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Wirtschaft Konjunkturbarometer verspricht Hoffnung auf Ende des Abschwungs

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zuletzt wieder stabilisiert. Insbesondere im Maschinenbau bestehen aber noch Zweifel.

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Laut DIW sind deutsche Unternehmen wieder zuversichtlicher, was ihre Geschäftserwartungen angeht.
Laut DIW sind deutsche Unternehmen wieder zuversichtlicher, was ihre Geschäftserwartungen angeht.
(Bild: ©Wrangler - stock.adobe.com)

Das Konjunkturbarometer des DIW ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen und liegt nun bei gut 90 Punkten. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland laut DIW im dritten Quartal gegenüber den vorangegangenen drei Monaten erneut gesunken (um 0,2 %). Im laufenden vierten Quartal soll es aber wohl zumindest nicht weiter bergab gehen. Stattdessen wird die Wirtschaftsleistung dem Institut zufolge voraussichtlich stagnieren. „Ein Abrutschen in eine tiefere Rezession ist derzeit also weniger wahrscheinlich geworden“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Gleichwohl bleibe die Lage fragil: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China sei nicht nachhaltig gelöst. „Und auch das Brexit-Theater ist nicht beendet – sollte es doch noch zu einem ungeregelten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU kommen, würde das die deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen“, warnt Michelsen.

Auch der Abschwung beim Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich laut ifo-Konjunkturumfragen verlangsamt. Demnach stieg die Bewertung des Auftragseingangs von minus 15,8 Punkte im September auf nur noch minus 4,4 Punkte im Oktober. Gleichzeitig dürfte die Produktion laut ifo-Institut aber wegen der geschwundenen Aufträge aus der Vergangenheit in den kommenden drei Monaten noch etwas weiter sinken. Die Produktionserwartungen der Industrie sanken im Oktober auf minus 7,4, nach minus 6,1 im September. Im Maschinenbau sitzen dabei besonders viele Pessimisten: Der Wert sank dort von minus 12,8 auf minus 14,0.

Ein starker Anstieg der Aufträge aus den Euro-Partnerländern um 11 % hat das Bild im September für den deutschen Maschinenbau laut VDMA etwas aufgehellt. Insgesamt verbuchten die Unternehmen im September 2019 einen Orderrückgang um real 4 %. „Allerdings ist dieser Monatsvergleich kein Grund für Entwarnung“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. In den ersten neun Monaten 2019 lagen die Bestellungen um 8 % unter ihrem Vorjahreswert, wobei das Inland einen Rückgang um 9 % aufwies und die Auslandsbestellungen um 8 % sanken. „Wir sehen nicht, dass die Belastungen in Folge der vielen Handelsstreitigkeiten und des zunehmenden Protektionismus nun nachlassen und die weltweite Investitionsneigung zunimmt“, erläuterte Wiechers.

Im September kamen aus dem Ausland insgesamt 2 % weniger Bestellungen als im Vorjahr. Dem Zuwachs aus dem Euroraum (plus 11 %) stand ein Minus von 6 % der Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern entgegen. Im Inland sanken die Orders um 9 %.

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