Aufsichtsrat entscheidet Energiefirma darf bei Thyssenkrupp Steel einsteigen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat hat für den Einstieg des tschechischen Unternehmers Kretinsky in Deutschlands größtes Stahlunternehmen gestimmt. Die Arbeitnehmerseite war komplett dagegen, meldet die dpa.

Alea jacta sunt! Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmte jetzt dem 20-Prozent-Einstieg von Kretinskys Energiefirma zu. Die IG Metall ist erbost und will kämpfen. Konzernchef Miguel López (im Bild) konterte aber, dass all das nötig ist und keine weiteren Kündigungen drohen.(Bild:  Thyssenkrupp)
Alea jacta sunt! Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmte jetzt dem 20-Prozent-Einstieg von Kretinskys Energiefirma zu. Die IG Metall ist erbost und will kämpfen. Konzernchef Miguel López (im Bild) konterte aber, dass all das nötig ist und keine weiteren Kündigungen drohen.
(Bild: Thyssenkrupp)

Der Aufsichtsrat des Industriekonzerns Thyssenkrupp hat gestern einer 20-Prozent-Beteiligung des Energieunternehmens EPCG an der Stahlsparte zugestimmt. Die Entscheidung wurde mit dem Zweitstimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden allerdings gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter getroffen, wie es weiter heißt. Über den Einstieg hatte der Vorstand Ende April eine grundsätzliche Einigung mit EPCG erzielt. Die EPCG-Holding gehört bekanntlich dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Vor der Sitzung hatten am Mittag mehrere Tausend Beschäftigte für mehr Mitsprache und Transparenz bei wichtigen Unternehmensentscheidungen demonstriert. Die IG Metall kritisierte, bisher zu wenig über den geplanten Einstieg von EPCG zu wissen, um dem im Aufsichtsrat zustimmen zu können.

Das passiert mit der Thyssenkrupp-Stahlsparte ...

Bei der strategischen Partnerschaft soll es vor allem um Energielieferungen gehen. Unter anderem gehören dem Tschechischen Macher in Ostdeutschland ganz oder zumindest in Teilen die Braunkohlekonzerne Mibrag und Leag, die künftig verstärkt klimaneutral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen wollen. Auch der größte Stromproduzent der Slowakei, Slovenske Elektrarny, gehört dazu. Kretinsky ist außerdem größter Anteilseigner des Großhändlers Metro. Der EPCG-Anteil soll in Zukunft auf 50 Prozent gesteigert werden und die Stahlsparte dabei verselbstständigt werden, wie es heißt. Allerdings ist die Thyssenkrupp-Stahlsparte Deutschlands größtes Stahlunternehmen. Dort arbeiten nicht weniger als gut 27.000 Menschen – davon allein 13.000 in Duisburg. Die Produktionskapazitäten in Duisburg sollen vor dem Hintergrund von Konjunkturschwäche und hohen Energiekosten deutlich reduziert werden, was mit einem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein wird. Einzelheiten dazu sind aber noch offen.

IG Metall warnt vor unwägbaren Risiken des Einstiegs

Die IG Metall äußerte sich daraufhin entsetzt über den Beschluss des Aufsichtsrats, wie gemeldet wird. Denn die durch den Verkauf entstehenden Risiken seien völlig ungeklärt. Der Stahlvorstand arbeitet momentan an einem Restrukturierungskonzept, dem wahrscheinlich Tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Für die Restrukturierung würden Milliardensummen fällig. Die Thyssenkrupp AG entledige sich ihrer Verantwortung für die Beschäftigten, noch bevor der Plan für den Stahlbereich überhaupt vorliege. Die Arbeitnehmerseite begrüße immerhin ausdrücklich die Bereitschaft von EPCG, sich beim Stahl zu engagieren. Man verstehe auch, dass Herr Kretinsky Einblick in die Erarbeitung des neuen Planes erhalten möchte. Nach Ansicht der Gewerkschaft sind dafür aber weder ein übereiltes Vorgehen noch eine sofortige 20-Prozent-Beteiligung nötig. Vielmehr wären jetzt Besonnenheit und Klarheit gefragt. Stattdessen herrsche wilder Aktionismus, um den Stahlbereich in die Eigenständigkeit zu schicken. Das, so drohen die Arbeitnehmervertreter, wird auf erbitterten Widerstand stoßen. Der Betriebsratsvorsitzende machte klar, dass ein Umbau des Konzerns gegen die Menschen nicht gelingen wird.

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