Orbitalschweißen

Kalibrierung vor Ort verlängert Betriebszeit von Schweißnetzteilen

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Die Rotationsgeschwindigkeit des Schweißkopfs ist eine weitere wichtige Schweißvariable, die sich auf die Breite und die Durchdringung der Schweißnaht auswirkt. Eine falsche Rotationsgeschwindigkeit kann zu Schweißmängeln führen und die Akzeptanz des Resultats verhindern. Bei manchen Netzteilen muss der Bediener den Schweißkopf für jede Schweißung, oder zumindest bei jedem Wechsel des Schweißprogramms, kalibrieren. Allerdings ist bei Netzteilen, die während des Schweißens Echtzeit-Feedback bieten, eine solch häufige Kalibrierung nicht erforderlich. Bei solchen Netzteilen wird die Rotationsgeschwindigkeit des Schweißkopfes regelmäßig von der Kalibrierungssoftware am Netzteil selbst verifiziert. Mit dieser Geschwindigkeitsüberprüfung kann der Bediener vorgegebene Schweißanforderungen erfüllen, ohne den Schweißkopf regelmäßig kalibrieren zu müssen.

Sind neue Funktionen für das Netzteil verfügbar, muss die Software aktualisiert werden

Bei Netzteilen für Orbitalschweißgeräte mit einer offenen Plattform können die Kapazitäten des Netzteils erweitert werden, wenn technische Neuerungen verfügbar sind. Zu solchen Aktualisierungen gehören neue Programmierungsmöglichkeiten, die erweiterte Kompatibilität mit neuen Geräten oder zusätzliche Funktionen. Wenn solche Erweiterungen erhältlich sind, muss die Software an der Maschine aktualisiert werden. Und je früher der Besitzer die Aktualisierung erhält, desto besser.

Ältere Netzteile müssen in der Regel für solche Erweiterungen an ein Servicecenter geschickt werden, was die logistischen Schwierigkeiten des Geräteversands mit sich bringt. Außerdem hat man dann kein Netzteil oder ist auf ein Leihgerät angewiesen. Des Weiteren lassen die Besitzer älterer Geräte Erweiterungen erst durchführen, wenn das Gerät kalibriert oder anderweitig gewartet werden muss, wodurch Software-Updates oft erst mit großer Verspätung durchgeführt werden.

Neuere Netzteile können am Einsatzort aktualisiert werden, wodurch sich die Verzögerung zwischen Software-Neuerungen und deren Installation an einer Maschine beträchtlich verkürzen lässt. Wenn Software-Erweiterungen online heruntergeladen werden können, sind sie innerhalb von Minuten verfügbar. Besitzer können ihre Geräte anmelden und werden automatisch per E-Mail benachrichtigt, wenn neue Software verfügbar ist. Sie können diese dann herunterladen, sie auf einem USB-Stick speichern und auf ihren Netzteilen installieren. Somit lassen sich die neusten Funktionen sofort nach deren Veröffentlichung verwenden.

Tragbare Kalibriergeräte ersparen keine professionelle Untersuchung der Netzteile

Während tragbare Kalibrierungsgeräte die Kalibrierung wichtiger Schweißvariablen an Netzteilen ermöglichen, müssen die Netzteile dennoch oft in regelmäßigen Abständen von professionellen Serviceanbietern überprüft werden. Beispielsweise stehen Multipoint-Inspektionen oft weniger häufig an als die Kalibrierung. Solche Inspektionen umfassen die Überprüfung der Betriebsspannung an internen Leiterplatten des Netzteils, die Inspektion aller internen Anschlüsse, die Überprüfung von Systemdiagnosefunktion und Leistungstrends sowie die Durchführung von Funktionsprüfungen an allen Eingangs- und Ausgangsanschlüssen sowie Zubehörteilen.

Dennoch können die Besitzer von Netzteilen die Häufigkeit des Transports von Netzteilen zur Wartung durch tragbare Kalibrierungsgeräte verringern und herunterladbare Software-Updates nutzen. Diese technischen Fortschritte bieten Gerätebesitzern Wartungsmöglichkeiten und führen zu Kostensenkung und besserer Effizienz, weil sich die zur Aktualisierung erforderliche Zeit von Tagen auf Minuten senken lässt.

* John Glessman ist Manager Schweißsystemprodukte bei der Swagelok Company, 31500 Solon (Ohio/USA)

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