feinstaubemissionen gemessen und die Umweltauswirkungen des SAF-Einsatzes für den Flughafenbetrieb aufgezeigt werden. Sowohl bei den Flug- als auch bei den Bodentests werden die Emissionen des nachhaltigen Kraftstoffs HEFA (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids), mit denen von fossilem Kerosin und schwefelarmem fossilem Kerosin verglichen. Der Kraftstoff wird von Neste zur Verfügung gestellt. Zusätzliche Messungen und Analysen zur Charakterisierung der Partikelemissionen während der Bodentests werden von der britischen University of Manchester und dem National Research Council of Canada geliefert.

Die Gasturbine wird noch lange die Luft beherrschen

Flugzeuge, betonen die Experten, können derzeit nur mit einer maximal 50-%igen Mischung aus SAF und fossilem Kerosin arbeiten. Das Projekt soll deshalb nicht nur Einblicke in die Funktionsweise von Gasturbinentriebwerken mit 100 % SAF im Tank geben (im Hinblick auf die Zertifizierung), sondern auch die zu erwartenden Umweltvorteile solcher Kraftstoffe aufdecken.

Der Erfolg liegt quasi schon in der Luft, denn in früheren Forschungskampagnen konnte man bereits das deutliche Reduzierungspotenzial für Rußemissionen mithilfe von 30- bis 50-%igen Mischungen alternativer Kraftstoffe nachweisen. Jetzt soll bewiesen werden, dass da noch deutlich mehr gehe. Das DLR hat übrigens bereits 2015 und gemeinsam mit der NASA 2018 umfangreiche Forschungen zur Analytik und Modellierung alternativer Kraftstoffe sowie Boden- und Flugtests mit dem Forschungsflugzeug Airbus A320 ATRA durchgeführt.

Simon Burr, Director Product Development and Technology, Rolls-Royce Civil Aerospace, meint: „In der kommenden Post-Covid-19-Welt werden wir wieder reisen wollen – aber auf nachhaltige Weise. Was den Langstreckenverkehr betrifft, so wissen wir heute schon, dass das noch jahrzehntelang nur mit Gasturbinen gehen wird.“ SAF sei für die Dekarbonisierung von Flugreisen folglich unerlässlich.

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