Aerzener Maschinenfabrik Kompressorenhersteller investiert Millionen
Aerzen (ff) – Eine Summe von 65 Mio. Euro hat die Aerzener Maschinenfabrik in den Bau eines neuen Produktionszentrums investiert. Zur Eröffnung kamen 800 Gäste. „Wir gehen in Aerzen oftmals andere Wege als die anderen Unternehmen“, kommentierte Geschäftsführer Klaus-Hasso Heller den ökologischen Ansatz der neuen Fabrik.
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Der neue Ansatz soll sich nach den Plänen des Unternehmens betriebswirtschaftlich erst im Laufe der nächsten zehn Jahre amortisieren. Teil des Konzeptes sind umfangreiche Wärmerückgewinnungssysteme an den Produktionsmaschinen, unter anderem im Bereich der Lackierung, an den Schleifmaschinen und den Prüfständen.
Die komplette Halle wird mit Hilfe einer Wärmepumpe klimatisiert. Auf dem Hallendach sind dazu luftgekühlte Kondensatoren installiert; als umweltfreundliches Kältemittel kommt Ammoniak zum Einsatz.
Energieeffizientes Fabrikgebäude soll Energiekosten um 30% reduzieren
Die Verwendung von drehzahlgeregelten Pumpen, lichtabhängig gesteuerter Beleuchtung und Luftschleieranlagen für die Tore soll darüber hinaus einen Beitrag dazu leisten, die Energiekosten bis 2020 um 30% zu reduzieren – im Vergleich zum Jahr 2005, in dem die Ausbaupläne gefasst wurden.
Über die Einsparmaßnahmen hinaus will das Unternehmen im Laufe dieses Jahres selbst mit der Produktion von Öko-Strom beginnen. Geplant ist die Installation eines Biomassekraftwerks, das eine Leistung von 1,9 MW haben soll.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulf begrüßte den Mut zu den Investitionen: „Wer fest verwurzelt ist, kann auch Neuland betreten“, erklärte Wulf bei der Eröffnung.
Kompressor-Produktionskapazität verdoppelt
Mit dem Neubau steigert das Unternehmen seine Produktionskapazität auf 30000 Kompressoren und Gebläse im Jahr – eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2005. In der neuen Produktionshalle werden mit einer sehr hohen Fertigungstiefe die Standard-Produkte des Unternehmens produziert. Sie nehmen etwa 80% der Fertigungskapazität in Anspruch. Die übrigen 20% entfallen auf Sondermaschinen.
Auch die weltweiten Vertriebsaktivitäten werden ausgebaut: Für 2008 ist die Gründung von Tochtergesellschaften in Russland, der Ukraine und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. 2009 soll Rumänien folgen. Die Aerzener-Gruppe erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 300 Mio. Euro. und beschäftigt weltweit 1600 Mitarbeiter, davon 1000 am Stammsitz.
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