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Kuka passt Prognose für 2018 an

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Kuka passt Prognose für 2018 an und verabschiedet Sofortpaket.
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Kuka passt Prognose für 2018 an und verabschiedet Sofortpaket. (Bild: ©Monstar Studio - stock.adobe.com)

Kuka passt die Prognose für 2018 an und geht von einem Umsatz von rund 3,2 Mrd. Euro aus. Als Gründe werden die allgemeine Konjunkturabkühlung in wichtigen Geschäftsfeldern und das verlangsamte Wachstum in China genannt.

Bereits im Oktober 2018 hatte Kuka die ursprüngliche Prognose gesenkt und war von einem Umsatz von rund 3,3 Mrd. Euro und einer EBIT-Marge von rund 4,5 % ausgegangen. Angesichts dieser Entwicklung hält der Vorstand es nicht mehr für realistisch, die im Jahr 2015 formulierten Ziele 2020 zu erreichen. Diese sahen einen Umsatz zwischen 4 und 4,5 Mrd. Euro und eine Ebit-Zielmarge von mehr als 7,5 % vor. Den Jahresabschluss 2018 inklusive der Prognose für das Jahr 2019 veröffentlicht Kuka im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 28. März 2019.

Faktoren für die Senkung der Prognose

Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf folgende Faktoren zurückzuführen: Die verstärkt spürbare allgemeine Konjunkturabkühlung seit dem vierten Quartal 2018, die sich auf zwei wichtige Geschäftsfelder auswirkt: die Elektronikindustrie sowie den Automobilsektor, mit dem Kuka die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet. Hinzu kommt das verlangsamte Wachstum in China, einem der wichtigsten Robotikmärkte. Dort sind die Wachstumsraten aktuell so gering wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Ferner gab es unvorhersehbare negative Einflüsse im Projektgeschäft.

Als Maßnahme wurde ein Sofortpaket mit vier Schlüsselfeldern verabschiedet

Um das Unternehmen langfristig zukunftsfähig aufzustellen und auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zu führen, hat der Kuka Vorstand ein umfassendes Sofortpaket mit vier Schlüsselfeldern verabschiedet: ein Effizienzprogramm mit Schwerpunkten auf den indirekten Bereichen wie etwa Verwaltung, Einkauf, Vertrieb und im Projektmanagement, eine deutsch-chinesische Taskforce als Treiber für die chinesischen Joint Ventures sowie die Entwicklung spezifischer Produkte für den asiatischen Markt, eine Fokussierung der Investitionen in Forschung & Entwicklung (F&E) mit kürzeren Entwicklungszyklen sowie eine kundenfokussiertere und weniger zentrale Organisationsstruktur.

„Bis 2023 garantiert die Investorenvereinbarung mit Midea die Eigenständigkeit von Kuka. Langfristig sichert uns jedoch vor allem unsere Performance. Um diese zu stärken, handeln wir frühzeitig. Das ist auch im Interesse unserer Kunden und unserer Mitarbeiter weltweit“, erläutert Kuka CEO Peter Mohnen. „An unseren laufenden Investitionen halten wir fest, weil diese die Basis unserer Innovationskraft sind, auf die unsere Kunden vertrauen. Wir investieren zwischen 2018 und 2020 über 500 Mio. Euro – mehr als je zuvor.“

Effizienzprogramm soll über 300 Mio. Euro einsparen

Mit dem starken Wachstum von Kuka in den letzten Jahren – von 900 Mio. auf 3,5 Mrd. Euro Umsatz seit 2009 – sind auch die Kosten deutlich gestiegen und teilweise Ineffizienzen entstanden. Daher setzt Kuka ein Effizienzprogramm auf, das bis 2021 insgesamt Einsparungen von über 300 Mio. Euro erbringen soll. Ein substanzieller Teil dieser Einsparungen soll schon 2019 erzielt werden. Treiber liegen unter anderem in Verwaltung, Vertrieb, Einkauf und Projektmanagement. Das Effizienzprogramm wird auch Personalmaßnahmen umfassen.

Um das volle Potenzial der Zusammenarbeit mit Midea zu nutzen, wurde sowohl bei Kuka als auch bei Midea eine neue Position geschaffen und mit interkulturell erfahrenen Fachkräften besetzt. Die gemeinsame Taskforce soll die Joint Ventures koordinieren und die Produktentwicklung vorantreiben. Die Taskforce berichtet direkt an den Kuka CEO.

Der chinesische Robotikmarkt bleibt trotz der konjunkturellen Eintrübung ein zentraler Wachstumstreiber für Kuka. Daher plant Kuka, das Produktportfolio und die Produktionskapazitäten in China zu erweitern, um die spezifischen Bedürfnisse des asiatischen Marktes besser zu bedienen. Der Fokus liegt auf kleineren und einfacheren Robotersystemen wie etwa Scara- und Deltarobotern für den Elektronikmarkt.

Kuka wird auch zukünftig stark in F&E investieren, sich dabei aber stärker fokussieren und den Entwicklungszyklus beschleunigen. Dafür sind wie bisher jährliche Mittel von rund 5 % des Umsatzes vorgesehen. Künftig sollen diese Mittel jedoch stärker auf Fokusprojekte gelenkt werden, darunter etwa mobile Roboter, Cobots und Industrie-4.0-Anwendungen. Durch die Beteiligung an der Münchner Firma Device Insight, einem führenden Internet-of-Things-Anbieter, verfügt Kuka über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit über einer Million vernetzten Geräten und entsprechender Datenauswertung. Diese Erfahrung wird künftig noch stärker auf Industrieprozesse übertragen werden. Zur Bewältigung des starken internationalen Wachstums hat Kuka seit 2012 zahlreiche Strukturen zentralisiert – darunter IT, Personal, Finanzen und Marketing. Dies soll so beibehalten werden. Auch bleibt Kuka bei dem bewährten Prinzip, dass es für jeden Kunden einen zentralen Ansprechpartner gibt. Bei der Leistungserbringung selbst setzt Kuka jedoch künftig auf die dezentralen Bereiche Robotik, Anlagenbau und Logistik. Dies hat sich in zahlreichen Kundengesprächen sowie einer internen Evaluierung als sinnvoll erwiesen.

„Die Konjunktur haben wir nicht in der Hand“, so Peter Mohnen, „aber wichtige interne Stellschrauben können wir drehen. Genau das tun wir mit unserem Sofortpaket. Wir bauen auf unseren Stärken auf und arbeiten konsequent an unseren Schwächen: Dabei stellen wir unsere Kunden in den Mittelpunkt, sparen wo es nötig ist, und investieren gleichzeitig in unsere Innovationsfähigkeit.“

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